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28. November 2012, 13:23 Kolumnen students.ch

Brainfood, wie wählerisch ist das Hirn tatsächlich

Matija Pavic - „Auch ein bisschen Nervennahrung?“ fragt meine Kommilitonin liebevoll, während wir beide verzweifelt auf den nichtssagenden SPSS-Output vor uns starren. Ich wende meinen Blick vom Bildschirm ab und schaue in ihre Hand, Studentenfutter.

Brainfood, wie wählerisch ist das Hirn tatsächlich
Studentenfutter - Wer kam bloss auf die Idee eine Mischung von Nüssen und Rosinen mit diesem Namen zu betiteln, wo doch jeder weiss: der anständige Student lebt von Kaffee, Red Bull und vorzüglichem Mensa-Essen. Mein Kopf schreit nach Schokolade und will sich nicht auf die Mischung von gesunden Fetten einlassen. Ein gezielter Griff in die Tasche und schon habe ich meinen Schokoriegel in der Hand. Hinter mir entdecke ich einen Studenten, der genüsslich eine Kaki verspeist.

Doch wer von uns hat nun tatsächlich die beste Nahrung für das Studium vor sich? Unzählige Bücher befassen sich mit dem sogenannten Brainfood. Gibt man den Begriff bei amazon ein, erhält man 4.976 Suchtreffer. Sogar der IDS Katalog der Universität Zürich bietet drei themenrelevante Optionen in der Ergebnisliste an. Man findet sich in einem Mix aus iss was dir gut tut und gesund ist, wer gesund isst wieder. Würde der gemeine Student seine Nahrungsaufnahme nach den Prinzipien des Brainfood ausrichten, wären wir wohl umringt von buckeligen Studis, die säckeweise Vitamine in Form von Obst, Gemüse, Fisch und Nüssen mit sich mitschleppen, um von allem die nötige Tagesration griffbereit zu haben.

Unumstritten ist jedoch eines: Um volle Leistung zu erbringen, benötigt unser Gehirn Glukose. Es verbraucht 30-50% des gesamten Glucosebedarfs der Organe. Dummer Weise kann das Organ, welches doch sonst alles kann, diese nicht selbstständig herstellen. Unser Gehirn macht uns zu Kellnern und Köchen. Es lässt sich mit allem nötigen beliefern und dankt es uns an manchen Tagen mit Geistesblitz nach Geistesblitz, während es an anderen Tagen einfach mal Bock auf Migräne hat.

An dieser Stelle soll selbstverständlich nicht zum übermässigen Verzehr von Zucker geraten werden. Denn zu viel Zucker im Blut macht den Mensch in den meisten Fällen krank statt schlau. Zudem kann es in zu hohen Mengen sogar unsere Hirnleistung schwächen. Viele werden das Gefühl kennen, wenn man nach einer schmackhaften Mahlzeit lieber das heimische Sofa als die Bibliothek besucht. Tatsächlich scheint es gar so als würde das Hirn bei Hunger besser funktionieren.

Was bleibt da also; Hungrig lernen? Schon allein die Geräusche, welche von den hungernden Mägen meiner Sitznachbarn in der Bibliothek produziert werden, schwächen meine Konzentration erheblich. Das kann somit auch nicht der richtige Ansatz sein. Im Gymnasium behauptete meine Biologielehrerin immer: „Für die Gehirnleistung, die ihr während dieser Klausur erbringt, benötigt ihr nicht einmal die Energie einer Erdnuss. Ihr werdet lediglich fett mit euren Müsliriegeln und Energy Drinks.“

Ach, was weiss die schon. Schnappt euch die Mensa-APP der Universität und falls euer Magen bei einem Menü zumindest kleine Freudensprünge macht, wird euer Gehirn schon nicht allzu beleidigt sein.

Frohes Lernen und En Guete.

P.S. Schokolade hat doch immer Saison.

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