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18. Februar 2009, 20:44 Kolumnen

Yksi, kaksi, en, två... Lost in Translation.

Andreas Rohrer - Ügsi, gagsi. Es gibt 15 Fälle. Auf der Chipstüte steht megapussi. Es ist meeeeeeeega schwierig. Stammtischweisheiten über die Finnische Sprache sind bekannt. Fact ist: alles stimmt.Ich verbringe einen grossen Teil meines Austauschjahres mit Wörterbüchern und Grammatikaufgab...

Yksi, kaksi, en, två... Lost in Translation.
Ügsi, gagsi. Es gibt 15 Fälle. Auf der Chipstüte steht megapussi. Es ist meeeeeeeega schwierig. Stammtischweisheiten über die Finnische Sprache sind bekannt. Fact ist: alles stimmt.

Ich verbringe einen grossen Teil meines Austauschjahres mit Wörterbüchern und Grammatikaufgaben. Südfinnland und damit auch Helsinki ist Finnisch-Schwedisch Zweisprachig. Zwei Sprachen, beide für mich bisher unberührt. Jetzt lerne ich beide. Warum fragen mich viele (ich studere Englisch, habe also nichts mit den Nordischen Sprachen zu tun). Die Antwort ist einfach und für mich Motivation genug: Die Sprache ist und bleibt der Schlüssel zum Erleben einer fremden Kultur.

Als ich vor einem halben Jahr in Finnland ankam, verstand ich nicht mal Bahnhof (kein Wunder bei eine Wort wie rautatieasema). Werbeplakate, Menüs, Schilder, Schlagzeilen - ich wanderte zwischen unfassbaren Worten mit viel zu vielen ä, y und k, versuchte Dinge wie lääkäri oder kauppakorkeakoulun ylioppilaskunta nur schon mal zu lesen. Geschweige denn verstand ich was, wenn die drauflos redeten und es wirklich nur noch ugsi gagsi gügsi machte. Klar viele können Englisch, so kommt man durch, und im Supermarkt hilft einem das Kleingedruckte auf Schwedisch die Sour Cream vom Halbrahm zu unterscheiden. Dank der Nähe zum Englisch und Deutsch ist Schwedisch vergleichsweise einfach zu verstehen. Schwedisch ist in Finnland jedoch etwas wie das Französisch bei uns in der Deutschschweiz: Alle müssens lernen, keiner sprichts freiwillig - deshalb hört man es auf der Strasse kaum.

Also verbrachte ich viele Stunden hier mit "Hallo. Ich heisse Andreas. Ich komme aus der Schweiz. Wo ist der Supermarkt? Wie spät ist es?"-Sprachübungen. Und die Zahlen. Verbtypen. Wortreihenfolge im Satz. Innere Lokalfälle. Perfekt. Eine Sprache vom Nullpunkt auf zu lernen ist mehr als man denkt.

Mittlerweile kann ich den Alltag meistern. Kleine Gespräche führen. Und meine Freunde amüsieren sich köstlich ab meinen Versuchen. Also zurück zu den Allgemeinweisheiten über Finnisch. Ügsi, gagsi ist eigentlich yksi, kaksi und heisst - jawohl - eins, zwei. 15 Fälle gibts, ist aber halb so wild. Weil: Finnisch hat verschiedene Fälle anstelle von Präpositionenen wie in, an, auf, etc. Während man in Deutsch und Franz Präpositionen büffelt, sind es hier einfach Fallendungen. Megapussi heisst Riesentüte und ist halb so lustig. Pussy heisst pillu. Und das ist lustig, vorallem weil niemand denkt dass man das weiss. Und schwierig ist Finnisch eigentlich nicht, es braucht einfach Zeit bis all die Worte gelernt sind. Ich habe gelesen, dass wer sich anstrengt, nach einem Jahr ein vernünftiges Gespräch führen kann. Nach einem halben Jahr bin ich guter Dinge, aber der Weg ist noch weit. Wünscht mir Glück. Und sonst bleibt ja noch Schwedisch.

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