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1. März 2012, 17:59 CD / Vinyl Music

Sweet Sour - Band Of Skulls

Katharina Bornhauser - Erfolg stellt Bands vor eine grosse Frage: Sollen sie den preisgekrönten Rezepten treu bleiben oder etwas ganz neues aufziehen? Ersteres wird von Kritikern zerpflückt, zweiteres von Fans. Ein Balanceakt zwischen beiden Polen ist schwierig. Band Of Skulls schaffen den Seiltanz mit "Sweet Sour".

Sweet Sour - Band Of Skulls
Die Band, bestehend aus Matthew Hayward, Russell Marsden und Emma Richardson, bezeichnete ihren Erstling „Baby Darling Dollface Honey“ noch als „intimes kleines Album“. Dies ist spürbar in den gemächlicheren Tracks des Albums, wirkt allerdings eher unglaubwürdig betrachtet man die überragend produzierten Rockhymnen, die auf dem Album zu finden sind. Es sind diese schnelleren Nummern wie „Death by Diamonds and Pearls“, die Band Of Skulls zu Günstlingen der Kritiker und Musikhörer machten. So tourten die drei durch die Konzertlokale Londons und der Welt. Drei Jahre hörte man kaum neues Material von den drei Engländern. Über zwei Jahre arbeiten sie an „Sweet Sour“. Das neue Album ist nicht schillernd, aber dennoch erstklassig.

Anders als ein Grossteil der selbsternannten Rock’n’Roller des Milleniums haben Band Of Skulls ein Faible für Balladen. Die sind immer schwermütig, nie schmalzig. „Navigate“ beispielsweise kommt ruhig mit Akustikgitarre und mehrstimmigem Gesang daher, scheint sich zu einem Höhepunkt zu steigern, der aber ausbleibt – was weniger auf Versagen, sondern auf Ironie seitens der Songschreiber hinweist. „Close to Nowhere“ allerdings geht dies völlig ab und klingt daher eher nach Lagerfeuer-Ständchen. Und „Bruises“ klingt enttäuschenderweise nach Kings Of Leon.

Ein grosser Song ist „You Ain’t Pretty But You’ve Got It Going On“, das mit häufigen Tempiwechseln und anfänglich befremndenden Dissonanzen begeistert. Endlich schrammeln die Gitarren und heulen die Sturmwinde englischer Unangepasstheit durch das Album. Auch der Titel „Sweet Sour“ jagt elektrisierende Ladungen Saitenakrobatik durch die Lautsprecher.

So stehen Band Of Skulls wie auf ihrem Erstling zu den langsameren Tönen. Dennoch unterscheidet sich „Sweet Sour“ vom Vorgänger dank verfeinerter Techniken und gekonnten Spannungsbögen, die „Baby Darling Dollface Honey“ noch fehlten. Bequem ist es nicht immer, manchmal hart, öfters herb. So wird das Album – wie Marsden und Richardson singen - „sourer by the minute, but sweeter by the hour.“

Offizielle Künstlerhomepage: www.bandofskulls.com

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