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20. April 2009, 00:00 Movie

Easy Virtue

Simone Meili - Junger englischer Aristokrat heiratet amerikanisches „wild child“ mit ungeklärter Vergangenheit – sehr zum Ärgernis seiner Mutter. Angelehnt an das Theaterstück von Noel Coward, wurde Easy Virtue bereits 1928 von Alfred Hitchcock verfilmt, allerdings dort mit mehr Gewich...

Easy Virtue
Junger englischer Aristokrat heiratet amerikanisches „wild child“ mit ungeklärter Vergangenheit – sehr zum Ärgernis seiner Mutter. Angelehnt an das Theaterstück von Noel Coward, wurde Easy Virtue bereits 1928 von Alfred Hitchcock verfilmt, allerdings dort mit mehr Gewicht auf der Vergangenheit der jungen Ehefrau. Die Neufassung hingegen kommt ohne Anklagebank aus, dafür operiert sie mit klassischen Konfliktlinien sowie dem unbeschwert fröhlichen Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger. Im Grundsatz steht alles im Zeichen vom ewig währenden Kampf zwischen Gattin und Schwiegermutter. Denn als Amerikanerin und Liebhaberin von schnellen Fahrzeugen ist Larita (Jessica Biel) natürlich nicht gerade das, was sich ein Mitglied der englischen Gentry zur Schwiegertochter wünscht. Mrs. Whittaker (Kristin Scott Thomas) lässt auch keine Gelegenheit aus, ihr ihre Missbilligung kund zu tun. Doch Larita ist kein Mauerblümchen, das sich leicht verschrecken lässt, sondern eine selbstbewusste Frau, die ihre Vorzüge einzusetzen weiss und so Mrs. Whittakers Angriffe mit geschickten Zügen entgegen zu wirken weiss.

So glühend seine Liebe auch ist, die ständigen Scherereien um seine Frau herum geben dem jungen John Whittaker (Ben Barnes) dann doch mehr zu denken, als die sich das vielleicht vorgestellt hat und die junge Ehe wird auf eine harte Probe gestellt.

Unterstützung erhält Larita von ihrem eigenbrötlerischeren, aber sympathischen Schwiegervater (Colin Firth). Der hat nämlich nach seiner Rückkehr vom ersten Weltkrieg nicht mehr viel für die feinen Gepflogenheiten des Landadels übrig und macht das in den eigenen vier Wänden auch überaus deutlich.

Während der Film mit viel Sprühwitz und einer augenzwinkernden Sichtweise auf den obsolet wirkenden englischen Landadel auftrumpft, wird er durch die etwas farblose Darbietung der beiden Hauptdarsteller gebremst. Die Beziehung des jungen Ehepaars wird nur oberflächlich abgehandelt und Jessica Biel wirkt auf seltsame Weise deplatziert. Z.T. liegt das wohl auch am Skript. Die Handlung fällt etwas dünn aus – man muss bis praktisch zum Schluss auf einen richtigen Spannungsaufbau warten. Dennoch sind es vor allem die Nebenrollen, die den Film tragen – und das nicht schlecht. Allein schon wegen den vielen Pointen und dem britischen Humor ist der Film sehenswert. Und natürlich wegen Colin Firth.

Trotz Dreitagebart und Satiriker-Miene werden seine Fans hier wieder voll auf ihre Kosten kommen, z.B. bei dem vornehmlich und galant vollendeten Tango, der schon jetzt auf youtube ein Renner ist. Gewisse Dinge ziehen eben immer. Wohl auch zurecht.

Bewertung: 3.5 von 5

  • Titel: Easy Virtue
  • Land: UK
  • Dauer: 93 Minuten
  • Regie: Stephan Elliott
  • Darsteller: Jessica Biel, Ben Barnes, Kristin Scott Thomas, Colin Firth
  • Verleih: Rialto Film
  • Release: 23.4.2009
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