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1. November 2008, 18:43 CD / Vinyl Music

John Legend - Evolver

Patrick Holenstein - Das dritte Album ist es und John Legend hat Grosses vor, das wird sofort klar. Evolver heisst es. Da klingelt doch was? War da nicht das legendäre Sahnestück einer britischen Band, dessen Titel nur durch einen Konsonanten mehr ergänzt ist? Vielleicht ist der Link zu den Beatl...

John Legend - Evolver
Das dritte Album ist es und John Legend hat Grosses vor, das wird sofort klar. Evolver heisst es. Da klingelt doch was? War da nicht das legendäre Sahnestück einer britischen Band, dessen Titel nur durch einen Konsonanten mehr ergänzt ist? Vielleicht ist der Link zu den Beatles auch zu weit hergeholt und der Titel kommt vom englischen to evolve, sich entwickeln. Sicher ist, dass die illustere Schar an Gaststars, welche auf dem Album sind, den Eindruck bestätigt, dass Legend sich eher in den Sphären des Klotzens bewegte, denn bescheiden dachte. Kanye West, Estelle, Andre 3000, Reggae-Legende Buju Bunton oder Brandy heissen denn die menschlichen Mikrophonständer, welche er gewinnen konnte. Auch unter den Produzenten findet man klingende Namen wie Will.I.Am oder Trevor Horn (Seal, Frankie Goes To Hollywood). So, das Booklet ist studiert, langsam wird es Zeit zu hören, ob die CD den ersten Eindruck auch bestätigt.

Schon beim ersten Durchhören kristallisieren sich deutlich Highlights heraus. Die erste Single Green Light, als Gast singt Outcasts Andre 3000 mit, packt sofort mit tanzbarem Beat und einem fast hypnotischen Refrain. Everybody Knows zeigt, dass John Legend es versteht, gefühlvolle Balladen zu schreiben. Der Höhepunkt ist sicher die Kollaboration mit Estelle. No Other Love lässt im Takt wippen und begeistert sofort. Nach einem kurzen Gitarren-Intro dominieren Reggae-Rhythmen und John Legend sehnt sich nach einer verflossenen Liebe. Um Liebe dreht sich gerade in der Black Music ja viel. Das kann mitunter auch nerven. I Love, You Love klingt dann auch so kitschig, dass der Schmalz nur so aus den Lautsprechern trieft. Ein kleines Juwel ist dafür der Bonustrack Can’t be my Lover. Legend langt wieder in die Kiste mit den Reggaeklängen und holt sich als Unterstützung Buju Bunton. Der Mann zählt nicht zu den Superstars, aber immerhin gelang es ihm 1992 Bob Marley’s Rekord für die meisten Nummer 1 Hits in einem Jahr zu brechen. Hier harmonieren die Beiden und als Outro passt der Mid-Tempo Track perfekt.

Die CD bestätigt den ersten Eindruck! Evolver ist vollgepackt mit Songs, die sich im Gehörgang festhaken und nicht daran denken, wieder loszulassen. R’n’B vom Feinsten, dafür ist John Legend schon seit einiger Zeit bekannt und mit seinem neuen Album unterstreicht er diesen Status erneut. Sicher, der eine oder andere Lückenbüsser hat sich zwischen die Songs gemischt, aber als Ganzes funktioniert das Album und macht mit viel Abwechslung über weite Strecken Spass.

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