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14. Februar 2008, 16:09 Konzert Music

Jimmy Eat Aldi. Rockstars normal.

Andreas Rohrer - "Weißt du, wir sind alle häuslich geworden" erzählen mir Zach und Rick von Jimmy Eat World gestern (13.02.) vor der Show. Autsch, Tiefschlag und Sofort-Angst vor einem unmotiviertem Auftritt der Häuslichen. Weil, man glaubt ihnen die Aussage. Rockstars sind anders. Schaut man...

Jimmy Eat Aldi. Rockstars normal.
"Weißt du, wir sind alle häuslich geworden" erzählen mir Zach und Rick von Jimmy Eat World gestern (13.02.) vor der Show. Autsch, Tiefschlag und Sofort-Angst vor einem unmotiviertem Auftritt der Häuslichen. Weil, man glaubt ihnen die Aussage. Rockstars sind anders. Schaut man die beiden Mittdreissiger an, zeugt so gut wie nichts mehr von High School Brawls, den darauf folgenen Gründerzeiten des Emocore und anschliessend Welttourneen mit Green Day. Vielleicht die relaxed-fit Jeans oder das Baseballcap sind geblieben aus den Neunzigern, aber das trägt man in Amerika doch noch in fünfzig Jahren so. Spricht man sie auf ihr Über-Album Bleed American an, denken sie an eine "gute Zeit" zurück und sind knapp "stolz drauf". Jimmy Eat World wollen keine Helden sein. Die vier Bandmitglieder leben noch immer an ihrem Geburtsort in der Wüste Arizonas. Dort haben sie ihr neustes Werk Chase This Light aufgenommen, und zwar "so wie wir das wollten. Was andere denken ist uns egal." Wählen tun sie demokratisch, obwohl Präsidentschaftskandidat McCain aus Arizona kommt, und dort "auch Gutes getan hat". Essen tun sie Aldi aus Plastiktellern. Das wird ihnen zumindest in Zürich aufgetischt. Ich möchte Witze machen, Jimmy Eat Aldi, aber ich glaub das Zeug schmeckt ihnen. Das Treffen verwirrt. Jimmy Eat World sind Helden. Nach zwei aus der Emo-Szene nicht mehr wegzudenkenden Platten wurden sie mangels Verkäufe von der Plattenfirma geknickt. Im Postverteilzentrum und an der Supermarktkasse wurden darauf Geld erarbeitet und Melodien ausgedacht. Mit Geld und Melodien wurde Bleed American gepresst, nach 9/11 für zum Wohlwollen des verletzten Amerikaners in Jimmy Eat World umgetauft und nie mehr vergessen. Danach kam Futures, mit Pain und Work Herz und Seele der Working Class, und heute ist Chase This Light eine Platte die trotz musikalischem Weltvormat unfassbar schön ist. Abends im Rohstofflager erkennt man Jimmy Eat World wieder. Kleidung und Attitude halten, was das vorangegangene Treffen versprochen hat. Die Musik hält, was all die Platten versprochen haben. "New songs, old songs, everything!" hat Sänger Jim Adkins dabei und belegt mit einem – verzeihung - Hit-Feuerwerk. Fueled by Aldi-Znacht. Ich muss lachen. Meine Angst ist weg. War richtig gut. Auch wenn ihnen selber egal ist was ich hier schreibe.
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