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23. Juli 2012, 12:50 Music

Amy Winehouse – Das Rampenlicht hat sie gefressen

Vanessa Kunz - Ein Jahr trauern, ein Jahr vermissen, ein Jahr, in welchem man noch mehr aus der bereits kaputten Figur Amy Winehouse hätte saugen können. Was bis zum Eintritt in den Club 27 übrig blieb, hier der kleine Gedenksgottesdienst in Schrift und Ton.

Für das, was einem Amy Winehouse’s Musik bedeutet, wurde viel zu wenig davon hinterlassen. Noch viel mehr hätte sie uns übers Leben aufklären müssen, von welchem sie selbst verschluckt wurde, noch viel mehr hätte sie uns zu verstehen geben müssen, dass Liebe alles und nichts ist und man niemanden für sein tun und lassen Rechenschaft schuldet. Möglich, dass ich sie, nun schubladisiert mit Hendrix und Joplin, sogar an meiner Hochzeit gespielt hätte, wenn's den passenden Song gegeben hätte. Mit "Rehab" sah ich Amy zum ersten Mal auf dem etwas normalen Musiksender:



Am 23. Juli starb Amy Winehouse wegen 4.16 Promille im Blut. Zu viel Alkohol, zu viel Rummel, zu viel Erfolg von heute auf morgen, zu viel für ein doch so zerbrechliches Herz und eine sensible Person, wie es Amy Winehouse im Realen war. Das Rampenlicht hat Amy gefressen. Nachzulesen in der 250 Seiten Bibel ("Meine Tochter Amy") von Papa-Winehouse Mitch.


Hätte die Britin mit dem toupierten Haarfiasko keine Schulprobleme gehabt, minderjährig keine Piercings und Tattoos getragen, weder Alkohol noch Drogen genommen, keine Zigaretten geraucht und Blake Fielder-Civil nicht geheiratet, wär sie nicht die Amy gewesen, die man gekannt und bewundert hat. Winehouse brachte den vergessenen Soul und Jazz in die Hitparaden Musik zurück. Sang sie, staunte man und lag ihr zu Füssen. Immer noch.



Fragt man Uninteressierte und Missgönner, war’s irgendeine begnatete Sängerin, welche magersüchtig war und an Bulimie litt, betrunken auf Bühnen stand, keine Entziehungskur erfolgreich abschloss und ein schlechtes Vorbild abgab. Für ihre Fans war sie eine der prägendsten Persönlichkeiten, eine Ikone in Musik und Stil. Auch sie sahen das gemachte D, den von den Drogen gezeichnete Körper und eine längst verlorene Seele, aber am meisten sahen sie die Person hinter dem Ruhm, den Menschen Amy, eine wie ich und du.

Wann es zuletzt jemals solches Talent gegeben hat, und wann es jemals wieder ein solches geben wird, man hofft drauf. Solange man wartet, geniesst man Musik ab ihren grad mal 2 Studioalben und der posthum erschienenen Platte 'Loneliness: Hideous Treasures'. Nas veröffentlichte kürzlich den Track "Like Smoke" mit archivirten Aufnahmen Amys, Pete Doherty möchte was mit der Handschrift Winehouse auf Band bringen und der Vater prophezeit, dass noch weitere unveröffentlicht Tracks den Weg ins Ohr finden werden. Zuerst, nämlich heute und somit zum ersten Todestag seiner Tochter, gedenkt Familie und Anhängerschaft Amy in ihrer Lieblingsbar und erinnert sich an das, was von einem Wunderkind übrig geblieben ist, ausser den negativen Schlagzeilen in der Klatschpresse.



Heute Abend im RTL2 TV: 23.55 Uhr Amy Winehouse: Live At Porchester Hall


Official Homepage: Amy Winehouse

Bildquelle: facebook
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