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13. Juni 2008, 19:41 Music Konzert

Review: The Police @ Hallenstadion

Christina Ruloff - The Police im Quick Check: 100 Minuten rockte die legendäre Band das Hallenstadion und gab zur Freude des Publikums alle Hits zum Besten. Das Konzert bleibt nicht als mitreissendes, wohl aber schönes Event in Erinnerung.Typisch The Police: Auf 20.30 Uhr angekündigt, erscheint ...

Review: The Police @ Hallenstadion
The Police im Quick Check: 100 Minuten rockte die legendäre Band das Hallenstadion und gab zur Freude des Publikums alle Hits zum Besten. Das Konzert bleibt nicht als mitreissendes, wohl aber schönes Event in Erinnerung.

Typisch The Police: Auf 20.30 Uhr angekündigt, erscheint die Band gut fünf Minuten zu früh. Wer draussen noch an seinem Glimmstängel sog oder einfach aus Prinzip knapp kam, hatte Pech. Irgendwie wollte aber in der ersten halben Stunde keine Stimmung aufkommen. Die Fans mühten sich, The Police, allen voran Sting, arbeitete mit dem Publikum („guten Abend“, „eins, zwei, drei“), aber es harzte, und was die Band lieferte, wirkte eher wie harte Rockarbeit, als als grosser Spass. Zu allem Überfluss konnte sich jeder Zuschauer von der wenig euphorischen Attitüde Stings auf der Grossleinwand versichern: Unrasiert und fern der Heimat, vor allem aber lustlos, trällerte er seine schönsten Lieder. Im schwarzen, eng anliegenden Sweatshirt gab er vor allem das Bild eines Mannes, der viel Zeit mit seinem Personal Trainer verbringt.

Die Fans wollten aber mehr von dem Abend mit nach Hause nehmen, als nur das Gefühl The Police einmal live gesehen zu haben. Und es spricht für Band und Fans, dass die Wende doch noch gelang: Andy Summers’ Gitarrensolos waren schlicht grossartig und wenn er mit Sting zusammen spielte und sich die beiden austauschten und anspornten, dann war das magisch. Das Publikum jubelte und plötzlich strahlten nicht nur Summers und Copeland (der an Drums Wunder wirkte, begeistert das Glockenspiel und den Gong bediente), sondern auch Sting! Roxanne klang wunderbar, 16'000 Arme waren in der Luft und alles war glücklich. Every little thing they did was magic und jeder kleine Witz wurde applaudiert. Mancherorts wurde sogar getanzt. Und eben, jeder Hit – Don’t stand so Close to me, Message in a Bottle, Can’t stand losing you, De Do Do Do, De Da Da Da, Walking on the Moon – wurde ganz uneitel gespielt.

Natürlich war die Videoshow ein bisschen übertrieben: Die Live-Übertragung wurde ab und dann von einer Art artistischem Bildschirmschoner übertüncht, und einmal erschienen Bilder von glücklichen und traurigen Kindern aus allen Herren Länder, die aus einer Stadtbibliothek stammen könnten. Aber als dann endlich die ersten Töne von Every Breath you take angestimmt wurden, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Das ganze Hallenstadion hatte sehnsüchtig auf diesen Song gewartet und war nun einfach hin und weg. Daher bereitete The Police seinen Fans einen schönen Abend und entliess sie zufrieden in den Zürcher Regen.

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