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24. August 2010, 23:00 Movie

The Expendables

Gregor Schenker - Es hört sich ganz nach dem feuchten Traum eines Actionfilm-Fans an: Sylvester Stallone (eine lebende Legende dank seiner Kino-Einsätze als John Rambo und Rocky Balboa) schnappt sich eine Handvoll seiner nicht minder schlagkräftigen Kollegen und dreht mit ihnen einen altmodisch...

The Expendables
Es hört sich ganz nach dem feuchten Traum eines Actionfilm-Fans an: Sylvester Stallone (eine lebende Legende dank seiner Kino-Einsätze als John Rambo und Rocky Balboa) schnappt sich eine Handvoll seiner nicht minder schlagkräftigen Kollegen und dreht mit ihnen einen altmodischen Prügel-Streifen mit Schiessereien, Explosionen und jeder Menge Testosteron. Grunz!

Zur Story: Barney Ross (Sylvester Stallone) ist der Anführer einer Truppe von Söldnern, die sich für allerhand gefährliche, politisch heikle und moralisch fragwürdige Einsätze anwerben lässt. Aktuell geht’s darum, General Garza auszuschalten, das diktatorische Staatsoberhaupt der südamerikanischen Bananenrepublik Vilena (!). Zunächst zögert Ross, den Auftrag anzunehmen – allzu gefährlich erscheint das Ganze. Aber nachdem er bei einer Erkundungstour die Tochter des Generals kennengelernt hat, die unter grösster Gefahr ihren eigenen Vater bekämpft, lässt ihm sein Gewissen keine Ruhe …

Um es kurz zu machen: Den grossen Erwartungen, die man im Vorfeld in The Expendables gesetzt hat, wird der Film nicht gerecht. Das ist kein testosterongeschwängertes Männerkino, das neue Massstäbe in Sachen Action und Gewalt setzt, sondern ein 08/15-Söldnerfilm mit durchschnittlicher Action und verschenkten Darstellern. Das fängt schon bei der langweiligen Story an – das Ärgerliche an dieser ist nicht, dass sie voller Klischees und hirnlosen Unsinns ist (das muss schliesslich so sein), sondern dass Stallone und seinem Co-Autoren der altbekannten und schon oft durchgespielten Geschichte absolut nichts hinzuzufügen haben. Soviel Einfallslosigkeit darf einfach nicht sein (Hommage an das 80er-Jahre-Actionkino hin oder her). Zudem will kaum Spannung aufkommen, denn unsere Helden haben es einfach viel zu leicht (von wegen Himmelfahrtskommando) – kein Wunder bei den lahmen Bösewichten (David Zayas und Eric Roberts), die zu beschäftigt damit sind, sich zu streiten, als dass sie für irgendwen eine ernsthafte Gefahr darstellen würden.
Was dann die Inszenierung anbelangt, ist der Film durchwachsen: Zwar wissen die Explosionen zu gefallen und geht einem immer wieder das Herz auf, wenn reihenweise gesichtslose Handlanger mit dem Maschinengewehr blutig zerfetzt werden (der Film ist nicht grad zimperlich), aber auch hier werden die Actionszenen durch die Seuche des modernen Stakkato-Schnittes verhunzt. Der grosszügige Einsatz zweitklassiger CGI ist dem Charme des Filmes nicht grade zuträglich.

Das grösste Problem besteht schliesslich darin, dass The Expendables weniger ein Action-Spass, als ein verkapptes Charakterdrama (mit etwas Action) ist: Ob es sich nun um Barneys Gewissensbisse oder die Beziehungs- sowie Drogenprobleme und Kriegstraumata seiner Männer handelt, ständig nervt Regisseur Stallone mit Charakterszenen, welche bloss den Betrieb aufhalten und zudem unfassbar miserabel geschrieben sind. (Zum Vergleich: Letztens hat Predators mit weniger Gerede bedeutend rundere Charakter abgeliefert – ausserdem war die Action viel übersichtlicher.)

Auch sonst werden die Darsteller weitgehend verschwendet: Stallone und Statham (The Bank Job) dürfen zwar ordentlich zulangen, aber Jet Li (The Forbidden Kingdom) verkommt zur Witzfigur und Dolph Lundgren (Universal Soldier) wird zu früh aus dem Spiel genommen. Der Rest läuft unter ferner liefen.
Immerhin ist der kurze Gastauftritt von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger ganz witzig.

Alles in allem ist The Expendables nicht der spektakuläre Actionkracher, den man sich erhofft hat. Dafür ist der Film zu langweilig und einfallslos in der Story, zu ausufernd und plump in den Charakterszenen, zu zappelig und CGI-lastig in der Action. Zugegeben, mit heruntergeschraubten Erwartungen ist der Film nicht völlig ohne Unterhaltungswert.


Bewertung: 2.5 von 5


  • Titel: The Expendables
  • Land: USA
  • Regie: Sylvester Stallone
  • Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren
  • Verleih: Ascot Elite
  • Start: 26. August 2010
Fotos von Ascot Elite
Kommentare
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blacknero
blacknero 21.09.2010 um 09:03
Wer eine Story bei diesem Film erwartet hat, ist definitiv im falschen Film. Es ist ein, sagen wir mal, 80er Jahre Action streifen. Mit vielen Schiessereien und noch mehr Explosionen. Das vieles nur Computereffekte waren, war sicherlich schade wie auch merkbar. Für mich ist es ein gelungener Action-Film.