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9. Dezember 2008, 00:00 Movie

The Strangers

Isabel Bures - Bryan Bertinos Regiedebüt beginnt als viel versprechendes Suspense-Drama. Ein Liebespaar befindet sich an einem kritischen Punkt seiner Beziehung. James (Scott Speedman) hat Kristen (Liv Tyler) auf der Hochzeit seines Freundes einen Heiratsantrag gemacht, doch sie fühlt sich no...

Bryan Bertinos Regiedebüt beginnt als viel versprechendes Suspense-Drama. Ein Liebespaar befindet sich an einem kritischen Punkt seiner Beziehung. James (Scott Speedman) hat Kristen (Liv Tyler) auf der Hochzeit seines Freundes einen Heiratsantrag gemacht, doch sie fühlt sich noch nicht bereit. Zurück in ihrem abgelegenen Sommerhaus wo James mit ausgestreuten Rosenblättern, Champagner und Kerzen schon alles für die romantische Heimkehr vorbereitet hatte, sitzen sie nun da. Was tun? Wie soll es mit ihnen weiter gehen? Doch bevor sie sich gemeinsam darüber Gedanken machen können, werden diese Fragen mit ganz anderem Schrecken gefüllt: Es klopft an der Tür – ein erbarmungsloses Versteckspiel vor maskierten, killerfreudigen Psychopathen hat begonnen.

Der Film ermöglicht anfänglich ein genüssliches Spannungserleben in dem sich Angst und Lust verschmelzen. Dies gelingt, weil der Zuschauer im Vorspann in die kommende Gefahr eingeweiht wird und in Momenten der Furcht zunächst immer einen Tick mehr weiß als die Figuren. Aus verschiedenen Winkeln und Perspektiven eröffnet die Kamera Einsichten ins Geschehen und Gefühlsleben der Protagonisten. Langsame Kamerafahrten durch das Ferienhaus wechseln sich mit schnellen Umschnitten ab, bevor jeweils eine wackelige Handkamera das Paar verfolgt, wie es um sein Leben kämpft und rennt. Ebenso wirkungsvoll wird Musik eingesetzt. Wenn sich James und Kristen zu Anfang noch melancholisch ihre Lieblingsschallplatte anhören, spielen die Verbrecher diese später zur Ablenkung ihrer Opfer ab. Geräusche des an die Tür Klopfens, Fußschritte und das Klirren von Glas vermögen immer wieder den Atem des Zuschauers anzuhalten. Bertino gelingt zu Beginn die Inszenierung einer guten Mischung von Furcht und zuversichtlicher Hoffnung angesichts der Bedrohung durch die Gewalttäter. Noch vertrauen wir mit den Figuren darauf, dass die Gefahr vorübergehen werde. Allmählich aber wandelt sich der Film zu einer Art Psychothriller, weil die Perspektive der Protagonisten dominiert. Auch als Zuschauer durchschaut man die Situation nun genauso wenig wie die Figuren, sodass sich das einfühlende Mitfiebern bald auf eine Erlebnissituation richtet, die ausweglos scheint.

Aus dieser Situation vermag der Film leider keinen dramaturgischen Bogen mehr zu spannen, denn über das Motiv der Täter wie diese selbst wird kaum etwas preisgegeben und der katastrophale Höhepunkt scheint durch das immer gleiche Muster eines Katz- und Mausspiels zulange hinausgezögert. Wenn auch die Gräuelbilder der Brutalisierung wohl dosiert sind, kippt das Ganze schliesslich in einen splatterhaften Horrorfilm ohne Tiefgang, an dessen Ende man nicht schlauer ist als man es am Anfang war.

Bewertung: 2 von 5

  • Titel: The Strangers
  • Land: USA
  • Regie: Bryan Bertino
  • Darsteller: Liv Tyler, Scott Speedman, Gemma Ward, Kip Weeks, Laura Margolis, Glenn Howerton
  • Verleih: Frenetic
  • Release: 11. Dezember
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