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8. Juni 2015, 16:14 CD / Vinyl Music

Muse – Drones

Eray Müller - Rechtzeitig zu ihrem Konzert am Sonisphere Festival veröffentlichten Muse am letzten Freitag ihr siebtes Studioalbum „Drones“. Auch wenn Muse musikalisch wieder näher bei „Showbiz“ oder „Origin Of Symmetry sind, selten hat ein Muse-Album die Meinungen der Fans so geteilt wie dieses Album.

Muse – Drones
Knapp drei Jahre nach The 2nd Law veröffentlichten Muse mit Drones ihr mittlerweile siebtes Studioalbum. Vier der neuen Songs präsentierte das britische Trio am letzten Samstag am Sonisphere Festival an ihrem einzigen Schweizer Konzert dieses Jahres (zum Konzertbericht). Selten waren die Meinungen der Fans so geteilt wie bei diesem Album.

Eine Rückkehr zu den Wurzeln sollte es werden, das neue Album, welches vom britischen Produzenten und Ex-Mann von Shania Twain, Robert John „Mutt“ Lange (Def Leppard, Bryan Adams, Foreigner), produziert wurde. Und ja, das Album kommt wieder deutlich rockiger daher. Die Synthies sind in den Hintergrund gerückt und die Gitarren dröhnen wieder umso lauter. Während Muse auf den letzten Alben mit orchestralen und elektrischen Klängen experimentierten, wollten die Briten nun wieder ein Album aufnehmen, das auch live ohne Schnörkel gespielt werden kann. Es ist ihnen fast gelungen.

Live sind die neuen Songs eine Wucht. Sie wurden gemacht, um Stadien zu füllen. Und glücklicherweise haben Muse einen grossen Teil der zähen und süssen Zuckermasse, welche die Songs in den letzten Jahren bedeckt hat, abgelegt. Auch wenn Freddie Mercury hie und da aus seinem Grab zurückkehrt, um eine zweite Stimme zu singen, und auch wenn Muse aus ihrer als Konzeptalbum geplanten Scheibe ein Musical machen wollen, die Rückkehr zum Rock steht der Band gut. An die Vorgängeralben erinnern nur noch Dead Inside und Mercy. Beide Songs sind relativ poppig und eingängig. Psycho und Reapers, welches an Van Halen und AC/DC erinnert, sind bereits einiger härter. Zu den Highlights gehören auch Defector und The Handler.

Die Ballade Aftermath hingegen gehört zu den schlechtesten Songs, welche die Band je geschrieben hat. Das ist Kitsch pur, so etwas will niemand hören. Auch The Globalist ist eher überflüssig. Im Song geht es um das Ende der Freiheit und die Macht eines Diktators. Auch wenn das Thema spannend gewählt wäre, es bleibt Pink Floyd’s The Wall für Teenies. Mit "I Just Wanted, I Just Needed To Be Loved" endet der über 10-minütige Song. Textlich wurden Muse in den letzten Jahren immer schwächer. Dieser Trend wird auch auf dem neuen Album nicht aufgehalten. Wenn „together“ auf „forever“ gereimt wird, kann nicht mehr von Lyrik die Rede sein.

Und so feiern die einen die Rückkehr von Muse zum Rock, während andere bedauern, dass Muse nun wieder weniger experimentierfreudig geworden sind. Die musikalische Reise von Muse ist und bleibt spannend…

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