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31. Mai 2010, 17:09 Kolumnen

Schöne andere Welt

Mirjam Rohrbach - Dass mittelamerikanische Airlines nicht pünktlich, langes Anstehen selbstverständlich und Ineffizienz irgendwie stilvoll ist, das wusste ich schon. Doch die Mexikaner hatten noch einiger mehr in Petto. Endlich in der Sonne angekommen, fragte ich mich: Wie läufts denn so in Mé...

Dass mittelamerikanische Airlines nicht pünktlich, langes Anstehen selbstverständlich und Ineffizienz irgendwie stilvoll ist, das wusste ich schon. Doch die Mexikaner hatten noch einiger mehr in Petto. Endlich in der Sonne angekommen, fragte ich mich: Wie läufts denn so in México?

Um mal dem regnerischen, arbeitsreichen, prüfungsgeplagten Alltag der Schweiz zu entkommen und mein Herz in der Ferne zu besuchen, umschiffte ich die grosse Aschewolke und flog nach Mexiko. Mal wieder mein Gesellschafts- und Kommunikationsstudium mit etwas Praxis aufpeppen. Das mit der Kommunikation und meinen spärlichen Spanischkenntnissen war nicht ganz so einfach. Aber wozu hat man sonst Hände und Füsse? Und zumindest für den Gesellschaftswissenschaftlichen Teil funktionierte es: Irgendwo hinsetzten und umsehen. Peoplewatching betreiben und mal schauen, was die Mexikaner den lieben langen Tag so Verrücktes treiben. Und da gibt es einiges. Mal angefangen mit Tacos zum Frühstück, Gelatinestücken in Joghurt, scharfen Süssigkeiten, Popcorn mit Sauce und Mais mit viel Mayonnaise. Und natürlich lecker frische Früchte. Die isst man da mit Limettensaft und Salz. Die gleichen Zutaten, welche man auch in Limonade mischt, . Noch etwas Chili dazu und das Ganze kann am Strassenrand verkauft werden. Will man Bus fahren, ist man am Strassenrand auch schon ziemlich richtig. Einfach ordentlich winken wenn ein Bs kommt, der aussieht, ob er in die richtige Richtung fahren würde. Falls grad keiner kommt, auch egal, Taxis gibt’s zu Hauf. Mit dem Taxi käme man auch etwas schneller vorwärts, doch pünktlich heisst hier: Eine halbe Stunde zu spät. Plusminus. Da hat man also Zeit. Doch das Schöne am Taxifahren (für und Schweizer): Es kostet so gut wie gar nichts. Essen übrigens auch nicht. Was dann zu Begeisterten Abendessen für 3 Franken (gut, nicht von der Strassenecke, denn das wäre noch billiger) mit Margaritha für 4 Franken (Zwei? Ich hatte doch nur einen bestellt…ach so, happy hour…) führt. Auch mein bleich-blond-touristisches Aussehen erwies sich als durchaus hilfreich. In einer Stadt, welche sich keinen europäischen Besuch gewöhnt ist, wird man auch schon mal zum Bus begleitet, wenn man nach der Richtung fragt. Oder, etwas verwirrend, als Fotoobjekt ausgeliehen. Es fehlte nur noch ein „Bitte nicht Füttern“- Schild und ich wäre mir vorgekommen wie ein vom Aussterben bedrohtes Zootier. Und was nicht verwirrend, sonder einfach nur frech war: Nein, mit der Kreditkarte hat die Zahlung leider nicht funktioniert, es tut uns leid. Leere Hände und trotzdem den Betrag auf der Kreditkartenabrechnung? !Mucha Gracias!

Wenn ihr also mal die Schweiz satt habt, ab unter die Mexikanische Sonne. Es lohnt sich! Doch behaltet eure Kreditkarte schön bei euch…

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