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2. Dezember 2010, 21:36 Konzert Music

Bugge Wesseltoft von seiner sanfteren Taste

Fabian Keller - Für viele ist Bugge Synonym für avantgardistischer elektronisch angehauchter Jazz. Dass er aber auch ohne Henrik Schwarz und Laurent Garnier und ohne Elektronik auskommt, hat er in der Kirche Neumünster eindrücklich unter Beweis gestellt.

Bugge Wesseltoft von seiner sanfteren Taste
Snowing on my Piano dachte sich wohl gestern das Zürcher Wetter ebenfalls und sorgte dafür, dass einige Konzertbesucher etwas später als geplant den Weg in die Kirche fanden. Durch die verschneite Landschaft und das Verkehrschaos war es jedoch ein umso Leichteres sich auf die sanften Pianoklänge im Neumünster einzustimmen. Die Einstimmung bedurfte auch nicht lange. Wer kann einer solchen Szenerie wie sie im Neumünster herrscht schon nicht verfallen? Gedimmte Lichter, totale Stille im Publikum und inmitten auf der Bühne ein riesiger schwarzer Flügel mit dem eher unaffälligen Bugge an den Tasten.

Vom ersten Moment an hatte Bugge die an diesem Tag bunt gemischten Kirchengänger auf seiner Seite. Mit voller Hingabe und einigem Einfallsreichtum interpretierte er nicht nur klassische Pianostücke, sondern auch etwas abstraktere und längere Eigenkompositionen. Und auch obwohl an diesem Tag das Publikum von jung bis alt alle Alterssegmente abdeckte hielt die andächtige Stimmung bis ganz zum Schluss an. Bugge schaffte es sogar ein multichorales Stille Nacht als finale Zugabe zum Besten zu geben. Leider mussten sich die Zuhörer trotz riesigem Applaus und dreimaligem "Wiedererscheinen" damit zufrieden geben. Ich bin mir aber ganz sicher, dass die Mehrheit gerne noch ein paar weiteren Klängen gelauscht hätte. Und für viele dürfte damit klar sein, dass es sich definitiv lohnt Musikern eine Chance zu geben die sich abseits ihrem typischen Genre bewegen.

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