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8. August 2012, 11:21 CD / Vinyl Music

Casper – Der Druck steigt (DVD)

Marco Büsch - 2011 war ein turbulentes Jahr für Casper: Mit xoxo ein Nr.1-Album, unzählige Interviews und eine ausverkaufte Tour. Die DVD ist ein Rückblick auf dieses Jahr und seine bisherige Karriere. Liebevoll gemacht und äusserst sehenswert!

Casper – Der Druck steigt (DVD)
Über die Musik von Casper wurde schon viel geschrieben: Zu wenig Hip-Hop, zu viel Crossover, Musik für kleine Mädchen und so weiter und so fort. Wie sich das gehört, soll es in dieser Review aber mehr um die DVD gehen als um die Musik an sich. Und die ist wirklich gut. Neben einem fast zweistündigen Konzert mit Gästen wie Thees Uhlmann und Marteria, diversen Videos und deren Making Ofs (DVD 1), werden einem auch eine längere Dokumentation (65min) und ein Tourfilm (31min) geboten. Alles in allem wird einem also ziemlich viel geboten fürs Geld. Das scheint nicht selbstverständlich, wenn ich da zum Beispiel an die Jan Delay-DVD denke, welche ich mir vor ein paar Wochen angesehen habe, diese bot zu einem ähnlichen Preis nur das Konzert, was dann schon etwas mager anmutete.

Nun sagt aber die Quantität nicht allzu viel über den Unterhaltungswert einer DVD aus, viel wichtiger ist da die Qualität – und auch die stimmt. In der Dokumentation rekapituliert Casper seine ganze Karriere nochmals mit all ihren Stationen. Es wird für den Zuschauer nachvollziehbar der Weg von Casper dem jugendlichen Rapnerd zu Casper dem gereiften Musiker dargestellt. Nicht zuletzt wirkt die Doku sehr authentisch, weil Casper sich nicht zu schade war, Selbstkritik zu üben und Gäste wie Elvir Omerbegovic (Chef seines ehemaligen Labels Selfmade Records) einzuladen, welche nicht nur wohlwohlend über Casper als Person sprechen. In einem Interview zur DVD erklärt Casper, er habe sich einige Musik-DVDs angesehen und von diesen das Beste mitnehmen wollen. So zum Beispiel von Metallica diese Ehrlichkeit, auch mal die Macken und Schwächen aller Bandmitglieder ungefiltert zu zeigen. Das ist ihm gelungen, wobei er nun nicht unsympathischer wirkt, nur menschlicher.

So gut wie die Doku ist, so langweilig ist der Tourfilm. Normalerweise sieht man hier lustige Szenen aus dem Touralltag. Das geschieht auf „Der Druck steigt“ zwar auch, aber nur beschränkt. Viel mehr werden alle Crew-Mitglieder einzeln vorgestellt und ihre Arbeit erklärt. Casper rechtfertigt dies im oben genannten Interview damit, dass die Leute dann endlich mal sehen, warum ein Konzertticket so und so viel kostet und das nicht nur er davon leben muss. Löblicher Ansatz, wird nur leider irgendwann etwas langweilig. Gut, für Teenies ist das sicher ein guter Aufklärungsfilm bezüglich der Arbeit, die hinter einem solchen Konzert steckt, aber mch interessiert es nun halt nicht wirklich, wer mich jetzt am Merch-Stand bedient, sorry.

Das Konzert selbst ist gut aufgenommen und schön visualisiert, es sticht aber auch nichts besonders heraus. Live sehen wird immer besser sein, aber es ist eine schöne Erinnerung in einer noch schöneren Kartonbox. Und zusammen mit der Doku und dem Tourfilm ist sie ihren Preis allemal wert.

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