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11. Oktober 2011, 00:00 CD / Vinyl Music

The Subways - Money and Celebrity

Katharina Bornhauser - Wenn man schon beim ersten Track eines Albums mit dem Kopf wippt, ist das ein untrügliches Zeichen für eine gute Rockplatte. So verhält es sich bei „Money and Celebrity“ der Subways. Ein Listening-Protokoll.

The Subways - Money and Celebrity
Das dritte Studioalbum der drei Mittzwanziger sei ein einziger Trotzanfall: „Ich wollte über Dinge schreiben, die mich nerven,“ meint Frontmann Billy Lunn. Als besonders zahm waren The Subways, die mit dem covern von Nirvana-Songs ihre Karriere begannen, nie bekannt, aber so ein Statement baut Hoffnungen auf ein aggressives Album auf.

Falsch gedacht, stellt sich beim Einlegen der CD heraus. Der erste Track „It’s A Party“ klingt zwar einigermassen zornig, was vor allem auf das entfesselte Schlagzeug zurückzuführen ist. Die Themen Fernweh und Sorglosigkeit sind aber nicht besonders polarisierend. Bei „We Don’t Need Money To Have A Good Time“ durchdringt die Punkvergangenheit der drei Engländer jede Note. Lyrics wie „We got no education, but we find a way. Not gonna be the ones to try and walk today.“ stehen in der Tradition von Verweigerern wie Curt Cobain, die dümmliche Wiederholung der Aufforderung „Come On“ jedoch verpatzt den potentiell hymnischen Refrain. Kann man sich trotzdem gut zweimal anhören.

Eher nach müden Green Day klingt „Celebrity“. Skip. „I wanna dance with you“ und „Popdeath“ klingen unheimlich ähnlich. Skip. „Like I Love You“ ist kein Rock’n’Roll-Cover eines Timberlake-Songs, sondern ein wütender Appell an eine garstige Liebhaberin. Sänger Billy Lunn zeigt erstmals echte Emotion, wenn er aufgebracht-verzweifelt schreit „Why do you mistreat me, baby? No one loves you quite like I love you.“ Zurückspulen und nochmal anhören. Der fetzige Track „Money“ scheint von den Raveonettes inspiriert, mit schrammeliger 60er-Jahre Bassline und einer prominenten Charlotte Cooper. Dieser Song geht direkt auf Repeat. Mit „Kiss Kiss Bang Bang“ und „Down Our Street“ ist die Ära des Sechzigerrocks dann zur Genüge abgehandelt. „Rumor“ ist leider viel zu schnell vergessen. Schlicht überflüssig ist „Friday“, ein Song im Teenieformat mit dem abgedroschenen Thema „Wochenende“. Gähn und skip. „Leave My Side“ beginnt zahm, zur Abwechslung hält sich das Trio einigermassen zurück: Die Snare Drum wird nicht ganz so übel bearbeitet wie sonst und sogar eine Akustikgitarre wird eingesetzt. Verglichen zu den anderen Tracks besitzt „Leave My Side“ eine gewisse Tiefe, wenn Billy Lunn und Charlotte Cooper beteuern: „Time, I know I wasted all your time. But I would never do you wrong.“

Nun ja, Zeitverschwendung war dieses Album definitiv nicht. Zur grossen Freude von Romantikhassern gibt es auf „Money and Celebrity“ keine einzige Schnulzballade. Inbesondere in der Mitte läuft das Album zu einer trotzig-schnöseligen Hochform auf und den faden Schluss des Albums über die Eject-Grenze rettet. Allerdings wünscht man sich etwas mehr emotionale Tiefe und musikalische Reife, immerhin sind Lunn, Cooper und Morgan nicht mehr 17.

Offizielle The Subways-Homepage

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