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30. März 2010, 21:58 Konzert Music Festivals

M4Music - Karl Bartos: Wie ein Jazzmusiker in der Technowelt

Patrick Holenstein - Den Samstag eröffnete eine Legende der elektronischen Musik. Karl Bartos, früher Mitglied der deutschen Kult-Truppe Kraftwerk, spielte „LiveCinema: The Rhythmic Screen“, seine Hommage an die Geschichte der elektronischen Musik und des absoluten Film des 20er Jahre. Grüne ...

Den Samstag eröffnete eine Legende der elektronischen Musik. Karl Bartos, früher Mitglied der deutschen Kult-Truppe Kraftwerk, spielte „LiveCinema: The Rhythmic Screen“, seine Hommage an die Geschichte der elektronischen Musik und des absoluten Film des 20er Jahre.

Grüne Digitalzahlen flimmern hypnotisch über die drei Bildschirme hinter Karl Bartos und seinen beiden Mitmusikern. Gelegentlich ein „One, Two“ von Bartos und schon findet man sich auf der schönsten Technoparty. Die Bässe wummern druckvoll, zu spüren bis in die Eingeweide. Die Kegel und Strahlen der Scheinwerfer beleuchten den Raum nervös, so muss das sein, schliesslich wird auf der Bühne eine Zeitreise gestartet, eine Reise in die Blütezeit des Techno, Ende der Neunziger.

Und Karl Bartos zelebriert seine Musik mit Hochgenuss, strahlt, werkelt an den diversen Computern und Apparaturen vor ihm und kreiert eine Show, die fasziniert. Egal ob er Binärcodes über die Leinwände schickt, ob er, wie bei Celebrities, bekannte Persönlichkeiten von Bob Dylan über Frank Zappe bis zu den Beatles auf die Leinwände projiziert, Computer tanzen lässt oder zu Tour de France Bilder eben dieser zeigt, seine Kreationen faszinieren. Besonders spannend ist, dass Bartos die Bilder nie gleich mischt. Er fügt die einzelnen Elemente bei jeder Show so zusammen, wie er gerade Lust hat. Er vergleicht dies im Students-Interview mit der Arbeit eines Jazzmusikers, der zwar seine Standards hat, jedoch im Stande ist, diese neu zu arrangieren.

Eine Gefahr bei elektronischer Musik kann sein, dass die Stücke mit der Zeit eintönig klingen. Dies umschifft Karl Bartos allerdings geschickt, indem er gelegentlich grosse Klassiker aus dem Schaffen Kraftwerks einbaut. Etwas Das Model, Computerliebe oder bereits erwähnte Tour de France. Bartos gelingt es, nicht zuletzt durch die Videos, die mal kubistisch, mal dadaistisch und mal schlicht wie Nonsens wirken, eine Art roten Faden durch seinen Auftritt zu ziehen. So bleibt als Fazit, dass das Gesamtkonstrukt des LiveCinemas genau so gut funktioniert, wie es die Songs von Kraftwerk bis heute tun.

Karl Bartos im Students-Interview gibt es HIER.

Mehr Infos zu Karl Bartos auf seiner Homepage.

Bildquelle: karlbartos.com

Pics by: Dominik Landwehr

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