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5. Juli 2011, 11:56 Movie

Kill Me Please

Raphaël Rück - "Kill Me Please!" lautet der Ausruf des Dutzend Berühmtheiten und anderen Nervenkranken die eine belgische Sterbeklinik bewohnen. Liebhaber von schwarzen Komödien werden den Stil mögen, andere werden kopfschüttelnd nach der Message suchen. Vergeblich!

Kill Me Please
Die Patienten des Doktor Kruger (Aurélien Recoing) sind mit einem klaren Ziel angereist: Sie wollen sterben. Sehr unterschiedlich gestaltet sich jedoch ihr letzter Wunsch. Manche wollen ein letztes Mal die irdischen Lüste erfahren, andere wollen noch einmal vor einem Publikum singen. So zum Beispiel die almodovarisch inszenierte Diva, Madame Rachel, die von der transsexuellen Zazie de Paris gespielt wird.

Grotesk bis burlesk – in der Klinik wird darüber gestritten, wem zuerst das "Glas Wasser" gereicht wird. Virgile (Virgile Bramly) wollte sich mit sieben zum ersten Mal das Leben nehmen. Diplomatisch versucht er den Doktor davon zu überzeugen, ihm doch auch den Feuertod zu gewähren, wie der (un)glückliche Patient, der einem Feuer in der Küche erlegen ist.

Nichts wie weg! – Der Film erfährt eine interessante Wende, als während einem Spaziergang der kanadische Intellektuelle Mr. Breiman (Saul Rubinek) und die Abgesandte des Finanzamt Inspectrice Evrard (Virginie Efira) erschossen werden. Plötzlich bekommen es einige Klinikpatienten mit der Angst zu tun und sie entdecken einen neuen Überlebensinstinkt. Ironie des Schicksals: Denen, welche dennoch sterben wollen, wird diese letzte Ehre nicht erwiesen.

Wozu? – fast beschämend und politisch inkorrekt ist die Frage: Wer hat einen solchen Film überhaupt produziert? Denn bekanntlich soll Kunst geistige Grenzen sprengen und Neues wagen. Vielleicht sollte man erwähnen, dass es Olias Barco, der selbst einen Selbstmordversuch hinter sich hat, nicht leicht fiel, seinen Stoff zu verfilmen. Schliesslich fand er in Brüssel Gehör (was bei der notorischen Selbstironie der Belgier nicht sehr verwunderlich ist).

Das Produkt ist blutig und ein bisschen sinnwidrig. Wer sich eine Meinung über Sterbehilfe à la Dignitas oder Exit machen will, ist da falsch. Kill Me Please ist ein schwarzweisses Alien unter den heutigen Kinofilmen. Why not!

Bewertung: 3 von 5

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