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19. April 2009, 18:10 Movie

DVD der Woche: Nomaden der Lüfte

Christina Ruloff - Was ist das schön! Mit Nomaden der Lüfte oder im Originaltitel sachlicher Le Peuple Migrateur ist dem Regisseur Jacques Perrin, einem Multitalent des französischen Films ein wunderbarer Dokumentarfilm gelungen.Der Film widmet sich der alljährlichen Wanderschaft der Zugvögel,...

DVD der Woche: Nomaden der Lüfte
Was ist das schön! Mit Nomaden der Lüfte oder im Originaltitel sachlicher Le Peuple Migrateur ist dem Regisseur Jacques Perrin, einem Multitalent des französischen Films ein wunderbarer Dokumentarfilm gelungen.

Der Film widmet sich der alljährlichen Wanderschaft der Zugvögel, von Süden nach Norden und wieder nach Süden. Er zeigt 44 Vogelarten in 25 Ländern und setzt hierbei voll und ganz auf spektakuläre und schlicht schöne Bilder von Vögeln und Landschaften. Ob im eisigen Himalaja oder bei Monument Valley in den USA, ob in Grönland oder an der Arktis, ob in der Sahara oder im Amazonas: Die sechs Kamerateams haben im Zeitraum von drei Jahren Filmarbeit schlicht alle möglichen und ergreifenden Sujets von Zugvögeln eingefangen.Der Zuschauer hat dabei das herrliche Gefühl, mitten im Vogelschwarm, fast als einer von ihnen mitzufliegen und alles aus Vogelperspektive wahrzunehmen. Die Filmemacher haben hier die Vögel an sich und ihre Geräte – Ultraleichtflugzeuge, Gleitschirme, Heissluftballons, Autos oder Boote – gewöhnt und geprägt, so dass die Vögel die Kamera und damit uns akzeptieren und an ihrer Reise teilhaben lassen. Das Ergebnis ist spektakulär und vor allem bewegend, ja hypnotisch (insbesondere, wenn man die Vögel auf einer grossen Leinwand oder einem sogenannten Homecinema bewundern kann).

Schliesslich ist zu bemerken, dass dies nicht nur der Technologie und der Geduld der Filmemacher geschuldet ist, sondern eben auch der Regie von Jacques Perrin. Sie vermeidet hastige oder effekthascherische Schnitte und lässt dem Publikum jeweils Zeit, sich in die neue Situation einzufinden und die Aufnahmen ausnehmend zu würdigen. Auch wurde glücklicherweise auf eine nervige oder didaktische Erzählerstimme verzichtet. (Wer es in Sachen Vögeln oder Vorgehensweise genau wissen will, kann sich den Audiokommentar von Jacques Perrin oder den Vogelalmanach einschalten.) Mehr als ein paar Sätze wird kaum gesprochen und der dezenten musikalischen Untermalung wurde jeweils das Schlagen der Flügel beigemischt, so dass sich das Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein, verstärkt. Der Fokus liegt also für einmal wirklich auf den Bildern, auf den Zugvögeln. Und diese sind ein wirklich dankbares Sujet, so abwechslungsreich, anmutig und irgendwie ursprünglich, dass es einem in den 94 Minuten nie langweilig wird: Ein Filmerlebnis!

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