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25. März 2009, 17:03 Movie

The Argentine

Katrin Sevinc - Steven Soderberghs Che Guevara Biopic kommt als Zweiteiler ins Kino. (In einem Monat folgt der zweite Teil Guerilla). Der erste Teil The Argentine deckt zeitlich ungefähr die Phase im Leben Guevaras vom Kennenlernen Fidel Castros (überzeugend Demián Bichir) in Mexiko bis zum e...

Steven Soderberghs Che Guevara Biopic kommt als Zweiteiler ins Kino. (In einem Monat folgt der zweite Teil Guerilla). Der erste Teil The Argentine deckt zeitlich ungefähr die Phase im Leben Guevaras vom Kennenlernen Fidel Castros (überzeugend Demián Bichir) in Mexiko bis zum erfolgreichen Umsturz der Batista-Diktatur in Kuba ab. Über weite Strecken des über zweistündigen Films wird der „Alltag“ der Rebellen gezeigt. Dem Film geht fast jede Dramatik ab, er wirkt fast wie ein Dokumentarfilm, der das Leben der Rebellen dokumentiert. Es wird viel gelaufen in diesem Film, wobei Guevara immer wieder unter starken Asthmaanfällen leidet. Es wird auch viel geraucht, von Zigaretten, Pfeife bis zur obligaten kubanischen Zigarre. Als ausgebildeter Arzt hat Guevara immer wieder in Gefechten angeschossene Kameraden zu versorgen. Oft sieht man Guevara aber auch mit einem Buch in der Hand und in den Lagern wird den Analphabeten Lesen und Schreiben beigebracht. Benicio del Toro (in Cannes als bester Schauspieler für diese Rolle ausgezeichnet) interpretiert Guevara sehr zurückhaltend, er spricht sehr ruhig und Guevara wirkt dadurch sehr sanft, dabei strahlt er aber stille Autorität aus. Gezeigt wird Guevara als jemand mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Als einzelne Revolutionäre ihre Macht missbrauchen, um Bauern zu bestehlen und deren Töchter zu schänden, werden diese hingerichtet. Nach der siegreichen Revolution lassen einige Rebellen einen Wagen „mitlaufen“. Che zwingt sie diesen zurückzubringen. The Argentine lässt den Zuschauer etwas ratlos zurück. Problemlos hätte Soderbergh eine halbe Stunde streichen können, dem Zuschauer hätte nichts gefehlt. Zu 99% Prozent wird in The Argentine Spanisch geredet, viele Zuschauer werden also über zwei Stunden lang Untertitel lesen müssen. Einschübe in Englisch sind das nachgestellte Interview das Guevara einer extrem blondierten amerikanischen Journalistin (Julia Ormond, kaum wiederzuerkennen) gibt. Soderbergh springt hin und her zwischen Teilen dieses Interviews in grobkörnigem Schwarzweiss, Guevaras Ansprache vor den Vereinten Nationen nach der erfolgreichen Revolution (ebenfalls in Schwarzweiss) und dem Alltag der Guerilleros in Kuba (in Farbe). Diese Zeitsprünge entbehren jeglicher Logik. Faszinierend sind aber die Momente vor den Vereinten Nationen, hier sieht man Guevara als leidenschaftlich argumentierenden Redner.

Bewertung: 3 von 5

  • Titel: Che Part One: The Argentine
  • Land: USA, Spanien, Frankreich
  • Dauer: 126 Minuten
  • Darsteller: Benicio Del Toro, Demián Bichir, María Isabel Díaz, Julia Ormond
  • Regie: Steven Soderbergh
  • Drehbuch: Peter Buchman nach den Tagebüchern Ernesto Che Guevaras
  • Kamera: Steven Soderbergh
  • Produktion: Laura Bickford, Steven Soderbergh
  • Verleih: Ascot Elite Entertainment Group
  • Filmstart: 26. März 2009
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