Partner

Magazin durchsuchen

Neuste Blogs

14. März 2012, 00:00 International

Kony 2012 - Wir wollen Eure Meinung wissen!

- Das Video Kony 2012 ist in aller Munde. Nur eine Woche nach Veröffentlichung erreichte es 76 Millionen Views. Ziel des Clips ist die Festnahme von Kriegsverbrecher Joseph Kony bis spätestens Ende 2012. Erst wurde die Kampagne durchs Band weg unterstützt, jetzt werden kritische Stimmen laut.

Kony 2012 - Wir wollen Eure Meinung wissen!
Das Video berührt, rüttelt auf und schockiert. Während knapp 30 Minuten erzählt Jason Russell mithilfe seines Sohnes und seines afrikanischen Freundes Jacob die Geschichte, die sich rund um die ugandischen Kindersoldaten und um die Machenschaften des Joseph Kony abspielt.

Produziert hat den Clip die Hilfsorganisation "Invisible Children," die scheinbar seit einem Jahrzehnt auf diese Aktion hingearbeitet hat. Gleich nach Veröffentlichung brach eine rieseige Solidaritätswelle los. Menschen aus aller Welt "liken", "sharen" und "posten." Stars wie Deadmau5, die Swedish House Mafia, Rihanna, P.Diddy und Bono rufen ihre Fans auf, das Video ebenfalls zu teilen.

Seit einigen Tagen werden aber auch kritische Stimmen laut. Die gesammelten Spenden, heisst es, kämen nur zu 30% effektiv in Afrika an. Auch die Konsequenzen werden diskutiert: Nützt die Aktion Uganda wirklich oder schadet sie dem Land gar? Diese Kampagne könne Kony wegen seines jetzt immensen Bekanntheitsgrades auch in die Hände spielen. Einige Szenen seien schon vor Jahren gedreht worden und heutzutage kämpfe der ostafrikanische Staat mit ganz anderen Problemen als mit Konys Kindersoldaten. Der Zuschauer bekäme zudem ein total falsches Bild von der mittlerweile stabilen Region.

Es ist schwierig, sich nach dem Anschauen der kontroversen Videos eine wirkliche Meinung zu bilden, zumal nur ein Bruchteil der westlichen Menschen fundierte Kenntnisse der Probleme hat, mit denen der Schwarze Kontinent und Uganda im Speziellen kämpft.

Kony 2012 macht jedoch eines klar bewusst: Es gibt Menschen, die etwas verändern wollen. Tag für Tag liest man in den Zeitungen von den schrecklichsten Gräueltaten und hat keine Ahnung ob und wie man etwas dagegen tun kann. Invisible Children versucht etwas zu verändern, ob dies der Organisation gelingt, ob mit einem Film wirklich politisch etwas verändert werden kann und ob die Welt die schrecklichen Bilder nicht nach einigen Wochen wieder vergessen haben wird - das wird sich spätestens Ende 2012 zeigen.

Nun wollen wir eure Meinung wissen: Schaut euch die Videos an, hinterlasst Comments, diskutiert mit. Ist das Projekt KONY 2012 eine gute Sache oder läuft da etwas in die total falsche Richtung? Was denkt ihr?

Video: Kony 2012

Video: Kritische Stimme

HIER gehts zu einem students.ch Blog zum gleichen Thema

Bildquelle: article.wn.com

Kommentare
Login oder Registrieren
rambodieschen
rambodieschen 09.04.2012 um 01:09
Nur mal Erdöl und Uganda googlen.
teilzeit
teilzeit 17.03.2012 um 19:11
bewegend
A-la-vie
A-la-vie 15.03.2012 um 20:52
Ob diese Aktion nun nach hinten oder nach vorne losgeht, das lässt sich nicht "kalkulieren". Aber s'ist wieder typisch: Kaum wird "Gutes"getan, sind die notorischen Zweifler auch schon zur Stelle! Es gibt so viel Grausames in dieser Welt. Da reisst sich einer mal den Arsch auf, um andern die Augen aufzureissen - und was tun wir? Wir glauben nicht ans Gute, versuchen den Spiess umzudrehen indem wir akribisch nach den Schattenseiten suchen...
Natürlich sind Ugandas Probleme nicht gelöst, wenn Kony geschnappt wird, aber darum geht es, wie Menikmati sagt, bei dieser Aktion gar nicht.
Das mit den Spenden, die nur zu 30% ankommen sollten- das ist echt aus der Nase gezogen! Bei welchen anderen Organisationen wissen wir schon mit Sicherheit, ob und wie viel unserer Spenden die Betroffenen je erreichen?
Menikmati
Menikmati 14.03.2012 um 14:37
Der Film liefert diesbezüglich gute Antworten. Vor der Aktion wussten 99 Prozent nicht einmal von der Existenz Konys. Zur gleichen Zeit war der ganze Westen damit beschäftigt, Milliarden in die Vernichtung eines Despoten in Libyen zu investieren, mit dem man bis vor Kurzem noch dicke Geschäfte machte.

Mit Kony lassen sich nicht einmal Geschäfte machen. Seine "Widerstandsarmee des Herrn" hat in all den Jahren nur Leid angerichtet. Bis heute wurde das Video fast 80 Mio. Mal angeklickt. Die Macher haben eins begriffen: Erst wenn die Welt hinschaut, wird es auch für Regierungen interessant, dort einzugreifen, wo es wirklich nötig ist. Wenn nicht aus wirtschaftlicher Sicht, dann wenigstens zwecks einer politischen Profilierung.

In Uganda selbst sieht die Lage wieder etwas anders aus. Die Probleme des zersplitteten Staates wären durch die Beseitigung Konys natürlich nicht gelöst. Museveni - ein Gegner Konys und nun zu Unrecht gelobte Präsident Ugandas - hält sich selbst mit unlauteren Mittel an der Macht. Doch das ist eine andere Geschichte. Konzentrieren wir uns erstmal auf Kony.
shabadibaa
shabadibaa 14.03.2012 um 13:13
Danke für Deinen Coment Menikmati. Ich bin auch der Meinung, dass wenigstens endlich jemand die Massen bewegt und versucht eine Veränderung zu bewirken. Die Frage die sich stellt ist halt, was bringen die Kits und die Aktion. Passiert dann wirklich etwas? Die Leute fühlen mit und machen sich Gedanken ja, aber bewirkt das wirklich etwas im Land selber und in der Politik?
Menikmati
Menikmati 14.03.2012 um 12:33
"Nützt die Aktion Uganda wirklich oder schadet sie dem Land gar?" - was für ein Schwachsinn! Diese Aktion zu kritisieren, ist einfach nur zynisch. Sie ist absolut unterstützenswert und in keinster Weise zufällig: Kony fungiert auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher des internationalen Strafgerichtshofs immer noch auf dem ersten Platz. Jeder und Jede soll sich bis am 20. April dieses verdammte Kitt krallen! Irgendwo muss man ja anfangen.. übermorgen steht vlt. schon der nächste Despot am Pranger..