Königin der Trivialität
20.08.2008 à 00:54
Dieser Adelstitel wurde mir* vor Kurzem verliehen. Und er macht mich fast ein bisschen stolz. Mir wurde schon vieles nachgesagt. Gücklicherweise habe ich nicht nur einen breiten Rücken, sondern kann die meist weitaus weniger schmeichelhaften Bezeichnungen getrost über meinen ganzen breiten Körper verteilen.
Was aber macht mich nun zur Königin des Trivialen? Meine Inhalte? Mein Stil? Die lange Reden mit dem kurzen (Un-)sinn?
Echte Dichter verkürzen, abstrahieren, lassen weg. Es ist weniger der Mut zur Lücke, sondern vielmehr die Verdichtung, die wahre Dichtkunst ausmacht. Ich hingegen neige zu Blähungen. So kann ich jeden Furz mühelos aufs Doppelte aufblasen. Aus einer Mücke mache ich problemlos eine elefantöse Bettgeschichte, welche sich über zwei ganze Blogposts hinzieht.
Eine grossartige Dichterin bin ich fürwahr nicht. Der Imperativ der Straffung ist weder an meinen Körper noch an meinen kreativen Geist gedrungen. Triviales. Aufgeblasen, aufgebläht, aufgeblüht. Als Königin bin ich ein urielleskes Sprachrohr für die kleinen Trivialitäten des Lebens. Geadelt und inthronisiert, kritisiert, entmachtet und abgedankt durch meine Leserschaft.
Höchstens ein Korken im Hintern könnte mich noch zur Dicherin erheben. Das reimt sich zwar nicht, aber es dichtet.
(*Nach genauerem Hinsehen vermutete ich, dass der Titel möglicherweise nicht mir gegolten hat. Eigentlich schade.)