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24. April 2007, 00:00 Interview

Gods of Blitz (D)

Simon Knopf - Mit ihrem zweiten Album im Gepäck sind sie auf Tour. Students.ch sprach mit den Gods of Blitz vor ihrem Konzert in der Hafenkneipe in Zürich. (bild: www.godsofblitz.com)Ihr seid jetzt auch schon ein Weilchen fast nonstop auf Achse oder im Studio. Noch keine Ermüdungserscheinu...

Gods of Blitz (D)
Mit ihrem zweiten Album im Gepäck sind sie auf Tour. Students.ch sprach mit den Gods of Blitz vor ihrem Konzert in der Hafenkneipe in Zürich.

(bild: www.godsofblitz.com)

Ihr seid jetzt auch schon ein Weilchen fast nonstop auf Achse oder im Studio. Noch keine Ermüdungserscheinungen oder Britney-Spears-Burn-outs?

(lachen)…

Olli: Ich hab ganz schön Kreuzschmerzen… (lacht)… aber das ist eigentlich alles.

Jakob: Nee, es ist schon ein ganz schönes Stück Arbeit, aber wir wollen ja auch mit einem gewissen Ziel vor Augen mal wo ankommen. Dazu gehört einfach viel Live zu spielen und dass man viel unterwegs ist.

Jens: Es macht auch Spass…

Jakob: Also der Spass überwiegt definitiv, sonst würden wir es nicht machen!

Das Foto auf dem Cover von eurem neuen Album, ist das dem Tourleben nachempfunden?

(lachen)

Olli: Zum Glück nicht! … Also gestern gings in die Richtung. Die gestrige Übernachtung war so ziemlich das Cover, nur dass wir dann noch zwei mehr waren! (lachen)

Jens: Nee, wir sind mittlerweile recht anständig untergebracht.

Wann hattet ihr überhaupt noch Zeit eine neue Scheibe einzuspielen?

Jens: Ja…, also wenn wir 100 Konzerte oder so im Jahr spielen ist das schon viel. Aber es ist immer noch weniger, als wenn du normal Arbeiten gehst. Wir haben die Platte schon zeitgleich gemacht. Waren dann halt entweder im Proberaum, oder im Tourbus.

In einer Studio-Doku auf eurer Page sieht man eine beachtliche Bierflaschen Sammlung. Seht ihr die Aufnahmen als Arbeit oder als Spass an?

Olli: Auf jeden Fall beides…

Sebastian: Das ist irgendwo in einer Zwischenwelt…

Jakob: Gut, ich meine, du willst Musik auf ein Band bringen und du möchtest mit deinen eigenen Ansprüchen doch so gut sein, wie es irgendwie geht.

Olli: Ja, aber der Spass muss halt auch aufm Band sein…

Jakob: … es soll sich so anhören, als ob du Spass gehabt hättest, aber klar ist es manchmal nervenaufreibend und anstrengend. Aber ich glaub da überwiegt der Spass…

Sebastian: Also, es gilt auch, wenn du zusammen im Studio Musik machst, um das dann später ne Platte werden zu lassen, dann geht’s auch darum, ganz nah an sich selber heranzutreten. Da stellt sich nicht die Frage, ob das wirklich Arbeit ist, oder Vergnügen. Da ist man ganz nahe an sich selber und an den anderen Charakteren…, da greifen solche Begriffe nicht. Es ist anstrengend, aber ich würde es nicht als Arbeit definieren. Es ist Spass, aber man lacht sich nicht grad scheckig dabei.

Ihr seid ja schon ziemlich wie ne Bombe eingeschlagen. Kamm da der grosse Erfolg für euch total überraschend?

Jakob: Ja, schon überraschend. Aber wir haben einfach gekuckt, dass wir da unser Ding gut draus stricken können, gut performen… und im Nachhinein, es hat alles gut geklappt und wir hätten es uns nicht besser wünschen können…

Steckt man sich dann die Ziele auch automatisch höher?

Jakob: Ja, das kommt schon mit…

Jens: Wenn wir mal Ziele hätten (lacht)…, aber wir definieren die eigentlich nicht. Klar wollen wir noch mehr spielen, mehr Platten an den Mann bringen. Aber wir definieren jetzt nicht, dass wir in zwei Jahren weiss nicht was erreicht haben.

Jakob: Kann man auch gar nicht. Man kann sich schon Sachen wünschen, Sachen vorstellen. Aber heute ist heute, und heute gut sein, heute das Ding machen…

Sebastian: Gewisse Sachen, die uns jetzt nahe liegend erscheinen, wie zum Beispiel im nächsten Winter in Australien spielen, die wären jetzt vor zweieinhalb Jahren, als wir die Band gegründet haben einfach nur vermessen gewesen. Und im Moment ist es schon eher realistisch, das ist der Unterschied.

Szene aus dem Leben einer Band?

„That’s not life, it’s a replica“. Seht ihr euch als eine besonders gesellschaftskritische Band?

Jens: Also sozialkritisch, gesellschaftskritisch das sind so kaputte Worte. Das sind die Texte, die aus uns raus kommen und da ist bestimmt ein bisschen Kritik an Sachen drin, die hier vielleicht nicht komplett richtig laufen. Aber das find ich auch was völlig natürliches; ich find jetzt nicht, dass man das irgendwie herausstellen sollte. Weil für mich ist ne Kritik an Sachen, die besser sein könnten das Normalste der Welt, deshalb könnte man uns wahrscheinlich als gesellschaftskritisch bezeichnen.

Sebastian: Es ist ja eher erschreckend, dass die Anderen das nicht in dem Masse tun, nicht?

Ich hab noch ne Linie gesehen, die mir sehr gut gefallen hat: „Who can safe the world, if not dancing girls“…

Jakob: … wie geil ist das denn! (lachen)

Ich hatte vorgestern ein Telefon-Interview mit Tom Morello, der würde das wahrscheinlich etwas anders sehen, nicht?

(lachen)

Sebastian: Das ist doch eigentlich echt ein goldener Moment, wenn man als knarziger Sozialkritiker sich die ganze Zeit Gedanken gemacht hat, und am Schluss kann was schönes und natürliches wie ne tanzende Frau das einfach wegfegen!

Wie sieht es mit Ausspannen aus?

Jens: Ja, wir hatten bereits ein paar Wochen als die Platte im Kasten war, Anfang des Jahres… da kann man den Januar super nutzen in Berlin… (lachen) … Januar, freie Zeit! Ausflug nach Brandenburg… . Nee, wir wissen halt noch nicht so genau, was passiert nach dieser Tour, die bis Mitte Mai geht. Kann sein, dass ein paar internationale Sachen kommen; Festivals, zerreissen einem immer den Sommer, weil sie immer am Wochenende sind. Aber vielleicht gibt’s dann mal ein paar Wochen, in denen wir das machen können, was wir mit den anderen nicht machen wollen, … Haus streichen!

Sprinsteen hat ne Modelleisenbahn, der Schlagzeuger von Anti-Flag hat Goldfische. Was haben die Gods of Blitz für Hobbies?

Sebastian: Ich hab einen alten Mercedes von 72, ein Wohnmobil. Mit dem Fahr ich immer ins Grüne…, hau mir die Finger in der Ladeluke an!(lacht)

Olli: Ich hab ein Studio. Da mach ich Rock’n’Roll Aufnahmen…

Jens: Ich hatte vor einiger Zeit nen alten Käfer zum restaurieren mit meinem Vater. Der ist jetzt fertig und jetzt such ich mir dann mal was anderes.

Stellt euch vor, ihr wärt an meiner Stelle und hättet nächstens ein Interview mit der Siegerin von einer Casting-Show. Was würdet ihr sie fragen?

Olli: Au…!

Jens: Ich würde ihr ein paar gute Bücher empfehlen…

(lachen)

Olli: Das ist ja gar keine Frage! …also im Speziellen sollte sie das Buch lesen „Torturing the Artist“ von Joey Goebel. Das passt sehr gut in diese Such-den-Superstar-Thematik. Es geht im Wesentlichen darum, das wirkliche Kunst, in dem Fall Musik nur durch Leiden entstehen kann. Vielleicht muss sie sich dann darüber mal Gedanken machen…

Sebastian: Ob sie genug gelitten hat…

(lachen)

Jens: Nee, aber was mich wirklich mal interessieren würde ist, wo die Motivation ist bei den Leuten, die da teilnehmen. Vielleicht kommen da andere Sachen raus, als die banalen, die man denen unterstellt.

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Quelle: bild: www.godsofblitz.com (Link)
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