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19. April 2007, 00:00 CD / Vinyl

Bright Eyes - Cassadaga

Christina Ruloff - Artist: Bright EyesAlbum: CassadagaRelease: 7.04.2007Label/Vertrieb: Universal Conor Oberst ist auf dem besten Weg zum amerikanischen Musik-Heiligen. Mit seinem neuen Album Cassadaga hat er es wieder einige Meilen näher geschafft, es ist noch melodischer und noch emotionaler, zu...

Artist: Bright Eyes

Album: Cassadaga

Release: 7.04.2007

Label/Vertrieb: Universal

Conor Oberst ist auf dem besten Weg zum amerikanischen Musik-Heiligen. Mit seinem neuen Album Cassadaga hat er es wieder einige Meilen näher geschafft, es ist noch melodischer und noch emotionaler, zu gleich aber noch komplexer als die Vorgänger.

und anderen Ikonen.

Bright Eyes, wie sich das Oberst-Vehikel nennt, hätte schon nach dem Hype im Jahre 2005 abtreten müssen; es fehlte ja eigentlich nur noch der frühzeitige (Märtyrer)Tod. Stattdessen macht der 27 Jährige aus Nebraska einfach weiter, wo er aufgehört hat: ein bisschen mehr Country, noch immer viel Folk, ein grosses Orchester, Streicher, Backgroundsänger, etwas weniger Melancholie, dafür mehr Altersmilde und Abgeklärtheit und noch mehr Politik und mystischer Weltschmerz sind die Zutaten von Cassadaga, was bei den Seneca Indianern so viel wie „Felsen neben dem Wasser bedeutet“.

Das Resultat, ein 13 Stücke langes Kunstwerk, klingt schön und natürlich besonders, ist aber anstrengend und nicht gerade leicht zugänglich. In der Singleauskoppelung Four Winds gibt Conor vor allem einen Kommentar zur (politischen) Weltlage:

Your class, your caste, your country, sect, your name or your tribe

There's people always dying trying to keep them alive.

All the way to Cassadaga to commune with the dead

They said, 'You'd better look alive'

And I was off to old Dakota where a genocide sleeps

In the Black Hills, the Badlands, the calloused East

I buried my ballast. I made my peace.

natürlich gerne ironisch gebrochen.

Die Suche endet (wie überhaupt das Album) versöhnlich, nur klingt Oberst nie ausgeglichen oder friedlich, sondern leidet und klagt. Im Video zu Four Winds wird von Unverständigen (Weissen) bei einem Konzert mit Gegenständen beworfen. Der Mann sieht sich also noch immer in der Opposition und klingt demnach auch resigniert. Aber die Opposition, das Andere ist seine Heimat, seine Identität; also kann und darf sich die Welt nicht ändern, sondern sein Blick.

Schon fast Dylanesque wirkt I must belong somewhere.

Leave the old town drunk on his wooden stool

Leave the autumn leaves in their swimming pool

Leave the poor black child in his crumbling school today

Everything it must belong somewhere

And you know it's true, I wish you'd leave me here

Auf Cassadaga bleibt Bright Eyes sich treu; das Album wird in seiner einzigartigen Schönheit vor allem Freunden und Liebhabern von Conor Oberst Freude bereiten, den anderen aber ein unzugängliches Geheimnis bleiben.

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