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28. Juli 2009, 11:50 Festivals

Openair Lumnezia

Dominik Stutz - Die 25. Ausgabe des Openair Val Lumnezia war mit 13‘500 Besuchern ausverkauft. Das für einmal nur durchschnittliche Line-Up wurde durch die einmalige Atmosphäre im Tal des Lichtes mehr als wettgemacht. Die Mühen der langen Anreise ins Seitental der Surselva lohnen sich auf j...

Die 25. Ausgabe des Openair Val Lumnezia war mit 13‘500 Besuchern ausverkauft. Das für einmal nur durchschnittliche Line-Up wurde durch die einmalige Atmosphäre im Tal des Lichtes mehr als wettgemacht.

Die Mühen der langen Anreise ins Seitental der Surselva lohnen sich auf jeden Fall. Denn dem Charme Degens erliegt jeder. Am Sonnenhang im Val Lumnezia gelegen, regiert die verschlafene Gemütlichkeit. Schmucke Häuschen mit üppigen Geranien geschmückt, prägen das Dorfbild. Aber für zwei Tage im Jahr wird Degen zur Stadt und nationale und internationale Bands geben dem Leben in Degen einen anderen Beat. Am Dorfrand errichten Tausende von Besuchern des Openairs Val Lumnezia ihre Zeltstadt. Dass die Besucher auch dieses Jahr wieder so zahlreich erschienen sind, ist nicht selbstverständlich. Denn das Openairboot Schweiz ist voll und dem Openair Lumnezia fehlte ein Headliner. Auch Lumnezia scheint sich die immer höheren Gagen der Top-Acts nicht mehr leisten zu können. Die vornehmlich regionalen Festivalbesuchern schätzen aber auch ohne internationalen top act die speziellen Reize eines Anlasses zwischen familiären Turnerchränzli und musikalischem Grossevent. Musikalisch war das diesjährige Openair wie gesagt eher durchschnittlich besetzt. Das absolute Highlight am Freitag war definitiv der Auftritt von Deichkind. Die Hamburger Tech-Rap-Crew setzte einen herrlich scharfen Kontrast zum restlichen Programm und sorgte trotz regnerischem Wetter für Partystimmung. Inwiefern die imposante und ziemliche schräge Show mit den ungewöhnlichen Hilfsmitteln (Trampolin, Bungeeseile) eine der letzten ihrer Art gewesen sein sollte, wird sich zeigen. Nachdem Tod ihres Produzenten Anfangs Jahr, ist die Zukunft von Deichkind noch ungewiss. Etwas früher am Abend hatte Phenomden eindrücklich bewiesen, dass man auch mit Zürcher Dialekt im Bündnerland gut ankommen kann. Patent Ochsner gab sich ein weiteres Mal die Ehre am Lumnezia. Nie wurde an diesem Wochenende auch im Festzelt so lautstark mitgesungen wie bei „Venus vo Bümpliz“. Das Comeback Guano Apes zeigte, dass die Band auch heute noch von der unglaublichen Bühnenpräsenz ihrer Frontfrau Sandra Nasić lebt. Die Reunion einer zweiten deutschen Rockband, Selig, am Samstag bei herrlichem Sonnenschein, mochte das Publikum am Lumnezia weniger begeistern, auch wenn die Stimme Jan Plewkas nachwievor Hühnerhaut-Potenzial besitzt. Bei Liricas Anales bebte dann das ganze Dorf. Die rätoromanischen Bündner haben ihr musikalisches Sprachrohr in der fünfköpfigen Rap-Crew gefunden. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Culcha Candela und später Stress wussten mit soliden Performances aufzuwarten.

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