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Etudes

Rechtswissenschaften
Universität Zürich

Vie amoureuse

Je ne le dévoile pas

Warum ich Antitheist bin oder, warum es mich kümmert was für Märchen die Leute glauben

14.01.2008 à 19:42

Wie ich im vorangehenden Eintrag erklärt habe sind die Behauptungen, welche die Religionen über die Beschaffenheit des Universums aufstellen schlicht und einfach falsch. Aber was geht mich das an? Könnte mir das nicht einfach völlig egal sein? Ich sage nein. Religion ist etwas schlechtes, wird aber weithin als etwas Gutes, ja gar als etwas jeglicher Kritik entzogenes angeschaut. Da in der Schweiz der grösste Teil der religiösen Bevölkerung der Christenheit zugehört ist das Christentum in unseren Gefilden auch die grösste Religiöse Bedrohung. Es ist aufgrund der kulturellen Prägung naheliegend, dass ich mich primär mit den schlechten Seiten des Christentums und damit dem Gott der drei Religionen Judentum, Christentum und Islam beschäftige. Das soll nicht heissen, dass ich andere Religionen weniger ablehnen würde als diesen, sondern nur, dass sie mich weniger betreffen.

Die "Ethik"/Moral der Bibel

Der Gott des alten Testaments

“The God of the Old Testament is arguably the most unpleasant character in all fiction: jealous and proud of it; a petty, unjust, unforgiving control-freak; a vindictive, bloodthirsty ethnic cleanser; a misogynistic, homophobic, racist, infanticidal, genocidal, filicidal, pestilential, megalomaniacal, sadomasochistic, capriciously malevolent bully.”Richard Dawkins, The God Delusion

Dieses Zitat sagt eigentlich schon alles. Die treffendste Charakterisierung des Monotheistischen Gottes der drei „Weltreligionen“ die ich je gelesen habe.

Das neue Testament macht nichts besser

Manche wenden ein, im neuen Testament würde alles besser, was mitnichten der Fall ist. Wo Gott die Menschen im Alten Testament einfach nur mit Tod und Verderben bestrafte wenn sie anders verhielten als es ihm in den Kram passte, so werden ihnen ab dem neuen Testament auch ewige Höllenqualen im Jenseits angedroht. Die Jesusgeschichte ist bestenfalls absurd: Ein allmächtiger, allwissender und allgütiger (!) Gott lässt eine Jungfrau seinen Sohn, der auch er selbst ist, gebären, der sich dann für die sogenannten „Sünden“ , also den Verstoss gegen seine eigenen Gebote, der Menschen, die er selbst geschaffen hat, unter schrecklichen Qualen an einem Holzkreuz aufhängen, so dass Gottvater, respektive er selbst, den Menschen danach eben diese „Sünden“ in alle Ewigkeit vergeben kann.

Die Bibel ist ethisch ein katastrophales Buch, und wer etwas anderes behauptet hat sie entweder nicht, oder nur sehr sehr selektiv gelesen.

Die „Wurzel alles Bösen“

Dass religiöser Fanatismus sehr gefährlich sein kann, hat sich durch die Menschheitsgeschichte immer wieder gezeigt. Und wer – „gemässigt“ – grundsätzlich honoriert, wenn Menschen irrationale und unlogische Dinge glauben, der legt damit das Fundament für Fanatiker und Extremisten. Inquisition, Kreuzzüge, Unterdrückung der Wissenschaft, Hexenverbrennungen, Zerstörung immenser „heidnischer“ Kulturschätze, Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen, Unterstützung der Nazis während des zweiten Weltkrieges und bei der Flucht danach, hunderte von Kriegen und Konflikten quer durch die Menschheitsgeschichte– für dies und noch viel mehr tragen Religionen und Kirchen (Mit-/Haupt-)Verantwortung.Sehr ans Herz legen möchte ich euch den Dokumentarfilm „Root of all Evil“:

Teil 1Teil 2

Das war früher? Heute ist nichts besser!

Auch heute sind unterschiedliche Vorstellungen über nicht existente Fabelwesen Nährboden für viel Leid auf dieser Welt. Islamischer Terrorismus, diverse Kriege (Nahostkonflikt. Tschetschenien. Irland. etc.) wären ohne Religion gar nicht erst entstanden oder hätten viel leichter gelöst werden können. Auch behindern religiöse Gruppierungen mit ihrer falschen Vorstellung über die Welt nach wie vor in vielen Ländern die Wissenschaft. Die Resultate von Stammzellenforschung könnten vielen Tausenden richtigen leidenden Menschen Erleichterung und Heilung bringen. Aber solange man dafür ohnehin der Vernichtung geweihte menschliche Zellklümpchen – Embryonen also – benötigt melden die Kirchen „ethische Bedenken“ an. Hallo? Was genau soll daran ethisch sein, kranke Menschen verrecken zu lassen um Zellklumpen statt der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen zu vernichten? Jetzt haben Wissenschaftler zwar einen Weg gefunden pluripotente Stammzellen aus Embryonen zu extrahieren ohne diese zu vernichten (dann werden sie halt nachher, „ethisch korrekt“ vernichtet), aber diese religiösen Absurditäten haben die Forschung über Jahre verzögert und viel Leid verursacht. Auch ein Papst, der in Drittweltländern (mit zT. Frappierenden HIV-Raten) gegen den Gebrauch von Präservativen predigt/predigen lässt handelt zutiefst unethisch.Was kranke christliche Ideologien und ihre Vertreter aus Kindern machen können, sieht man in erschreckender Weise im Film Jesus Camp. Und da haben wir mit Scientology und sonstigen kranken Sekten noch nicht mal angefangen...

Ich finde es unhaltbar, dass der Staat für die Kirchen die Vereinsbeiträge eintreibt (Und das jede Firma in der Schweiz diese bezahlen muss und sich nicht wie eine Privatperson davon befreien kann).

Ich finde es unhaltbar, dass Gott in der Präambel unserer Bundesverfassung steht.

Ich finde es unhaltbar, dass Art. 261 (NICHT 261bis) StGB es verbietet öffentlich so über Religionen zu sprechen, wie es ihnen gebühren würde.

Ich finde es unverständlich, weshalb „Glaube“ und „Religion“ in der Gesellschaft als etwas grundsätzlich Gutes angesehen werden.

Ich finde es inakzeptabel, dass Vertreter der kranken Christlichen Ideologien erste Wahl für Ethikräte und dergleichen sind.

Deshalb finde ich, dass irrationale Ideologien jeglicher Art offene Ablehnung und offene Missbilligung verdienen - und meine Darstellung der Verbrechen und Vergehen der Religionen erhebt noch nicht einmal Anspruch auf Vollständigkeit.

Da ich aber ein rationaler Mensch bin werde ich nicht einfach die Beherrschung verlieren sondern versuchen, unsere Gesellschaft mit sachlicher Diskussion weiter zu bringen. Es ist an der Zeit, dass die Menschheit ihre grosse Kinderkrankheit Religion endlich abstreift.

Commentaires
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Gwendolan
Gwendolan 28.01.2008 à 14:18
Nicht jeder Gläubige ist ein Fanatiker, aber die "Gemässigten" bilden das Fundament, auf dem Fanatismus und Extremissmus wachsen kann.

Mit dem "Glauben an den Glauben", also der Ansicht, dass die Behauptungen welche Religion aufstellt zwar falsch, aber doch für die Menschen gut seien, kann ich nichts anfangen. Erstens entmündigt man damit die Menschen, als wären sie Kinder. Kinder brauchen Märchen, klar. Aber wenn Erwachsene ihre Entscheidungen auf irrationalen Heilslehren statt rational fällen, dann kann das sehr Gefährlich werden.

Religion kann keinen Sinn geben, wo keiner ist. Sie kann nur VORgeben, es gäbe ihn.
Wenn sich jemand selbst belügen will, soll er das tun, aber kollektive, weltfremde und in den meisten Fällen lebensfeindliche Selbsteinlullung? Das ist einfach nur gefährlich.
Gwendolan
Gwendolan 15.01.2008 à 22:19
In erster Linie habe ich den Blog eröffnet weil ich gerne über diese kontroversen Themen diskutiere. Und das scheint bislang ja auch ganz gut zu laufen.

Ausserdem habe ich nie behauptet ich wolle niemanden beeinflussen. Ich muss niemanden mit meiner Argumentation überzeugen. Ich finde nur wichtig, dass die Leute etwas mehr darüber nachdenken, was sie eigentlich glauben. Wer sich damit beschäftigt merkt früher oder später selber, wie absurd Religion ist.

Desweiteren kann Religionskritik ja auch ziemlich lustige Seiten annehmen. Vieleicht sollte ich den Unterhaltungsfaktor in Zukunft noch etwas ausbauen, damit die ganze Geschichte nicht zu trocken wird.
Gwendolan
Gwendolan 15.01.2008 à 16:47
Meyers Grosses Taschenlexikon in 25 Bänden (Das ich dass im Wikipediazeitalter noch hier rumstehen habe, lol) meint zu "Religion" (unter anderem):
[frz., von lat. religio "Gottesfurcht"] die, zusammenfassende Bez. für eine Fülle histor. Erscheinungen, denen ein spezif. Bezug zw. "Transzendenten" einerseits und den Menschen andererseits in einer deren Verhalten normativ bestimmenden Weise zugrunde liegt. [...]
Also nix mit A(nti)theismus = Religion, was auch immer deine Maschiene behauptet!
Gwendolan
Gwendolan 15.01.2008 à 12:18
Ach ja, zwei Punkte noch:
@ Menikmati: Wen die religiösen Extremisten in politischen Schlüsselpositionen sind (zB. Präsident der USA) dann ist es relativ irrelevant, dass die anderen 90 % nicht so extrem sind wie sie. Einige meiner Aussagen bezogen sich auf George W. Bush.
@Lenaluna: Du sprichst zwar von Glaube, was du beschreibst hört sich aber mehr nach Spiritualität an.
Gwendolan
Gwendolan 15.01.2008 à 11:45
Was du als Religion anschaust ist immer davon abhängig, wie du Religion definierst. Du kannst auch Kartoffeln essen als Religion definieren. Besonders nahe an der Wortbedeutung bist du dann aber nicht mehr.

Nur weil ich meine Meinung konsequent vertrete bin ich noch lange kein Fanatiker - aber das hängt das wiederum davon ab, wie man Fanatismus definiert...
Gwendolan
Gwendolan 15.01.2008 à 01:07
Ich verwechsle das "Extreme" nicht mit dem "Gemässigten".
Das Gemässigte legt nunmal leider die Grundlage für das Extreme. Wenn gemeinhin akzeptiert wird, dass mit irrationalen Argumenten gekämpft wird, dann kann man Extremisten dies nicht mehr entgegenhalten. Wahrscheinlich müssten die meisten sogenannt "Gemässigten" Christen eigentlich, wenn sie sich wirklich mit den Argumenten beschäftigen würden, zugeben das sie nicht an den biblischen Gott glauben. Heute mögen die Fanatiker in unseren Breitengraden in der Minderheit sein - aber hey, rund 50 % der Amerikaner glauben, dass die Evolution nie stattgefunden hat!
Natürlich geht es bei den meisten Kriegen um Macht. Aber vergiss nicht, irgendwie muss man die Menschen dazu motivieren, für den Machtgewinn eines anderen zu sterben. Und das geht, wie die Geschichte immer wieder zeigt, am einfachsten mit einer intoleranten Ideologie, die den Leuten sagt, sie seien besser als der Rest der Menschheit. Ob das nun Stalinismus oder Katholizismus ist ist völlig egal.
Das mit der "Wahrheit" ist so eine Sache. Eine "wahre" Weltsicht gibt es im Prinzip nicht, da keine Weltsicht die Welt in ihrer Komplettheit erklären kann, auch die wissenschaftliche (noch) nicht. Die Wissenschaft ist allerdings von der Methode her die einzige, welche tatsächlich objektiven Erkenntnissgewinn über unser Universum mit sich bringen kann.
Aber dazu wirds mehr in meinem nächsten Blogpost zu lesen geben.
Menikmati
Menikmati 15.01.2008 à 00:49
was du hier stets verwechselst, ist das extreme mit dem gemässigten. ich auf jeden fall kenne keinen islamisten (ich kenne ein paar), der die heiligen kriege gutheissen würde. ich kenne persönlich auch keine gläubigen christen, die ihre kinder von der offiziellen schule genommen haben, um sie danach 12h am tag mit dem auswendig lernen der zwölf gebote zu knechten. klar wird es sowas geben. es gibt ja auch leute, die aufgrund ihrer erwartung des jüngsten gerichts sich mit benzin übergiessen und dann anzünden..doch wird man diese leute wohl eher in den kreisen expremistischer sekten ausfindig machen und nicht unter der kanzel der kirche fraumünster. mich stört an deiner argumentation, dass du von minderheiten auf ganze weltreligionen schliesst und deine atheistisch-rationelle weltansicht als einzig wahre anpreist.. du witterst schlechtes in jeder ecke, in der es auch nur ein bisschen nach glaube riecht und vergisst dabei, dass 99% aller kriege auf geld, macht und einer gehörigen portion von intoleranz gegenüber anderen kulturen basieren.
Gwendolan
Gwendolan 15.01.2008 à 00:24
Hast du die zweite Hälfte des Posts auch wirklich gelesen? Von "zum Glauben gezwungen" habe ich nichts geschrieben. Dazu, weshalb es eben nicht egal ist, wer an was glaubt, doch so einiges.
Toleranz kann sehr wohl schädlich sein. Wie tolerant soll man gegenüber Leuten sein, die aufgrund alter Bücher die Erkenntnisse der Wissenschaft systematisch verleugnen, ihre Kinder aus der Schule nehmen und ihnen Märchen beibringen? Wie tolerant sollen wir deiner Meinung nach gegenüber einem hasserfüllten Menschenmob sein der marodierend durch die Strassen zieht und den Tod irgendwelcher Cartoonisten fordert? Wie tolerant sollen wir gegenüber Menschen sein die glauben, das jüngste Gericht komme ohnehin bald und wir könnten deswegen mit unserem Planeten anstellen, was wir wollten? Wie tolerant gegenüber der Glaubensvorstellung von Menschen, die aus dem selben Grund am liebsten einen kleinen Atomkrieg anzetteln würden, um dem ganzen ein bischen nachzuhelfen?
Es gibt auch falsche Toleranz!
Wenn jemand so schwach ist dass er das Leben nicht erträgt ohne sich selbst zu belügen soll er das tun - aber von mir kriegt er sicher keinen Respekt dafür.
Gemeinschaft ist wichtig, aber es gibt keinen vernünftigen Grund weshalb man eine Gemeinschaft auf irrationalen Behauptungen über die Beschaffenheit unserer Welt basieren müsste.
Menikmati
Menikmati 14.01.2008 à 21:35
kannst du mir mal verraten, inwiefern dich diese religionen auf eine negative weise tangieren? dir muss es doch eigentlich egal sein, wer hier an was glaubt (das hat nichts mit gleichgültigkeit zu tun). die menschen suchen in ihrem leben nach etwas, an das sie glauben können. das gibt ihnen halt. früher war die auswahlmöglichkeit an was man glauben und für was man leben konnte noch wesentlich beschränkter als heute. da gab es noch keine sportvereine, wo man sich die belastenden gedanken ausm alltag boxen konnte, da gab es noch kein frauenkränzchen, wo man sich den gleichförmigen alltag durch banales geschnatter etwas süsslicher gestalten konnte. es gab auch noch kein internet, wo man innerhalb von wenigen mausklicks auf gleichgesinnte (oder eben auch nicht gleichgesinnte) traf und sich mit denen austauschen konnte. die welt war hart und ungerecht und wenn man nicht dazugehörte, wurde man möglicherweise auf einem scheiterhaufen als hexe vebrannt

was ich damit sagen will ist, das menschen nach halt, sinn und geborgenheit suchen. die meisten von uns haben es nicht mehr nötig, sich dieses gefühl von gemeinschaftlichkeit in der kirche zu holen. sie würden es womöglich dort auch nicht mehr finden, weil sie nicht nachvollziehen können, das irgendein dahergelaufener opa es einem nicht erlauben will, sich ein gummi über den schwanz zu ziehen. die kriche ist für die meisten jungen leute veraltet und schrecklich uncool. deshalb werden sie in ihrem leben auch kaum einmal mehr die bibel lesen um vielleicht zu verstehen, das dort nicht NUR von der einzig waren erlösung und von einem typen gepredigt wird, dem superheilkräfte nachgesagt werden. und diejenigen die es trotzdem tun, gehören sicherlich auch nicht zu einer spezies, die von der achso unabhängigen gesellschaft gefürchtet werden muss (zB. sieber mit seinen obdachlosen). sie sind auch nicht dumm oder naiv, nein, sie suchen wahrscheinlich bloss etwas, an das sie sich halten können. atheismus zu predigen empfinde ich als extremst sinnlos, weil jedem mensch die freiheit gelassen werden sollte, an wen oder was er glaubt. toleranz hat noch nie geschadet. und komm mir jetzt nicht damit, dass heute noch irgendwer von einer kirche (nicht sekte, nicht freikirche) zum glauben gezwungen wird. es werden auch keine hexen mehr verbrannt..
Gwendolan
Gwendolan 14.01.2008 à 21:12
Erwecke ich einen unglücklichen Eindruck? Dann mache ich etwas falsch, das bin ich nämlich nicht. Ich bin durchaus auch glücklich und zufrieden.
Ein unbeschwertes Leben hingegen halte ich in dieser Welt für relativ schwierig - ausser man verschliesst seine Augen vor ihr.
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