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17. Juli 2011, 00:00 Konzert Festivals

Gurtenfestival: Kassensturz bei Halbzeit, Teil 1

Patrick Holenstein - Schon wieder ist das halbe Gurtenfestival vorüber. Zeit also für eine erste Bilanz, einen ersten Rückblick auf die musikalischen Ups and Downs.

Gurtenfestival: Kassensturz bei Halbzeit, Teil 1
Das lange Anstehen an der Gurtenbahn und das (gefühlt) noch längere Ausharren an der Medienkasse hatte ich bereits in den Beinen und schwebte trotzdem vorfreudig auf das Gelände. Kate Nash riss mich wieder auf den Boden. Nicht, dass sie schlecht gewesen wäre, aber einmal mehr plätscherte eins ihrer Sets gemütlich und unspektakulär vor sich hin, bis Foundations die Menge doch noch erreichte. Der laue Einstieg konnte die Vorfreude auf Noah & The Whale jedoch nicht dämpfen.

Die britischen Gentlemen-Folker, schön adrett in Anzüge gekleidet, begeisterten von Anfang an mit vielen Streichern und diversen elektronischen Spielereien. Es war ein Genuss ihnen zuzuhören. L.I.F.E.G.O.E.S. oder Love Of An Orchestra brachten die Leute zum tanzen und das epische The First Days Of Spring verleitete abschliessend zum Träumen. Was für ein grandioses Konzert. Brandon Flowers musste sich warm anziehen.

 Noah & The Whale beim grossartigen Auftritt auf der Zeltbühne.
Noah & The Whale beim grossartigen Auftritt auf der Zeltbühne.

Das mit dem Anziehen konnte man sich als Besucher auch gleich selbst zu Herzen nehmen, denn langsam wurde es ungemütlich kalt und ein eisiger Wind wehte auf dem Gurten. Dafür startete Flowers brachial gut mit dem sehr reduziert interpretierten Welcome To Fabulous Las Vegas und dem wieder aufbrausenderen Crossfire. Besser war er danach nicht mehr, auch wenn mit Read My Mind und Mr. Brightside zwei Killer(s)-Songs für Stimmung sorgten.

Danach waren die Eels angesagt. Auf der aus allen Nähten platzenden Zeltbühne zeigten sich die Mannen um Frontmann E von der gewohnt guten Seite und zelebrierten ihren vielschichtigen Sound. Doch zur gleichen Zeit wieherte auf der Waldbühne bereits Das Pferd. Ich folgte dem Ruf nach einigen Ohren voll Eels und trabte einmal quer über das Gelände zu den Baslern.

 Vielleicht die beste Performance in diesem Jahr: Eels-Frontmann E.
Vielleicht die beste Performance in diesem Jahr: Eels-Frontmann E.

Die hämmernden Orgelriffs und die packenden, herrlich tanzbaren Elektrobeats, die mich empfingen, zeigten, dass der Bühnenwechsel die richtige Wahl war.Das Pferd zogen dann auch alle Register, blödelten, veranstalteten spontane Applausschulungen, etwa den Heavy-Metal-Applaus, und bliesen sogar den "Jazzmusikern im Publikum" mit dem Schlauch den Marsch. Da nimmt sich eine Band nicht zu ernst und genau durch diese rotzfreche und bitterironische herangehensweise glänzte die Performance von Das Pferd. Vordergründig offenbarte sich der rote Faden im Konzert nicht - soll wohl auch so sein. Wild wurden die Stile gemixt und scheinbar willkürlich Texte ad absurdum geführt und wahrscheinlich soll ein Hauch von Dadaismus hier Programm sein. Jedenfalls war das abgefahren Tekkno-Set absolut großes Kino. Das bewiesen Das Pferd mit dem abschliessende Live-Mash-Up aus Coldplays Fix You und Patent Ochsners Scharlachrot.

Mit den vor allem lauten Klängen von 2ManyDJs endete der erste Tag auf dem Gurten. Hiergeht es zu Tag 2.


Bilder von Partyguide (Gallery Gurtenfestival)

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