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Billets de blog - Mars 2009

Heiteres Intermezzo III

Heiteres Intermezzo III

moins de 1 ans


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Die Gretchenfrage und der Sinn des Lebens

Die Gretchenfrage und der Sinn des Lebens

moins de 1 ans

Ein Forenbeitrag der mir zu schade war, um nur in einem Forum vor sich hin zu gammeln.

"Ich sehe das etwas pragmatischer: Es kommt darauf an. Wenn du mich nach meinem erkenntnistheoretisch einwandfreien Schluss bezüglich der Gretchenfrage fragst, dann bin ich natürlich Agnostiker. Genauso wie ich gegenüber unsichtbaren Rosaroten Einhörnern und Russels Teekanne eine agnostische Position vertreten würde.

Wenn du mich aber fragst, was ich darüber glaube oder denke dann werde ich dir sagen, dass es keine Hinweise auf die Existenz von Göttern, unsichtbaren rosaroten Einhörnern oder einer Teekanne im Orbit jenseits des Jupiters gibt und dass ich deswegen glaube, dass solche nicht existieren. Ich würde also eine atheistische Position vertreten.

Wenn du aber mit mir darüber sprechen möchtest, was denn Religion für einen Einfluss auf die Gesellschaft und die Menschen hat, so muss ich dir antworten, dass ich ihren Einfluss mehrheitlich sehr schlecht finde und als Antitheist auftreten.

Du siehst also, mein Etikett hängt allein von deiner Fragestellung ab.

Meistens ist das aber völlig irrelevant, denn die Gläubigen wollen nicht über die Möglichkeit der Existenz eines prinzipell unerfahrbaren Gottes diskutieren, die wollen ja einen Gott zum anfassen, der Wunder wirkt, die Welt erschafft und ihrem Lieblingsteam beim Fussball zum Sieg verhilft. Und für so einen Gott lässt nunmal ein wissenschaftliches Weltbild keinen Platz.

Atheismus liefert keine Antworten auf die Lebensfragen, aber im Gegensatz zur Religion erhebt er auch keinen entsprechenden Anspruch. Religion hingegen kann allein von der Methodik her zu keinen Lösungen führen. Sie ist vom Ansatz her falsch und wenn sie einmal eine vernünftige Erklärung oder einen brauchbaren Lösungsansatz hervorbringt, so ist dies allein dem Zufall zu verdanken. Nichtsdestotrotz mischen sich Vertreter der Religionen in alle möglichen Fragen (Scheidung; Abtreibung; Stammzellenforschung; Biounterricht) ein, von welchen sie nichts verstehen, und führen sich dabei auch noch als Autoritäten auf, weil sie Geschichten aus einem alten Märchenbuch aus dem nahen Osten zitieren können.

Für mich persönlich bietet das naturalistische Weltbild Antworten auf enorm viele Fragen. Allein unsere evolutionäre Herkunft erklärt so unendlich viele unserer Probleme, Sorgen, Ängste! Die Evolutionstheorie erklärt eben nicht nur die Geschichte unserer Vorfahren, sie bietet uns einen Ansatz, unser Verhalten und unser Leben selbst zu verstehen. Sie ermöglicht ein Verständnis dafür, warum wir leben, warum wir sterben, warum wir was fühlen, warum wir wie handeln. Aus der evolutionären Perspektive erscheint so vieles glasklar, worüber sich Generationen von Theologen und Philosophen die Köpfe zerbrochen haben.

Und die Frage nach dem grossen Sinn, dem grossen warum, die man auf "warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?" reduzieren könnte, DIE ist ohnehin unbeantwortbar. Religion hin oder her."

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