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23. Juli 2009, 09:30 Politik

Gewaltprävention durch Zivildienstleistende: Warum nicht!

Simon Oberbeck - Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung steigt die Anzahl der Zivildienstleistenden. Mittlerweise sind es um die 2000 Personen pro Jahr, die sich für den Zivildienst entscheiden. Neben bekannten Tätigkeiten, wie Dienstleistungen in Altersheimen, in Behindertenwerkstätten, b...

Gewaltprävention durch Zivildienstleistende: Warum nicht!
Seit der Abschaffung der Gewissensprüfung steigt die Anzahl der Zivildienstleistenden. Mittlerweise sind es um die 2000 Personen pro Jahr, die sich für den Zivildienst entscheiden. Neben bekannten Tätigkeiten, wie Dienstleistungen in Altersheimen, in Behindertenwerkstätten, bei der Bewältigung von Folgen von Naturkatastrophen oder neu im Asylwesen auch im Rahmen des Projekts "Gewaltprävention im Zivildienst".

Dabei leisten zivildienstleistende Männer Einsätze in kleineren Städten, um Gewalt auf Pausenplätzen, im Wohnquartier, im Ausgang und an weiteren kritischen Stellen zu verhindern. Für kleinere Städte ist dieses Modell mehr und mehr ein gangbarer Weg. Denn für einen vollamtlichen Sozialarbeiter für Gewaltprävention fehlt das Geld und der Bedarf ist vielerorts offensichtlich. Zudem ist auch das meist eher junge Alter der Zivildienstleistenden für deren Autorität von Vorteil.

Bedarf nach Arbeitsbeschaffungsprogramm

Der Sinn von Gewaltprävention im Zivildienst und überhaupt des Zivildiensts wird allerdings noch nicht überall anerkannt. Als ehemaliger Zivildienstleistender in einem Wohnheim zur Förderung geistig Behinderter weiss ich, welch wichtigen Dienst der Zivildienst an der Gesellschaft leistet. Nach wie vor gibt es allerdings Exponenten die glauben, dabei handle es sich um ein Arbeitsbeschaffungsprogramm mit marginaler Wirkung. Gerade beim Projekt "Gewaltprävention im Zivildienst". Die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache, wie mir jüngst der Chef der Vollzugsstelle für den Zivildienst mitteilen konnte. Zu bemerken ist auch, dass nach wie vor bei weitem nicht alle Zivildienststellen besetzt werden können. Der Bedarf nach einem Arbeitsbeschaffungsprogramm existiert also schlicht nicht.

Das Potential für diese Form des Dienstes an der Allgemeinheit ist allerdings beschränkt. Denn trotz besten Ausbildungskursen können Zivildienstleistende nicht denselben Professionalitätsgrad erreichen, wie ausgebildete Sozialarbeiter. Trotzdem, Gewaltprävention im Zivildienst macht Sinn. Vor allem weil die beteiligten Zivildienstleistenden Know-how mitbekommen, das sie im Zivilleben hervorragend nutzen können. Sei es an Sportveranstaltungen, im Ausgang oder im Wohnquartier. Denn eines ist klar, aktive Zivilcourage kann eine Menge zur Lösung der herrschenden Gewalt-Probleme beitragen.

Breite Öffentlichkeit soll profitieren

Mit den Zivildienstleistenden verfügen wir über eine Ressource, die hierfür genutzt werden sollte. Denn sie sind ohnehin für die Problemantik sensibilisiert. Sorgen wir also dafür, dass eine breitere Öffentlichkeit von den Qualitäten des Zivildiensts profitieren kann. Nutzen wir die Gelegenheit, führen wir für die Zivildienstleistenden Grundausbildung mit Schwerpunkt Gewaltprävention ein!

Simon Oberbeck ist 25 Jahre alt und seit 3 Jahren Präsident der Jungen CVP Schweiz. Er ist Persönlicher Mitarbeiter von Nationalrätin Kathrin Amacker, Gemeinderat in Birsfelden BL und beginnt im September mit einem FHNW-Studium in Betriebsökonomie.

www.oberbeck.ch

Die erste Kolumne von Simon Oberbeck

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