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Je ne le dévoile pas

Bald Scharia in England?

Bald Scharia in England?

05.07.2008 à 13:46

Heutiger Stein des Anstosses:

NZZ-Artikel

Der oberste Richter Englands will die Sharia zur Schlichtung interner Streitigkeiten unter Muslimen zulassen.

"Kritiker der Scharia-Anwendung liessen ausser Acht, dass beide Parteien in einem Streitfall einer solchen Lösung zustimmen müssten, sagte er. Der Vorsitzende Richter des Schiedsgerichts, Shamim Qureshi, erklärte, der Einsatz der Scharia könnte bei Streitigkeiten um Zwangsehen sinnvoll sein."

Ja. Ausgerechnet bei Zwangsehen macht es natürlich sehr viel Sinn. Denn jemanden, den man zu einer Ehe zwingen kann, den kann man ja unmöglich zu einer Schiedsklausel zwingen oder?

Die Sharia (auch und gerade in ihren Grundsätzen) IST mit einem säkularen Rechtsstaat unvereinbar, inkompatibel und hat dort absolut nichts verloren. Ich stehe ja politisch eher links, aber soviel falsch verstandene Toleranz - da wird mir ganz übel. Wehret den Anfängen.

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Gwendolan
Gwendolan 13.07.2008 à 18:03
Ja klar, ich denke auch, dass jeder rumlaufen dürfen soll, wie er will. Ob eine Frau ein Kreuz um den Hals, ein Tuch auf dem Kopf oder magische Mormonenunterwäsche tragen will, muss sie selbst entscheiden können. Kopftuchverbote halte ich für den falschen Weg, auch wenn man hier natürlich nicht ganz zu unrecht argumentiert wird, die betroffenen Frauen würden die ihre Häupter auch nicht immer wirklich freiwillig bedecken. Säkularismus und auch Laizismus haben sich auf den Staat zu beschränken und dem Privaten nichts vorzuschreiben. Als Lehrer halte ich jemand mit einem fetten Kreuz um den Hals oder einem Kopftuch oder Mormonenunterwäsche ohnehin generell für ungeeignet, aber das ist meine persönliche Meinung.

Wichtig finde ich allerdings, dass zum Beispiel öffentliche Schulen und sonstige Bauten frei von religiöser Symbolik sind (also keine Kreuze an der Wand etc.).

Inwiefern die EU religiös geprägt ist, weiss ich nicht. Aber zumindest ein starker Player ist das sehr säkulare/laizistische Frankreich. Die Gesetze in Europa sind bis auf einige Reste auch ziemlich säkular. Es gilt nur, genau diese Reste noch zu beseitigen (z.B: Gott aus der Präambel unserer Verfassung streichen; StGB 261 ersatzlos streichen; juristische Personen von der Kirchensteuer befreien wie sie manche Kantone noch einziehen; generell dafür sorgen, dass alle religiösen Vereine unabhängig von historischer Verwobenheit mit einem Staat ihre Mitgliederbeiträge gefälligst selbst eintreiben; etc.)
arnolsa0
arnolsa0 13.07.2008 à 17:50
Das wusste ich gar nicht Das mit dem Säkularisieren finde ich auch sehr wichtig. Aber leider haben wir das Problem auf internationaler Ebene (EU) das sich Gesetze dort primär auf die christlichen/protestantischen Rechtssysteme der Mitgliedstaaten stützen und daher noch nicht genug säkularisiert sind. (Doch zunehmenst mit Beispielfällen säkularisiert wird, wegen dem internaionalen Druck) Also müsste man zuerst dort als Vorreiter anfangen. Dabei ist für mich das Prinzip der Glaubensfreiheit ein sehr heikler Punkt. Du hast sicher auch die Kontroverse an einer türkischen Uni verfolgt, bei der ein Mädchen verwiesen wurde, weil sie dem Kopftuchverbot trotzte. Ich glaube aber der internationale Gerichtshof hat ihr recht gegeben und sie durfte weiterhin ihr Kopftuch anbehalten. Damit meine ich nur, wenn man es mit dem Säkularismus zu weit treibt kann das sehr schnell in die persönliche Integrität der Leute gehen. Also schwieriger als es auf den ersten Blick aussieht, denn wenns um den Glauben geht reagieren (wegen Knappheit von rationellen Argumenten) Gläubige sehr emotional.
Gwendolan
Gwendolan 10.07.2008 à 19:27
@arnolsa: Zumindest steuerlich werden Eheleute gegenüber dem Konkubinat ziemlich stark benachteiligt.

Genau aus dem Grund, das auch im Westen manche Gesetze noch religiöse Spuren aufweisen, ist es wichtig, diese noch komplett zu säkularisieren. Wobei die Institution der Ehe, welche du erwähnt hast, gerade nichts christliches ist. Die gab es schon immer und in den verschiedensten Kulturen.
arnolsa0
arnolsa0 10.07.2008 à 06:39
Du hast insofern recht, dass unser Rechtssystem auch für andere Kulturen mittels Vernunft sehr gut nachvollziehbar ist. Das spricht für das westliche Denken und man kann es somit auch auf alle anwenden, damit keine Sonderbehandlungen geschehen. Doch nicht alle Rechtssysteme bauen auf die uns heilige Logik der Vernunft. Die Sharia ist das perfekte Beispiel dafür, dass gewisse Kulturen Gerechtigkeit als religiöses und nicht als gerechtes/ vernünftiges Urteil verstehen. Vielleicht liegt es an der Moderne, dass wir nicht mehr so wert auf die Religion legen, aber im Grunde sind viele Gesetze auch bei uns religiösen Ursprungs. Oder wieso werden Eheleute rechtlich gegenüber Konkubinaten begünstigt? Vielleicht sollten wir uns wieder unseren Ursprungs erinnern, bevor wir andere Verurteilen...
Gwendolan
Gwendolan 07.07.2008 à 18:05
Solange die Werte vernünftig sind, kann sie auch jeder begreiffen und verinnerlichen. Werden sie allerdings nicht mittels Vernunft, sondern irgendwelchen Glaubensinhalten begründet ("Fairness ist eine Christliche Tugend, deshalb müssen wir uns daran halten"), dann wird sie ein Angehöriger eines anderen Glaubenssystems natürlich nicht akzeptieren können.

Rein psychologisch hast du wohl recht, aber um so wichtiger ist es, keine Parallelgesellschaften mit eigenen Schulen etc. entstehen zu lassen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die in Europa geborenen Kinder auch europäische, moderne und vernünftige Werte verinnerlichen.
arnolsa0
arnolsa0 07.07.2008 à 17:47
genau, es liegt an den Werten. Doch ich frage mich wie man moralische Grundwerte (wie den Sinn für wertgerechte Gerechtigkeit) jemanden beibringen kann, der schon andere Werte verinnerlicht hat. Die neuen werden ihm immer fremd erscheinen und er kann sie nicht als gerecht empfinden.
arnolsa0
arnolsa0 06.07.2008 à 06:46
Schon als der Bishop of Canterburry sich neben der existierenden Parallelgesellschaft in England für einen parallel Rechtstaat aussprach, dachte ich mir dass das nen Stein ins rollen bringen würde. Eigentlich finde ich die Diskussion positiv, obwohl die Einführung der Sharia vielleicht ein sehr extremer Schritt wäre und nicht gerade kompatibel mit dem westlichen Rechtsverständnis. Es ist klar ein Problem, dass die schlecht integrierten Pakistani und Iraker in England die Justiz für ungerecht empfinden und somit eigene (natürlich illegitime) Tribunale durchführen. Klar muss da gehandelt werden, sonst geht das Monopol des Staates verloren und damit auch seine Existenzgrundlage.
Nur wäre es schwer durchführbar im sowieso schon unübersichtlichen bristischen Rechtssystem, wenn jede Glaubens-/ Wertegemeinschaft eigene Gesetze hätte. Es ist nicht ein primäres Rechtsproblem sondern ein Integrationsproblem. Die Politik in England versagt bei der Intergration schon seit langen und mit der Zeit werden die kleinen "Staaten" im Staat mächtiger...
Topdog
Topdog 06.07.2008 à 00:44
Aye, hätte meine Worte bedachte wählen sollen, hätte sagen sollen das ich es bedenklich finde das über eine rechtsform diskutiert wird ,die sehr leicht dazu benutzt werden kann,Minderheiten zu diskriminieren und zu verfolgen erst recht an einem Ort an dem man mit diesen Traditionen nicht sehr vertraut ist.
Ach und double ,für mich gibt es Menschen die bereits jede Würde verloren haben und was mit diesen geschieht ist mir auch recht egal.
Gwendolan
Gwendolan 05.07.2008 à 17:02
Da gebe ich doblewe absolut Recht. Was die deutsche Polizei gemacht hat, ist sehr problematisch. Es ist eines der schwierigsten moralischen Dilemmen, welche wir in unserer Zeit zu lösen haben. Und vor allem hat es nichts, aber nun wirklich gar nichts mit der Einführung der Sharia in England zu tun.
Topdog
Topdog 05.07.2008 à 16:29
nun sind wir schon am Ende,Moral und Grundrechte (die natürliche von den edelsten und fairsten der Menschen gemacht sind),da kannst dich bis ans Ende aller Tage streiten,fakt ist währe dies mein Kind gewesen,wäre die Androhung von Folter noch das geringste gewesen.Tolle Grundrechte lassen es überhaupt zu das die widerlichste Menschen sich hinter ihnen verstecken können,aber ist gut sollte net ausarten.
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