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Je ne le dévoile pas

Sharia in Europa?

Sharia in Europa?

11.02.2008 à 19:51

Sicherlich erinnert ihr euch noch an den Skandal, als vor kurzem eine deutsche Richterin für die Klärung eheinterner Verhältnisse die islamische Sharia beigezogen hat. In der gutrömischen Manier des Personalprinzips hat das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Gandalf der Unweise, äh, der der Erzbischof von Canterbury, nun vor ein paar Tage vorgeschlagen, eventuell wäre es besser wenn die Muslime in gewissen Angelegenheiten eigene, religiöse Sharia-Gerichte hätten, anstatt die gewöhnlichen staatlichen Gerichte. Ein Versuch in Kanada, wo religiöse Gemeinschaften „häusliche Dispute“ vor eigenen religiösen Schiedsgerichten ausfechten konnten, wurde zum inzwischen wieder abgebrochen – in erster Linie wegen der Sharia. Das hat nichts mit Islamophobie zu tun. Die Sharia ist – egal in welcher Form! – mit einem Rechtsstaat unvereinbar. Da es dabei um göttliches Recht handelt kann sie nicht kodifiziert werden, hängt also immer von der jeweiligen Interpretation der „heiligen“ Schriften ab. Desweiteren schert sie sich nicht um Staatsgrenzen – so war es denn auch möglich, dass zum Beispiel im Fall der „Gotteslästerung“ durch den Briten Salman Rushdie mit seinem Buch „Die Satanischen Verse“, der Iranische Khomeini eine Fatwa (Todesstrafe) gegen ihn erlassen konnte, ohne dass Salman Rushdie je einen Fuss in den Iran gesetzt hätte. Von Konzept und Inhalt her ist das Sharia-Recht in keiner Hinsicht mit unseren aufgeklärten, westlichen Werten vereinbar – es widerspricht fundamentalen Menschenrechten wie der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, dem Folterverbot, der Glaubensfreiheit. „Wehret den Anfängen!“, kann man da nur sagen. Keinesfalls darf im Namen der Toleranz zugelassen werden, dass solch intolerante, verfassungswidrige, menschenverachtende religiöse Rechtssysteme in Europäischen Staaten Fuss fassen.Hier noch Pat Condells Kommentar zum „Sharia fiasco“:

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Gwendolan
Gwendolan 12.03.2008 à 21:56
Naja, es ist halt ein bischen ein Problem, dass viele Ressentiments gegen Muslime tatsächlich aus Rechtspopulistischem Umfeld kommen. Von dem her wird man wohl auch hierzulande selbst bei rationaler Kritik schnell in diese Ecke geschoben.

Zum Beispiel finde ich eine Minarettinitiative völlig absurd - das Problem sind doch nicht die verfluchten Türmchen, das Problem liegt wo anders. Und wenn schon, müsste man Kirchen- und Synagogentürme gleich mitverbieten.
Hierzulande werden nicht nur Gläubige vom Schwimmunterricht, sondern schon seit Urzeiten auch Geistliche vom Militärdienst befreit - weshalb eigentlich? Ich werde da nächstens mal noch einen saftigen Beitrag zu verfassen...
Heimleitung
Heimleitung 12.03.2008 à 10:18
Das Schönste an jeder Art von Glaubensgemeinschaft ist und bleibt doch ihre selbst proklamierte Unantastbarkeit, die jedem Außenstehenden verbietet, Kritik an ihr zu üben.
In Deutschland (ich weiß nicht, wie dies in der Schweiz ist?) handelt man sich grundsätzlich den Nazi-Vorwurf ein, äußert man sich negativ oder kritisch zu einer Glaubensrichtung oder selbsterfundenen Minderheit.
Vielleicht sollte ich mir auch einfach ein paar Maximen ausdenken, die mein Handeln aus sich selbst heraus rechtfertigen? Ich könnte den Professoren erzählen, dass es meine Religion nicht gestattet, mir schlechtere Noten als "gut" für meine Klausuren zu erteilen, da ansonsten meine religiösen Gefühle verletzt würden!
Religionszugehörigkeit verschafft ihren Anhängern eine Rüstung, die nicht durchbrochen werden darf.
Wenn ich mich z. B. darüber ereifere, dass ein muslimes Mädchen in Deutschland nicht am Schwimmunterricht teilnehmen darf, weil die Religion ihrer Eltern das nicht zulässt, wird jegliche Diskussion auf Sachebene gleich blockiert und stattdessen Toleranz von mir verlangt. Mit welchem Recht?
Wenn ich Kinder hätte und diese nicht an bestimmten Unterrichten teilnehmen ließe, bekämen diese einfach eine schlechte Note und ich vermutlich Besuch von Jugendamt, das mir vorwürfe, meine Kinder zu vernachlässigen oder schlicht nicht ganz bei Trost zu sein. Sobald man aber den Deckmantel des Glaubens über sein Handeln streift, ist alles erlaubt?