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3. März 2015, 22:22 Movie

Kino: Seventh Son

Gregor Schenker - Irgendein Jungspund kriegt's mit allerhand Monstern zu tun und verliebt sich nebenbei. Soweit nicht Neues. Aber Jeff Bridges als Dämonenjäger und Julianne Moore als böse Hexe: Dafür lohnt sich dieser Film.

Kino: Seventh Son
Der Bauernsohn Tom (Ben Barnes) füttert die Schweine. Dabei erzählt er seiner kleinen Schwester, dass er vom Leben eigentlich mehr erhofft – da steht auch schon ein geheimnisvoller Typ vor der Tür: Es ist der Dämonenjäger Gregory (Jeff Bridges). Tom sei vom Schicksal dazu auserwählt, sein Lehrling zu werden.

Originell ist das nicht gerade. Der Film rezykliert die altbekannte Fantasie über den Durchschnittswicht, der zu Höherem bestimmt ist. Am Alltagstrott leidend, landet er plötzlich in einer Welt voller Abenteuer. So wird der Wicht zum Mann, killt ein paar Monster und gewinnt ein Mädchen. Überraschungen sind keine vorgesehen.

So altbekannt die Geschichte (basierend auf der Romanreihe von Joseph Delaney), so abgewetzt sind auch die Bilder, derer sich der Regisseur (Sergey Bodrov) zur Verfilmung bedient. Schön anzusehen, aber eng dem Look von Harry Potter und Lord of the Rings verhaftet.

Master Gregory bringt Tom also bei, wie man Monster killt. Ziel ist, dem Obermonster den Garaus zu machen: Mutter Malkin (Julianne Moore). Soweit, so einfach. Doch da kommt der Dämonenjagd etwas dazwischen, und zwar die Liebe. Der Lehrling verguckt sich in die Junghexe Alice (Alicia Vikander). Und plötzlich ist nichts mehr klar. Sind die Monster wirklich alle böse? Sind die Dämonenjäger alle gut?
Und ist das Schicksal tatsächlich vorgegeben? Als sich die beiden an den Fingern berühren, sprüht ein blauer Funke.
„Das passiert, wenn eine Hexe ihre wahre Liebe berührt“, erklärt Alice.
„Tatsächlich?“, fragt Tom.
„Es könnte aber auch bloss magischer Staub an ihren Fingerspitzen sein.“

Seventh Son ist weit davon entfernt, das Genre der Young Adult Fantasy zu dekonstruieren. Aber diese kleinen Ambivalenzen, diese kleinen Zweifel am Schwarzweissen und am Schicksal, machen den Film plötzlich interessant. Und die Figuren, weil sie zweifeln, sind plötzlich nicht mehr bloss die ewig gleichen Pappkameraden mit schönem Gesicht. Dieses kleine bisschen Tiefe reicht schon aus, damit sie einem nicht am Arsch vorbei gehen.

Trotzdem, alleine hätten Ben Barnes und Alicia Vikander den Film nicht tragen können. Ihre kleine Julia-und-Romeo-Variante mit Dämonenjäger-Lehrling und Junghexe wäre nur halb so spannend, würde sich nicht die alte Garde einmischen: Der ergraute Dämonenjäger und die faltige Mutterhexe sind die eigentlichen Stars. Jeff Bridges und Julianne Moore haben jede Menge Spass daran, noch die dümmsten Dialogzeilen mit heiligem Ernst zu spielen. Man kauft es ihnen ab, weil sie das nötige Charisma haben. Für die beiden lohnt sich dieser Film.



Bewertung: 3 von 5


  • Titel: Seventh Son
  • Land: USA/GB/Kanada/China
  • Regie: Sergey Bodrov
  • Drehbuch: Charles Leavitt, Steven Knight
  • Darsteller: Jeff Bridges, Julianne Moore, Ben Barnes, Alicia Vikander, Kit Harington
  • Verleih: Universal
  • Start: 5. März 2015

Fotos von Universal

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