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2. März 2009, 22:11 CD / Vinyl Music

The Answer - Everyday Demons

Patrick Holenstein - Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff „New Golden Generation“ Bands, die den Grunge als Einfluss links liegen lassen und sich an klassischen Rockbands, wie Led Zeppelin, Free, The Who, Thin Lizzy oder wie sie alle heissen, orientieren. Also Bands, die Rock mit harten Gitarren...

Laut Wikipedia bezeichnet der Begriff „New Golden Generation“ Bands, die den Grunge als Einfluss links liegen lassen und sich an klassischen Rockbands, wie Led Zeppelin, Free, The Who, Thin Lizzy oder wie sie alle heissen, orientieren. Also Bands, die Rock mit harten Gitarrenriffs und deutlichen Blueseinflüssen spielen. Die vier Iren von The Answer zählen dazu. Der wirklich grosse Durchbruch blieb ihnen bis jetzt verwehrt, aber das kann sich schon bald ändern, denn wieder einmal supporten sie eine der ganz grossen Legenden: AC/DC. Aber von Anfang an.

Die beiden Schulfreunde Micky Waters und Paul Mahon gründeten The Answer in Newcastle, Nordirland, im Jahr 2000. Auf Anraten ihres Umfeldes fragten sie Cormac Neeson, ob er Lust habe, den Part des Sängers zu übernehmen. Er übernahm den Job. Wenige Monate später komplettierte Schlagzeuger James Heatley die Band. Der Erfolg blieb allerdings aus. Erst zwei Jahre später, kurz nach der Veröffentlichung der ersten EP End your day on a high, begannen einige irische Radiostationen die Songs zu spielen. Daraus resultierte eine 52 Konzerte umfassende Irlandtournee. Auf einem der Konzerte wurden sie entdeckt und als Vorband für The Darkness engagiert. Ein erster Schritt war getan. Nach Eröffnungsshows für Deep Purple und Whitesnake wurde der irischen Rockband sogar die Ehre zuteil, am Phil Lynott Memorial Benefit Konzert zu spielen. Phil Lynott, der Bassist von Thin Lizzy, starb 1986 an einer Überdosis Heroin. Seither verstauten die Eltern die Bassgitarre ihres Sohnes. Erst nach dem Memorial Konzert kramten sie ihn wieder hervor, um ihn Micky Waters anzuvertrauen. Im Video zu Keep Believin’ ist Micky zu sehen, wie er auf Phil Lynotts legendärem schwarzen Bass spielt. So weit so gut, aber manchmal braucht es etwas Glück und die richtigen Beziehungen, um die Chance zu erhalten, sich einem wirklich grossen Publikum zu präsentieren. Bei The Answer war im Sommer 2006 beides im Spiel.

Das Glück hiess in dem Fall Amy Winehouse. The Answer konnten, so makaber das klingt, von Amys Lebenswandel profitieren. Die englische Sängerin sollte auf der Bigger Bang Tour der Rolling Stones die Deutschlandkonzerte eröffnen, konnte sich aber wahrscheinlich kaum auf den Beinen halten. Also brachte irgendjemand The Answer ins Gespräch und so kamen diese an den Job. Im vergangenen Februar erschien Everyday Demons, das zweite Album der Band, und erneut sind sie Vorband einer Legende. Wenn AC/DC im Frühling durch Europa touren, sind The Answer mit dabei und präsentieren sich erneut mehreren 100'000 Fans. Die fast noch vom Presswerk warme CD klingt so, als ob die Band musikalisch perfekt ins Vorprogramm von AC/DC passt.

Demon Eyes eröffnet die Platte. Ein einsames Bluesriff erklingt. Wenig später gibt Sänger Cormac Neeson seinen Senf dazu, vier Zeilen lang, dann steigen Bass und Drums ein und zeigen was die Band beherrscht. Harten Rock mit Melodie. So wie die CD beginnt, zieht sie sich fast über die ganze Länge. Aber einige Eckpunkte hat sie dann doch. Cry out zum Beispiel, welches schon mit einer sanften Slidegitarre anfängt, und sich dann immer mehr steigert, schneller wird, irgendwie wütiger, aber doch nicht zu hart, bis am Ende die Slidegitarre ausklingen lässt. Ein zweites Mal wird die Musik kurz vor Schluss etwas leiser. Comfort Zone lässt einen an diverse Rockballaden denken. Zwar begehrt die Hymne am Schluss noch einmal auf, beruhigt sich jedoch schnell und der Sänger erklärt, dass er eine Chance schon tausendmal vermisst habe, aber jetzt nicht mehr. Für Rockfans lohnt es sich bestimmt in die Everyday Demons reinzuhören. Denn wer auf harte Riffs, abwechslungsreiche Arrangement und immer wieder gute Soli steht, der ist hier gut bedient.

Wer zu den Unglücklichen zählt, die kein AC/DC-Ticket ergattern konnten, hat immerhin die Chance, The Answer live zu sehen. Sie geben nämlich ein Warm-Up Konzert am 28. März, am Tag vor der Supportshow. Stattfinden wird es in der Schüür in Luzern

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