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30. September 2016, 00:00 Campus Kultur students.ch

Zwischen Vertrautheit und Distanzlosigkeit

students Redaktion - An manchen Tagen können unsere Freunde uns gar nicht nah genug sein und an anderen empfinden wir jegliche Berührung als unangenehm und würden unserem Gegenüber gern eine reinhauen. Wann ist nah zu nah?

Zwischen Vertrautheit und Distanzlosigkeit
Kindern ins Gesicht zu fassen ist ja anscheinend voll easy – das mussten wir wohl alle erfahren. Irgendwann hört das Wangenkneifen dann zum Glück auf und auch in den Haaren wird einem nicht mehr herumgewuselt. Nähe, physische, aber auch psychische, kann eine schöne Sache sein, aber manchmal auch zu einer echten Qual werden. Von dem Typen mit Bierfahne im Bus brauchen wir jedenfalls echt keine Zärtlichkeiten und mit der Laborgehilfin wollen wir auch nicht über ihre Menstruationsbeschwerden sprechen.

Menschen lassen wir, je nach dem wie sympathisch sie uns sind und wie wir gerade gelaunt sind, ganz schön nah an uns heran. Jeden Tag muss man entscheiden, wie nah man andere an sich heranlässt. Intimität und Vertrauen zu Mitmenschen aufzubauen ist ganz schön zeitaufwendig (und nein, die Rede ist nicht von wilden, betrunkenen Küssen im Klub) und nicht immer ganz leicht.

Gemeinsamkeiten verbinden
Wer uns vertraut ist und wer nicht, wird durch diverse Faktoren beeinflusst, wie zum Beispiel dem Geruch. Grundsätzlich gilt aber: Befindet sich unser Gegenüber in einer ähnlichen Situation wie wir, ist Vertrauen oft schneller aufgebaut. Wir wollen uns lieber mit dem Mitstudenten, der die Prüfung auch verbockt hat, ein Bier gönnen, als von dem Streber, der immer vorne sitzt, hören, wie einfach die Aufgaben waren. Zwar ziehen sich Gegensätze an und fremde Ansichten sind auch spannend, aber die meisten Menschen suchen sich Freunde, welche Lebensphase und Ansichten teilen.

Manchmal ist nah zu nah
Nähe bringt auch immer Konfliktpotenzial mit sich. In jeder Beziehung gibt es Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Gut möglich, dass deine Kollegin es als unangenehm empfindet, wenn du ständig über dein Sexleben sprichst. Und dein Kumpel mit den dunklen Locken findet es eventuell auch nicht so geil, wenn du ihm ständig ins Haar fasst. Wenn uns jemand zu nahe kommt, ist es nicht so leicht, das dem anderen klar zu machen. Trotzdem muss es früher oder später gesagt werden, denn ungewollte Nähe tut keiner Beziehung gut. Wenn du einem Bekannten klar machen musst, dass er eine Grenze überschritten hat, denke genau über deine Wortwahl nach und versuche nicht aus dem Ärger heraus zu handeln.

Wenn man sich verliebt, wird es tricky: Die freundschaftliche Nähe wird in rasantem Tempo überschritten und alles, was zu hoffen bleibt, ist, dass beide Beteiligten eine ähnliche Geschwindigkeit drauf haben. Sonst kommt es schnell zu einem Frontalcrash. Ob sich in diesem Fall eine feste Beziehung lohnt, ist fragwürdig. Mehr dazu erfährst du hier.
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