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Billets de blog - Mars 2009

xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH

xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH

moins de 1 ansColonnes

11 Fragen an eine Fastende, die mit ihrem Fastenlatein fast am Ende ist



1. Ist es nicht nur am Anfang schwer und dann immer leichter?
Das einzige, was leichter wird, ist mein Körpergewicht. Ich esse gerne. Ich liebe den Duft von frisch gebackenem Holzofen-Bauernbrot. Der Verzicht auf Verkostung desselben fällt mir bei jedem Mal schwerer.
2. Ist Fasten meditativ?
Etwa so meditativ wie der immer flüssiger werdende Stuhlgang.
3. Hast du keinen Hunger?
Hast du keinen Verstand? wäre die einzig vernünftige Gegenfrage darauf. Natürlich hab ich Hunger. Aber das haben Millionen anderer Menschen auch. Im Gegensatz zu mir jedoch unfreiwillig. Kein Grund für Mitleid also.
4. Fastet der Bärtige auch mit?
Menstruiert er mit mir? Teilt er mein PMS? Enthaart er sich die Beine? Wird er dereinst mit mir Presswehen ausstehen? Die Antwort ist: Nein.
5. Schlägst du aus der Familie, dass du so dick geworden bist?
Mein Vater ist Landwirt und verbraucht pro Tag ca. 6000 Kilokalorien. Meine Mutter und meine Schwestern fasten bereits, seit sie nicht mehr an der Schoppenflasche hängen. Ich habe mich ernährungstechnisch leider immer an meinem Vater orientiert.
6. Trinkst du nur Wasser?
6 Wochen lang? Würde ich das überleben? Ich bin eine arbeitende, studierende, haushaltende, schreibende, aktive Person. Noch lebe ich.
7. Fasten und gleichzeitig aufhören zu rauchen, geht das?
Es muss wohl. Was wäre schon ein Fasten, wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollte und die eine Sucht mit der anderen substituierte? Katholischerweise müsste ich sogar noch auf ganz andere Genüsse verzichten.
8. Fastest du aus spirituellen Gründen oder willst du auch abnehmen?
Diese Frage an eine 100kg-Frau gerichtet ist etwa genauso überflüssig wie ihre 35 kg Übergewicht.
9. Hast du wirklich eine Darmspülung gemacht?
Heisse ich wirklich "on tour" mit Nachnamen?
10. Macht es dir nichts aus, den anderen beim Essen zuzuschauen und selber nichts zu essen?
Sie mussten mir wohl auch genügend oft beim Essen zuschauen, während sie nichts assen. Sonst wäre es nicht so weit gekommen.
11. Ist es geschickt, während des Fastens Engagements anzunehmen, bei denen die Verpflegung Teil der Gage ist?
Nein.


28. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Gibt es eigentlich irgendein Gemüse, das sich nicht zu Suppe verkochen liesse?
Zur Leibesertüchtigung: Brav morgens und abends mein Rücken- und Bauchmuskulaturtraining absolviert.
Sünden: Teigschüssel ausgeleckt


29. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost mit Essig
Zur Leibesertüchtigung: Bauch-Rücken-Beine: Ich hab da ja Muskeln, vo denen ich gar nichts wusste ...
Sünden: Nebst Essig ist mir das eine oder andere Tröpfchen Olivenöl auf die Salatblättchen gerutscht.

30. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft, Früchte und zuckerfreie Masse (Pudding oder Crème-Ersatz)
Zur Leibesertüchtigung: Mein neu aufgenommenes tägliches Bauch- und Rückentraining
Sünden: Lifestyle-Weight-Watchers-Dessert-Produkte gehören, wenn auch kalorienereduziert, nicht unbedingt in die Fasten-Palette ...

31. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Salatbuffet …
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, schweisstreibendes Unterrichten samt Elterngesprächen
Sünden: Indische GemüseCREME-Suppe. Mhhh. In Indien wäre dies bestimmt keine Sünde. War schliesslich kein Rindfleisch drin.

32. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25,5kg
Zum leiblichen Wohl: Siehe Sünden
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, Beschwerliche Reise aufs Land
Sünden: Was soll man denn bitteschön anderes tun, als sich zu versündigen, wenn man eine kulinarische Reise moderiert und liest und der 6-Gänger Teil der Gage ist?

33. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25,5kg
Zum leiblichen Wohl: Bouillon, Salat, Apfelcurrysuppe
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, zu Bett bringen (d.h. erstmal eine halbe Stunde Fangis spielen) von Neffe und Gottimädchen. Die Ausdauer von Kindergärtlern ist ncht zu unterschätzen!
Sünden: Hab für meine Verwandtschaft gekocht und musste natürlich probieren ...

34. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25kg
Zum leiblichen Wohl: siehe Sünden
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training
Sünden: siehe zum leiblichen Wohl

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH

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moins de 1 ansColonnes

20. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29 kg
Zum leiblichen Wohl: Scheussliches Grünzeugs
Zur Leibesertüchtigung: 15 Minuten auf dem Rücken gelegen wie Gregor Samsa. Die Sit-ups wollten einfach nicht kommen.
Sünden: Siehe Leibesertüchtigung


21. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 28,5kg
Zum leiblichen Wohl: Salat und Rüeblisuppe
Zur Leibesertüchtigung: Kampfschlitteln gegen meine Schüler. Natürlich habe ich gewonnen. Manchmal sind 28 Kilo zuviel eben gerade richtig. Der Gravitationskraft sei Dank!
Sünden: Die Bedienung im Bergrestaurant meinte es durchaus ernst, als sie mir höflich rahm-freie Rüeblirahmsuppe und saucen-losen Salat anbot. Sie konnte gewiss nichts dafür, dass “rahm-frei” einfach “ohne löffelweise Schlagrahm obendrauf, aber mit viel ungeschlagenem Rahm drin” bedeutet und dass die beiden hübsch gestalteten Gwürzflaschen (V=Vinaigre, O=Oel?) falsch beschriftet waren. So kriegte ich für einmal Fett satt, statt mein Fett weg.

22. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 28 kg
Zum leiblichen Wohl: Garantiert rahmfreie Gemüsepappesuppe
Zur Leibesertüchtigung: Der Muskelkater miaute mir kläglich aus dem Hintern und verbot mir jeglichen Sport
Sünden: Statt mein Referat vorzubereiten, bestritt ich Privatfernsehsender-Sendungen.

23. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Zur Feier des Tages und weil ich meiner Nase und Blase etwas bittere Kost gönnen wollte, gab es Spargeln mit Magerjoghurt-Sauce. Himmlisch. Höllisch hingegen der Gestank beim Urin-Ausschank …
Zur Leibesertüchtigung: Wieder meinen Drahtesel geritten
Sünden: Siehe Leibesertüchtigung, ersetze “Draht” mit “Bärtigen” (der ist übrigens auch drahtig, der Bart des Bärtigen und der Bärtige selbst wird immer drahtiger. Es fastet fast mit. Nur fast). Eigentlich bin ich eine gute Katholikin.

24. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27kg
Zum leiblichen Wohl: Keine Zeit, nur Coca light
Zur Leibesertüchtigung: Hin mit dem Velo, rein in die Uni, Referat gehalten, raus aus der Uni, zurück mit Velo, hin mit Velo, Hauptprobe, zurück mit Velo, hin mit Velo, rauf auf die Bühne, Slammen, runter von der Bühne, zurück mit Velo.
Sünden: Ein Danemann-Sweet Stümpli. I didn’t inhale. Und stolz war ich, eitel. Totsünde.

25. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27kg
Zum leiblichen Wohl: Ayurveda-Küche. Vegan. Aber nur fast fasten-tauglich. Immer noch besser als Fast-Food.
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren mit dem Bärtigen
Sünden: Der Bärtige hat mir einen indischen Abend geschenkt. Indisches Essen (siehe oben) und sogar einige Reiskörner. Schande über mich. Danach Slumdog-Millionaire. (Jaja, ich weiss, besser spät als nie, hatte bisher keine Zeit... ) das Kamasutra hingegen haben wir katholisch-keusch weggelassen.

26. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5kg
Zum leiblichen Wohl: Spinatsuppe, Fruchtsaft
Zur Leibesertüchtigung: Am 7. Tage sollst du ruhn ...
Sünden: Brotbrösmeli in der Suppe. Ich brachte es nicht übers Herz, sie wegzuwerfen.

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xSÜNDEr: FAST EiN TAGEBUCH

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moins de 1 ansColonnes

13. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31 kg
Zum leiblichen Wohl: Süppli und Salötli
Zur Leibesertüchtigung: Ein Modeljob auf dem Hometrainer. Thema: Milch
Sünden: Lasziv Milch getrunken. Aber Vorsicht: Milch macht magere Mädels mollig!


14. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31kg
Zum leiblichen Wohl: Gurkensaft, Gurkenscheiben, Wasser
Zur Leibesertüchtigung: 20 Minuten spazieren. Wenig. Aber immerhin.
Sünden: Lektüre eines kulinarischen Buches mit anschliessendem erhöhten Speichelfluss

15. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft, Saft, Saft
Zur Leibesertüchtigung: Kampftippen, um endlich die Seminararbeit zu beenden
Sünden: Es sind nun zwei Wochen, seit ich mit Fasten begonnen habe. Es war also höchste Zeit für den berühmt-berüchtigten bulimischen Fressanfall. Er kam. Und wie! Eine halbe Ananas, zwei ganze Kiwis samt Stachehaut, ein Liter Gemüsesuppe, der vom Mittag übrig war, ein ganzer Becher Magerjogurt und ein Liter reiner Fruchtsaft gaben sich die Ehre. Ein solch volles Haus hatte mein Magen schon länger nicht mehr. Ich tröstete mich damit, dass eine einzige Portion Pommes mehr Kalorien hat und ging völlig reinen Gewissens, buss- und sündenfrei zu Bett, wo ich träumte, in einer riesigen Schüssel Fruchtsalat kläglich zu ersaufen.

16. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft
Zur Leibesertüchtigung: 15 Minuten auf dem Velo
Sünden: “Sie Frau Lehrerin, darf ich mein Znüni noch fertig essen?”- “Nein” - “Aber …” - “Nichts aber. Ich will weder ein Lebensmittel sehen, riechen noch jemanden kauen hören. Sonst gibt’s Arrest. Und wer von Essen spricht, kriegt auch Arrest. Und überhaupt haltet ihr bis Ostern am besten euren Mund!”

17. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesuppe, 3 Liter Hahnenburger, Tee
Zur Leibesertüchtigung: Manche Frauen meinen, sie seien multi-tasking-fähig. Sie telefonieren beim Tramfahren, lesen gleichzeitig und verpassen die Haltestelle. Dafür dürfen sie dann zu Fuss zurück. Glück gehabt.
Sünden: Ich habe etwas “RAMA- rein pflanzliches, kalorienreduziertes Rahmersatzprodukt” in die Suppe gekippt. Ich konnte einfach nicht widerstehen.

18. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29,5kg
Zum leiblichen Wohl: Cherrytomätchen und Erdbeerscheibchen mangels entsprechendem Saft.
Zur Leibesertüchtigung: Mit dem Velo zum Lift. Lift defekt, da in der Mitte stehengeblieben, weil einige Jugendliche ihn zwecks Liftparty angehalten haben. Velo abgestellt, zu Fuss Berg hinan in die Stadt. Zug verpasst, Spaziergang. Mit dem Zug in die nächste Stadt. Die Schwangere holt uns netterweise ab. Party beim Güüggi (der Güüggi ist Psychologe und Saxophonist und heisst eigentlich Güggenberger).
Zu Fuss in die nächste Stadt zurück. Keine ÖV. Schweineteueres Taxi bis zum Velo. Mit dem Velo nach Hause. Blasen an den Füssen.
Sünden: Ich hab die Mami und die Schwangere verflucht und zum Teufel gejagt, samt demTaxifahrer, dem Bärtigen (mit seinem horrenden Marschtempo) die Schuhfabrikanten, Gott, die Welt, den Güüggi, welcher mich psychoanalisieren wollte. Beim Fasten verliert man nicht nur Kilos, sondern auch Freunde (Genaueres hier).

19. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29kg
Zum leiblichen Wohl: Ich war dieses Wochenende an 4 Partys (klein, familiär, man sitzt am Tisch, isst, isst, isst, trinkt viel Alkohol und raucht dann und wann eine.) Ich blieb hart. Fastend. Fast. Der kalten Gemüsesuppe konnte ich nicht widerstehen, obwohl sie Kartoffeln enthielt.
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren mit Blasen an den Füssen. Busse für die Kartoffeln.
Sünden: Suppe mit Kartoffeln. Welch ein Genuss!

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Todesstrafe für Mörder! Todesstrafe für Amokläufer!

Todesstrafe für Mörder! Todesstrafe für Amokläufer!

moins de 1 ans

Todesstrafe für Kinderschänder! Todesstrafe für Pädophile und Perverslinge!
Wisst ihr eigentlich, wie viel uns solche preversen Menschen (eigentlich sind das ja keine Menschen, sondern Tiere, Monster) täglich kosten, wenn sie im Gefängnis sind? Wusstet ihr, dass die da Kabelfernsehen, Computer Fitnesszenter und teilweise sogar Prostituierte haben? Wie viele hartarbeitende, anständige, nicht-kriminelle Familienväter wären froh, wenn sie sich nur einmal im Leben eine Prostituierte leisten könnten!
Die traurige Wahrheit ist, dass wir solchen Ungeheuern einen Luxusaufenthalt finanzieren und das mit unseren Steuergeldern. Dabei ist jedes anständige Rechtssystem auf Symmetrie aufgebaut. Der Täter soll das durchmachen müssen, was er dem Opfer antat. Im Iran wurden kürzlich einem Frauenschänder, der einer Frau die Augen mit Säure verätzt hat, ebenfalls die Augen verätzt. Allerdings vorerst nur eines, weil sie ja nur eine Frau war. Für 30'000 Franken konnte sie ihm dann auch das zweite verätzen lassen.
Und wie schnell hätten wir über Facebook doch 30'000 Franken beisammen, um einem Perversling beide Eier abzuschneiden, bevor wir ihn auf dem Stuhl rösten! Auge um Auge.
Ein Amokläufer sollte zusehen müssen, wie zuerst seine Familie niedergemäht wird und unter Schmerzen krepiert, bevor er selbst den erlösenden Schuss bekommt. Etwas leiden sollte er allerdings schon noch.
Da die Todesstrafe leider teuerer kommt als ein Luxusgefängnisaufenthalt (das wissen wir vom grossen Bruder Uncle Sam) wäre die Einführung der Sharia angebracht.
Risikogruppen, psychisch Kranke, Kriminelle, Raser, potenzielle Mörder und Amokläufer sollte man vorsorglich verwahren, damit es gar nie soweit kommt. Wenn man den Statistiken glaubt, wären das dann vor allem Aussenseiter, liebe Onkel, Ausländer, Väter, Investmentbanker, Schüler und eigentlich sowieso alle Männer. Und da die Verwahrung noch teurer ist als die Todesstrafe, sollten Risikogruppen gar nicht erst geboren werden. Also Frauen, schaut zu, dass ihr nur Mädchen zur Welt bringt! Wie friedlich wär doch unser Land.
Falls uns in einer solch friedlichen Welt dann doch langweilig wird, können wir uns mit Indien und China zusammentun, damit zumindest die Geschlechtersymmetrie wieder stimmt.

.....

Achtung: Satire! Mehr dazu (Klick) ... Über mich (Klick) ...

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Die Leichenfledderer der Lucie T.

Die Leichenfledderer der Lucie T.

moins de 1 ans

Am Morgen schellt das Telefon. "Hi, hier ist Martin Gansinger, hast du schon gehört?" - " Ach, du bist es! Der Journi! Was soll ich gehört haben?" - "Ja, die Lucie, da bei dir! Die Entführte! Kann ich dich interviewen?" - "Was hat diese Entführte mit mir zu tun?" - "Du wohnst doch da! Hast du nichts gesehen?" - "Nein, hab ich nicht, sorry, da musst du wohl andere fragen, viel Glück!"

Langsam dämmert mir, weshalb unten auf dem Parkplatz die Polizei steht. Und SF. Und Tele Züri. Und Tele M1 und wie sie alle heissen. Deshalb gleicht unsere Strasse einem zoologischen Garten und die Journalisten- und Gaffermeute starrt mit offenen Mündern und Fragezeichen in den Augen an unsere Fenster.
Manchmal geht jemand raus. Manchmal gibt jemand ein Interview. Die plötzliche Trauer um das mir unbekannte Mädchen kommt unerwartet und heftig.
Ich schliess die Fensterläden und schau mir die Pressekonferenz im Lokalsender an. Live.

Lu 1144 fois | 14 Commentaires
xSÜNDEr: FAST EiN TAGEBUCH

xSÜNDEr: FAST EiN TAGEBUCH

moins de 1 ansColonnes

Jede Frau hat Freundinnen. Best friends forever nennen sie sich zärtlich-pubertär. Dumme Sau nannten die Blonde und ich uns gegenseitig. In unseren Ohren mag das wohl rebellisch geklungen haben. Die dumme Sau ist die Bitch von gestern.
Die Blonde hat inzwischen ins medizinische Fach gewechselt und jegliche schweinischen Attribute verloren. Natürlich ist sie meine Ernährungsberaterin, momentan in dieser Funktion eher unterbeschäftigt, was gibt es schon zu beraten bei Wasser und Fruchtsaft? Deshalb wird nun die grosse Artillerie aufgefahren, die Blonde verschreibt mir zur Entgiftung, als idealer Einstieg in eine Fasten- und Entschlackungskur kurzerhand einen Einlauf. Eine Darmspülung. Diese ist noch weit weniger sexy als sie sich anhört.
Na, gute Frau, bei Ihnen müssen wir wohl zweimal drüber, meint der Arzt und tätschelt mir beschwichtigend die nackten Hinterbacken. Dann lacht er diabolisch, rammt den Schlauch in meinen Unterleib und pumpt mich voll. Ich fühle mich wie ein brennendes Hochhaus, bei dem alle Leute zur kleinen Hintertür herausdrängen, weil das Hauptportal verstopft ist.
Nun liege ich auf dem Bauch, defloriert, gespült, gefoltert, gedemütigt und die nächsten drei Tage krankgeschrieben. Der Arzt war ein sadistisches Monster, der wohl in Abu Ghraib ausgemustert worden war. Die Blonde aber verdient nur einen Titel. Dumme Sau. Forever.

6. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 33,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Rohe Frucht- und Gemüsestücklein
Zur Leibesertüchtigung: War beim Zahnarzt. Aber kein Sex diesmal.
Sünden: Nach der Mund-Tortur torkelte ich mit gefühlloser Zunge durch den Coop an die Käsetheke und schnupperte. Schnüffelte. Zog mir diesen Geruch, irgendwo zwischen Schweissfüssen und Ziegenstall, in meine bebenden Nüstern (Fortsetzung hier).
7. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 32,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost in Form von saucenfreien grünen Salatblättern (und siehe Sünden)
Zur Leibesertüchtigung: Velo gefahren, auf den Zug gesecklet, an die Uni, in der Schule herumgesecklet, den Schülern hintendreingesecklet, (Sie Frau Lehrerin, was riecht hier so stark? Mein Deo. Warum? Ohne würd’s noch stärker riechen, darum.)
Sünden: Frevel, Tod und Teufel! Nie habe ich ein einziges, sündhaftes Falavel-Kügelchen in so viele kleinste Teile zerlegt. Höllisch himmlisch! …
8. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft, Saft, Saft
Zur Leibesertüchtigung: Nichts, aber dabei gelitten wie ein Schwein.
Sünden: Keine Sünden, aber Vergeltung. Abbitte. Busse. Strafe. Für mein frevelhaftes Falafel gestern. Der Rücken hat mir gemeldet, dass auch ein 32-Kilo-Rucksack eindeutig zu schwer ist. Zumal er nicht am Rücken hängt.
9. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesaft. Wääk.
Zur Leibesertüchtigung: Ausrede: Immer noch intensive Rückenschmerzen
Sünden: Tatsächlich vor Schmerzen 1 Stunde Schule ausfallen lassen. Weichei?
10. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5
Zum leiblichen Wohl: Kenne inzwischen jeden Saftladen der Stadt ...
Zur Leibesertüchtigung: Hmm ..
Sünden: Müssiggang ist aller Laster Anfang.
11. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5
Zum leiblichen Wohl: Suppe aus Biotta-Saft. Die einzige Möglichkeit, das Zeugs runterzuwürgen.
Zur Leibesertüchtigung: Powershopping.
Sünden: Im Kino ein Säftli MIT Zucker getrunken.
12. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost-Salätchen
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren. Mindestens eine Dreiviertelstunde.
Sünden: 10 Tassen Kaffee bei der Mutter des Bärtigen. Die hatte Geburtstag und es gab Kuchen, Chips, Torte, Guetsli, Schoggi. Für mich gab's Kaffee. Immerhin ...

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