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A propos de l'auteur

Genre

Garçon

Né(e) le

12.10.1983

Habite à

Berlin, Zürich

Etudes

Communication

Haute école

Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Billets de blog - Mai 2009

Reise ins Wunderland

Reise ins Wunderland

moins de 1 ansColonnes

Ich will noch nicht fort von hier. Hamburg liegt zwar nicht weit, Busreisen nach Kopenhagen und Flüge nach Thessaloniki kosten auch nicht mehr als n' Appel und n' Ei. Doch mir gefällt's ausgesprochen gut hier in Berlin, weshalb ich vom Verreisen absehe. Ich komme auch so auf Touren und erlebe allerhand Abenteuerliches hier.

Letztes Wochenende, zum Beispiel, da war ich mit Dexter unterwegs. Dexter ist Weltreisender und hat einen Zwischenstopp in Berlin eingelegt. Ein paar Wochen hauste er in meinem Zimmer, ennet des Schreibtisches. Wir zogen zusammen durch die Stadt, auf der Suche nach ein bisschen Zerstreuung. Die Nacht zuvor war schon waghalsig genug, wir verbrachten sie in einem heruntergekommenen Elektroklub zusammen mit tanzenden Clowns, nackten Künstlern, semi-berühmten Bierflaschenmusikern und anderen interessanten Gestalten. Wir hatten Spass, gaben uns als Davoser Bergbauern aus, erläuterten Melktechniken und waren am Schluss irische Seemänner. Ein intensives Erlebnis, darum wollten wir es am nächsten Abend ein wenig ruhiger angehen.

Planlos ziellos irrten wir durch die Stadt, ein bisschen verloren, je länger, desto orientierungsloser. Um uns herum nur grosse, dunkle Wohnhäuser. Keine Bars, keine Musik, kein Leben. Irgendwann, kurz bevor wir uns endgültig verschollen wähnten, kreuzte eine Gruppe junger Menschen unsere verlorenen Kreise. Wir beschlossen, unauffällig und mit gebührendem Abstand zu folgen. Weiter ging's kreuz und quer durch die Berliner Nacht, die immerhin bald wieder lebendiger wirkte als die letzten vierzig Minuten davor. Schlussendlich standen wir vor einem grossen Tor, das nur halb angelehnt war und eigentümlich einladend wirkte, weshalb wir uns von unseren Führern verabschiedeten. Der Eingang führte auf einen Innenhof, der mit farbigen Lichterketten spärlich beleuchtet war. Es duftete nach frischgebratenen Buletten, ein untrügliches Zeichen für gute Feiern und die Schlange vor dem Eingang war beträchtlich, das Eintrittsgeld seine Bezeichnung nicht wert. Der Klub einmal mehr schmuddelig grau wie Berlin im Regen, das anschliessende Konzert farbig und pulsierend wie die Stadt an einem Sommersonntag. Les Haferflocken Swingers. Ein Geheimtipp für Stadtreisende und andere auf der Suche nach ertanzten Schweissreigen, Nachtreisen ohne Ziel und guter Hauptstadtmusik. Berlin-Helsinki-Moskau-Neverland. Jede Woche aufs Neue.

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Kulinarische Rauschzustände

Kulinarische Rauschzustände

moins de 1 ansColonnes

Lieber rohrer, das tönt nicht schlecht mit dem Vappu-Fest. Feiern statt zerstören ist eigentlich kein schlechter Ansatz. Auch in Berlin wurde am 1. Mai gefeiert, ein gigantisches Strassenfest in Kreuzberg mit vielen Bühnen, Fingerfood aus aller Welt und lustigen Attraktionen. Natürlich wurde nachher auch noch randaliert, dass gehört hier anscheinend zum guten Ton, habe ich aber selbst nicht mehr miterlebt. Krawalltouristen aus dem In- und Ausland, meist spiessige Vorstadtjugendliche aus gutbürgerlichem Elternhaus oder migrationsbehaftete Pickelgesichter mit Vorliebe für teure Markenklamotten, die der Lizenz zum alljährlichen Durchdrehen verfallen, sind nicht so mein Geschmack.

Wenn wir schon beim Geschmack sind, so will ich mich hier mit den kulinarischen Hochgenüssen meiner Gaststadt beschäftigen. Ich gebe es zu, Berlin ist nicht gerade für seine Hochkultur in diesem Bereich bekannt. Gängige Assoziationen beschränken sich auf das nähere Umfeld von Imbissbuden: Kebab, Buletten und Currywurst. Letztere gibt es in allen denkbaren Variationen, bisweilen sogar in unverhofften Ausprägungen. Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich das Gerücht weder bestätigen noch widerlegen kann, doch es soll einer Kameradin von mir passiert sein - sie war übers Wochenende zu Besuch: Die Currywurstverpflegung der übersinnlichen Art.

In einem schäbigen Kellerklub hatte sie sich nach der besten Currywurst Berlins erkundigt. Sie war dann an eine Imbissbude verwiesen worden, deren Standort mir leider nicht bekannt ist. Am nächsten Tag hat sie sich dorthin auf den Weg gemacht und sich eine dieser Wurstspezialitäten gekauft. Die Wurst soll zwar lecker, aber durchaus seltsam nach Kräutervielfalt und sonstigem Grünzeug geschmeckt haben. Ohne Argwohn aber hat meine Bekanntschaft die Wurst verdrückt und sich dann auf den Heimweg begeben. Weit ist sie allerdings nicht gekommen, ein seltsames Rauschgefühl soll sie hinterrücks überwältig und kurzzeitig gelähmt haben. Gesättigt und zünftig geflasht hat sie den unverhofften Trip auf einer Parkbank über sich ergehen lassen. Ob sie dabei fliegenden Imbissbuden in rosa oder Wursthalluzinationen begegnet, ist mir leider nicht bekannt.

Überhaupt, ob die Geschichte so stimmt oder nicht, kann ich leider (noch) nicht verifizieren. Ich suche noch immer nach der Hauptstadtspezialität der bewusstseinserweiternden Art. Und sollte sich das Gerücht bewahrheiten und sollte ich die Imbissbude finden, so werde ich euch meine Selbstversuche bestimmt nicht vorenthalten und genaue Wegbeschreibungen für teures Geld verticken.

Kulinarische Höhenflüge in Helsinki oder friteusenverseuchte Imbissmahlzeiten in Berlin?

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