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13. Dezember 2015, 00:00 Konzert Kultur Music

Madonna: Queen of Pop oder Queen of Flop?

Dominique Rais - Madonna wusste das Zürcher Publikum zwar zu begeistern, konnte jedoch vorhandene Defizite nicht verbergen.

Madonna: Queen of Pop oder Queen of Flop?
Madonna machte ihrem Namen als Diva beim Konzert im Zürcher Hallenstadion alle Ehre. Verspätung, stimmliche Unsicherheiten und Beschimpfungen in Richtung Publikum: „ Swiss Bitches! Zurich Bitches! Mother of all Motherfuckers“. Und trotzdem oder gerade deswegen (?) war Madonnas „Rebel Heart“-Konzert einmalig. Nachdem das Konzert bereits tags zuvor um eine Stunde nach hinten verschoben wurde, musste sich das Publikum am Samstagabend abermals gedulden. Denn Madonna liess sich Zeit, als sie dann jedoch mit halbstündiger Verspätung, in einem Stahlkäfig von der Decke herabgelassen, die Bühne betrat, schien das Warten schlagartig vergessen.

Die Show war gut: Tänzer und Tänzerinnen, die mal als Geleitschutz à la Kreuzritter versus Samurai aufmarschieren – wie zu Beginn des Konzerts – oder als Nonnen verkleidet sich lasziv an Poledance-Stangen bewegten, Unterhaltung war zweifellos geboten. Doch die gut durchchoreografierte Show konnte letztendlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Queen of Pop mittlerweile schon 57 Jahre alt ist. Zwar wusste sie sich nach wie vor zu bewegen und kann tänzerisch mit so manchen Mitzwanzigern mithalten, doch sobald sie Tanz und Gesang kombinierte begann ihre Stimme merklich zu schwächeln.

Natürlich ist Madonna für ihre Provokationen bekannt. So war es auch nicht weiter überraschend als sie sich breitbeinig auf der angerichteten Abendmal-Tafel räkelte. Doch braucht sie das? Nein, denn die Momente in denen sie ihre wahre Stärke zeigte, waren jene ruhigen, ohne grosses Tamtam – beispielweise als sie nur von ihrem Gitarristen bei „Who’s That Girl“ begleitet wurde oder an der Ukulele mit „True Blue“ für Nostalgie sorgte. Das waren jene grossen Momente in denen Madonna aufzutrumpfen wusste. Dann glänzte sie nicht nur mit ihrem Gesang sondern wirkte auch merklich entspannter – scherzte gar mit dem Publikum.

Doch der Höhepunkt von Madonnas Karriere scheint Geschichte zu sein, das machte sich schon im Vorfeld beim Ticketvorverkauft bemerkbar, denn das Konzert war bei weitem nicht ausverkauft. Trotz Ticketpreisen ab 160 Franken, die Chance, die Queen of Pop einmal live gesehen zu haben war ein Konzerterlebnis, das bestimmt in Erinnerung bleiben wird.

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