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15. Juli 2011, 11:58 Music Festivals Interview

"Stuff happens": The Vaccines im Interview

Katharina Bornhauser - Die vier Londoner von The Vaccines haben auf der Insel eingeschlagen wie eine Bombe. Auf ihrer Tournee machten sie Halt auf dem Gurten. Schlagzeuger Pete Robertson (Foto ganz links) nahm sich Zeit, um mit students.ch über intellektuelle Gitarrenmusik und gute Popsongs zu sprechen.

"Stuff happens": The Vaccines im Interview
Ihr seid aus Grossbritannien, wo ihr als „Retter der Gitarrenband“ gefeiert werdet. Hierzulande habt ihr noch Geheimtippstatus. Was ist dir lieber?

Zum Glück ist der Hype in Grossbritannien mittlerweile vorbei. Dieses Lob erhielten wir bevor man uns wirklich kannte, es waren Vorhersagen. Jetzt, wo das Album [Anm. d. Red.: What Did You Expect From The Vaccines?] draussen ist, kennen uns die Leute und wissen, worum es uns geht. Die Leute können unsere Musik jetzt als das geniessen, was sie ist. Hier ist es echt erfrischend, um als unbekannte Entität aufzutreten. (grinst)

Ist es denn nicht praktischer, gehypt zu werden? Hier habt ihr diesen Vorteil ja nicht.

Wir waren jetzt an vier Festivals in der Schweiz und wir konnten uns langsam ein Publikum erarbeiten, ein Stammpublikum. Jedes Mal wenn wir wiederkommen, scheint es mehr Leute zu geben, die uns kennen. Ich mag diese „organische“ Art des Erfolgs, es fühlt sich natürlicher an.

Ihr werden oft mit den Strokes verglichen. Stört dich das?

Nein, gar nicht. Es kommt aber darauf an, wie man uns mit ihnen vergleicht. Die Wirkung, die die Strokes hatten, war grösser als die, den wir hatten. Die Strokes machten die Gitarrenmusik populär in einer Zeit, als sie gar nicht beliebt war, sie machten sie wieder gross.

Sie haben euch also den Weg geebnet?

Ja, schon. Leider hat sich diese Ära der Gitarrenmusik, die sie begannen, in etwas recht uncooles verwandelt. Die sogenannte Indiemusik hat ihren Weg verloren. Viele Bands, die sich von den Strokes inspirieren liessen, zogen ihre gesamte Inspiration nur noch aus den Strokes. Die Tiefe, welche die Strokes hatten, war nicht mehr da.

Aber ihr habt diese Tiefe?

Natürlich ist das unser Ziel. Wir vier haben verschiedene Hintergründe, auch musikalisch, und das gibt uns eine breite musikalische Palette. Wir bezeichnen uns gerne als eifrige Schüler der Musik, mit unseren Plattensammlungen und so. Ich habe auch Musik studiert.

Da ist es aber schwer, nicht zu intellektuell zu werden.

(lacht) Oh ja. Wir arbeiten an einem Projekt, wo wir die Dinge herunterbrechen wollen auf die Essenz von guten Popsongs. Wenn wir im Studio arbeiten und komponieren, streben wir das an: Wir wollen den überflüssigen Ballast abwerfen und das herauszuarbeiten, was einen guten Popsong ausmacht.

In euren Songs schwingt allerdings diese dunkle Stimmung mit. Seid ihr denn ein Haufen tieftrauriger Jungs oder woher kommt das?

(lacht) Nein, wir sind ziemlich zufriedene Leute. Niemand ist immer glücklich oder immer traurig, deshalb versuchen wir, das ganze Spektrum unserer Gefühle und Stimmungen zu umfassen und zu akzeptieren, dass Dinge geschehen. Stuff happens!

The Vaccines auf Myspace

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