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17. Juli 2011, 13:13 Konzert Music Festivals

Gurtenfestival: Kassensturz bei Halbzeit, Teil 3

Katharina Bornhauser - Der Gurten-Samstag 2011 war ein Badiwetter-Tag. In Scharen pilgerten die Festivalbesucher auf den Berg, um die Wiese in ein Riesenpicknick zu verwandeln. Überall Decken und Körbe und Leute, die versuchten, Sandwiches zu verdrücken ohne zu krümeln. Auch musikalisch war mehr dabei als ein paar Krumen.

Gurtenfestival: Kassensturz bei Halbzeit, Teil 3
Da Plan B ausfielen, gab es einige programmatische Verschiebungen. Jay Kay sagte aber trotz Leistenbruch nicht ab und die Besucher konnten sich beruhigt den anderen Acts bis zum grossen Jamiroquai-Konzert widmen.Um 19 Uhr traten die Kaiser Chiefs auf, ihr obligatorisches „Ruby, Ruby, Ruby“ war bis weit ins Tal hinunter zu hören. Mit ihrem massiven, leider etwas zu durchorganisierten Rock begeisterten sie die Menge.Die Mehrheit der Besucher vor der Hauptbühne blieb gleich da, um ihren Platz für Jamiroquai nicht zu verlieren. Die waren so pünktlich dran, dass man fast hätte meinen können, Jay Kay wolle das Konzert so schnell wie möglich hinter sich bringen. Outfittechnisch glich der Barde einem Landstreicher, der sich in einem mexikanischen Thriftstore eingekleidet hatte. Damit sah er immer noch besser aus als der Grossteil des Publikums. Musikalisch war das Konzert das Äquivalent zu einem dudelnden Radio mit Lichtshow. Nichts bahnbrechendes, aber solide Leistung.

Danach waren die Ting Tings dran, die auf der Zeltbühne auftraten. Ihr Plastikpop, der klingt wie direkt aus der Plattensammlung der in den 80ern pubertären Eltern, riss auch das nach dem Mauerfall geborene Publikum mit. Das Konzert war eigentlich ein einziger Höschenblitzer der Sängerin Katie White, die dank einem sehr leisen Mikrofon nur schlecht zu hören war. Ein paar neue Songs waren auch in der Setlist, inklusive ein stark abgewandeltes „Hands“. Nach knapp einer Stunde war die Party vorbei und ohne Abschiedsworte verliessen die Ting Tings die Bühne; vermutlich soll so die Vorfreude auf das im September erscheinende Album gesteigert werden.

Rechtzeitig für Pendulum fanden sich die Besucher wieder vor der Hauptbühne ein. Pendulum wirkten wie ein Haufen Nerds, die erst durch das Trinken einer Flasche Coolness dazu imstande waren, ihre von Verschwörungstheorien und The Prodigy getriebene Welt in Noten und Klänge zu fassen. Zu Beginn waren die Australier etwas enttäuscht über den mangelnden Enthusiasmus im Publikum, aber irgendwann spielten sie laut genug, um selbst den müdesten Bünzli zum Hüpfen zu bringen. Die harte Elektronik steigerte sich zu einem donnernden Inferno, leider ruinierten die abgedrehten Visuals die Stimmung.

Gleich im Anschluss geben Chromeo ihren Electro-Funk in der Zeltbühne zum Besten. Da gondeln die meisten Besucher aber schon mit der Gurtenbahn zurück in die Zivilisation. Bis spät in die Nacht dröhnt der Berner Hausberg noch von der Musik aus den Clubzelten. Der angedrohte Regen blieb aus und verhalf dem Samstag trotz vergleichbar flauem Programm noch zur Hochform.

Hier gehts zu Tag 1 und 2

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