1:0 - Die Schmach danach.
08.06.2008 à 11:13
Ich hab eine Freundin, die hat heute Geburtstag. Sie ist Tschechin. Was gebietet die Höflichkeit in einem solchen Fall? War es denn nicht meine Freundin, die unseren Frei-stösser, unseren Goalgetter-Gott, unseren Freipass in den Finaleinzug zu Fall gebracht hat? War nicht sie es, die diverse Torchancen der Schweizer am Lattenkreuz unsanft enden liess? Hat nicht sie die Inkarnation ihres ganzen Volkes, den tschechischsten aller Tschechen vor dem Tor tänzeln lassen?
Denn, und hier beginnt der bierbittere Ernst, was soll dieser Helm? Schädelbruch? Wer glaubt denn dieses böhmische Märchen? Der Goalie ist nicht mehr als ein ferngesteuerter Zombie, dessen Synapsen verdrahtet, verkabelt, vernetzt sind mit dem Geflecht der tschechischen Seele. Er hält, was Tschechien sich verspricht. Insofern ist der Ostblock uns um Jahrzehnte voraus. Oder zumindest um ein Tor.
Der Freundin schenk ich ein schales Bier. Das schmeckt einer Tschechin möglicherweise noch weniger als uns die Niederlage. Prost.
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