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19. März 2009, 10:58 Music Interview

Interview mit Carnation

Silvan Gertsch - "Cartagena, Colombia" heisst das neue Album der Bieler Rockband Carnation. Im Interview mit Students.ch sprechen sie über ihre musikalische Weiterentwicklung und Unfälle mit Bandbussen.Ihr wolltet ursprünglich zwei EPs veröffentlichen, habt aber stattdessen das Album „Carta...

Interview mit Carnation
"Cartagena, Colombia" heisst das neue Album der Bieler Rockband Carnation. Im Interview mit Students.ch sprechen sie über ihre musikalische Weiterentwicklung und Unfälle mit Bandbussen.

Ihr wolltet ursprünglich zwei EPs veröffentlichen, habt aber stattdessen das Album „Cartagena, Colombia“ heraus gebracht. Wieso?

Andy: Wir haben uns von den EPs mehr versprochen, als sie im Endeffekt gehalten haben. Die Idee, zwei EPs zu veröffentlichen, fanden wir immer gut. Aber wir haben in zwei verschiedenen Studios je vier Songs aufgenommen und die jeweiligen EPs waren letztlich keine coolen Endprodukte. Deshalb entschieden wir uns dafür, ein Album aufzunehmen.

Aber die acht Songs der EPs sind nun auch auf dem Album?

Raffael: Nicht alle, zwei davon sind nicht auf dem Album. Und zwei davon haben wir noch einmal neu aufgenommen. Yann Rouiller hat schliesslich den Grossteil des Albums produziert. Er hat zuvor auch eine der beiden EPs mit uns aufgenommen. Wir schätzten die Art und Weise, wie er arbeitet. Deshalb haben wir uns für ihn entschieden.

Andy: Er hat alles grösser gedacht und gemacht. Das war ausschlaggebend. Und er hatte Visionen, wo er unsere Songs noch hinführen kann. Und das, obschon er aus einem völlig anderen Bereich kommt als wir: Yann produziert normalerweise R’n’B-Sachen.

Hat er die Streicher auf eurem Album ins Spiel gebracht?

Raffael: Ursprünglich wollte ich bei zwei Songs Streicher und bei anderen Stücken Orgeln. Yann war von den Orgeln nicht überzeugt und hat diese dann durch Streicher ersetzt. Eigentlich wollte ich schon auf unserem ersten Album Streicher verwenden. Allerdings hatten wir damals nicht genug Geld dafür.

Was waren die grössten Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger „Waxy’s Little Sister“?

Kevin: Die Voraussetzungen waren ganz anders. Bei „Waxy“ haben wir im Studio genau so viele Songs aufgenommen, wie wir zur Verfügung hatten. Dieses Mal hatten wir rund 40 Songs zur Auswahl und dann mit dem Produzenten zusammen entschieden, welche davon das grösste Potenzial hatten.

Andy: „Waxy’s Little Sister“ haben wir aufgenommen, als wir knapp ein halbes Jahr in der heutigen Besetzung waren. Das war mehr wie Erlebnisferien in Schweden. Wir waren dort 14 Tage im Studio und wollten mit einem Endprodukt nach Hause gehen. Für „Cartagena, Colombia“ hatten wir keinen Zeitdruck. Ausserdem liegen zwischen den Alben vier Jahre. Wir haben unzählige Konzerte in dieser Zeit gespielt.

Widerspiegelt sich das auch in den Texten?

Raffael: Teilweise schon. Ich schreibe über Sachen, die passiert sind und die hätten passieren können. Die neuen Texte sind alltagsbezogener. In Paris bin ich beispielsweise über einen coolen Titel gestolpert und dann habe ich einen Song darüber geschrieben: „Young And Wild“. Der letzte Song, „I Can’t Find Myself“, ist acht Jahre alt. Den haben wir wieder aus der Trickkiste ausgegraben und leicht am Text gefeilt. Der hätte im Prinzip auch auf dem ersten Album landen können.

Andy: Damals konnte ich mich aber noch nicht durchsetzen, deshalb hat er es erst auf „Cartagena, Colombia“ geschafft. (lacht)

Ihr habt von Liverpool bis New York Konzerte gespielt. Was hat euch seit dem Release von „Waxy’s Little Sister“ am meisten geprägt?

Raffael: Kurz nach dem Release haben wir vor rund 9000 Leuten ein Konzert gespielt. Und Paris war auch ein Höhepunkt. Danach kam es zu einer Art Bruch, als wir merkten, dass „Waxy“ ausgeschlachtet war. Dann wurde das Ausland interessant. Konzerte in Holland, im Pfälzer-Wald, in Liverpool, New York.

Andy: Am Jazzfestival in Montreux spielen zu können. Das war eine riesige Nummer. Aber im Endeffekt bleiben nicht nur die grossen Konzerte hängen, sondern auch die kleinen lustigen Dinge, die passieren, wenn man gemeinsam unterwegs ist.

Raffael: Wenn zum Beispiel jemand mit dem Bandbus in eine Hauswand fährt.

Wer hatte die Idee zum Videoclip „Face the Blues“?

Andy: Das war so eine zusammengewürfelte Idee, die für uns und fürs Videoteam stimmte. Im Video sind grösstenteils Leute zu sehen, die wir persönlich kennen. Die Arbeiten dauerten einen ganzen Tag. Das hat uns Spass gemacht. Aber am Ende des Tages hatten wir den Song ziemlich satt. (lacht)

Zum Schluss: Ist ein Duett mit Gimma bereits in Planung?

Andy: Diese Frage müsste Chris beantworten. Schmid und Schmid würde sich als Projekt aber durchaus anbieten. Gimma macht ja jetzt sowieso Popmusik und auch wir haben ein paar radiotaugliche Songs. Wir sind offen für alles. Wenn Gimma mal eine Rockgitarre braucht, dann kann er sich ruhig melden. Wir würden ihm sogar ein Chörli einsingen.

Carnation live:

21.03. St. Gérvais, Biel

28.03. Hockey Chilbi, Ammerzwil

16.04. Abart, Zürich

17.04. Rathauskeller, Aarberg

02.05. Kaff, Frauenfeld

30.05. Anker, Interlaken

Alle Konzertdaten von Carnation

Review "Cartagena, Colombia"

Carnation live in Liverpool

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