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6. Oktober 2011, 14:13 CD / Vinyl Music

Clap Your Hands Say Yeah - Hysterical

Katharina Bornhauser - Nach vier Jahren Pausen kehren Clap Your Hands Say Yeah mit einem neuen Album zurück. Auf „Hysterical“ zeigen sie sich aber weniger hysterisch als vielmehr nachdenklich.

Clap Your Hands Say Yeah - Hysterical
Clap Your Hands Say Yeah sind ein glühendes Beispiel einer Band der Musikrichtung, die schwammig als Indie-Rock bezeichnet wird. Nicht nur der appellierende Name – der Kürze wegen auf CYHSY verkürzt – sondern auch die Guerilla-Vermarktung und gutmütige Verschrobenheit in musikalischen Belangen begeistert Kritiker und Hörer gleichermassen. „Hysterical“ ist nun das erste Album der fünf Brooklyner nach vier Jahren Pause. Von Hysterie ist allerdings nichts zu spüren, nicht einmal Ekstase setzt sich durch. Trotz temporeichen Tracks ist die Gefühlslage wohl eher positiv melancholisch.

Leadsänger Alec Ounsworth winselt und wimmert in gewohnt atonaler Manier, der sorgfältig arrangierte Musikteppich überzeugt, aber im Gegensatz zu den von Schwermut geplagten Kollegen von etwa Coldplay schweift „Hysterical“ niemals in die an Depression grenzende Niedergeschlagenheit ab. Trotz des Gewinsels und der Rock-Orchestrierung fühlt man sich auf „Hysterical“ niemals den Tränen nahe, sondern eher angenehm nachdenklich.

„Into Your Alien Arms“ erreicht dank hallenden Vocals den kalten Charme eines Killers-Songs, trumpft aber mit knisternden Gitarren als Finale auf. Die wimmernden Streicher, die für Indie-Balladen mittlerweile obligatorisch geworden zu sein scheinen, tauchen glücklicherweise erst bei „In A Motel“ auf. „Yesterday, Never“ blubbert elektronisch vor sich hin und geht schnell vergessen. Titeltrack „Hysterical“ liebäugelt mit der kirchlichen Klangbombastik, fällt dann aber ins wohlbekannte high-tempo-beat-Schema.

Will man fies sein, könnte man behaupten, „Hysterical“ höre sich an wie ein Twilight Soundtrack. Ist man wohlwollend, könnte man „Hysterical“ einfach als ein gelungenes Hintergrund-Album bezeichnen. Passt an verregneten Tagen, an sonnigen Tagen, an nebligen Tagen, an romantischen Tagen, an wütenden Tagen, grundsätzlich eigentlich immer. Aber zum bewussten Hören ist „Hysterical“ etwas zu seicht.

Offizielle Homepage von CYHSY

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