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15. Juni 2008, 20:39 Kolumnen

Tenue Grün - Teil 3: One flew over...

Simon Knopf - Die Hälfte vom WK ist um! Glaubt mir, ich würde euch an dieser Stelle gerne etwas wahnsinnig spannendes erzählen, aber die Tatsache ist, da gibt es nichts! Ausser euch interessiert es, dass in der zweiten Nacht einer aus der oberen Etage vom Kajütenbett gefallen ist und sich ...

Tenue Grün - Teil 3: One flew over...
Die Hälfte vom WK ist um! Glaubt mir, ich würde euch an dieser Stelle gerne etwas wahnsinnig spannendes erzählen, aber die Tatsache ist, da gibt es nichts! Ausser euch interessiert es, dass in der zweiten Nacht einer aus der oberen Etage vom Kajütenbett gefallen ist und sich eine Gehirnerschütterung geholt hat. Oder dass in der vierten Nacht ein Anderer sowohl die obere Etage vom Kajütenbett, als auch den bedauernswerten Herrn unter sich genässt hat.

Kein Witz! Erwachsene Männer, die das Bett nässen und wie Kleinkinder aus ebendiesem Fallen. Es scheint ganz, als unterstützten die beiden Zwischenfälle die altbekannte These vom verdummenden Militär-Dienst. Tatsächlich hatte ich letzte Woche das Gefühl, dass nicht nur diese Vorkommnisse den Tatbestand der Allgemein-Verblödung stark erhärteten. Lasst mich also kurz erläutern:

Wie schon in der ersten Woche, beschränkte sich der Rahmen meiner Tätigkeiten aufs Zeit tot- und um die Ohren schlagen. Am Montag hatte ich einen ganzen Morgen zur Verfügung, um eine Wegweisung durchs Dorf aufzustellen. Die Sache war in einer halben Stunde erledigt. Am Dienstag hatte ich einen ganzen Morgen zur Verfügung, um einigen Soldaten die Gewehrhandhabung wieder etwas näher zu bringen. Obwohl sich die Gruppe wie eine Schulklasse von ADS-Kindern benahm, war die Sache in einer halben Stunde gegessen. Dieselbe Geschichte am Mittwoch.

Ihr seht worauf das hinausläuft? Nach einer „Rekognoszierfahrt“ durch die Kantone Schwyz, Uri und Glarus - mit Kaffeepause auf dem Klausenpass - hatte ich im Verlauf vom Donnerstag das Gefühl, dass mindestens die Hälfte meiner Gehirnmasse durch mein Ohr ausgelaufen war. Zu dieser Erkenntnis kam ich, als wir am Abend desselbigen Tages nach dem Essen in der Unterkunft am Tisch sassen. Links von mir wurde ins FHM gesabbert und rechts von mir erzählte einer einen Peach Weber Witz nach. Jawohl, er erzählte einen „Witz“ von einem „Komiker“, der sein Material aus einem Ordner abliest! Und ich lachte! Weil ich nichts anderes zu tun hatte. Kennt ihr „One flew over the Cuckoo’s nest“? Gut. Willkommen in meiner Welt!

Nächste Woche wird es leider keine Kolumne von mir geben, da ich auf der Sonntagswache bin und sich das Wochenende für mich somit erledigt hat. Ihr dürft mir aber gerne Fragen, Rätsel oder Sonstiges zuschicken, damit ich mir die Zeit etwas vertreiben kann. Einfach „Feldpost“ auf den Umschlag schreiben, und die Sache wird gratis an mich versandt.

Wm

Simon Knopf

Geb Inf Log Kp 29

Militär

71083

Kommentare
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Elenia 18.06.2008 um 15:51
Ach ja, da sieht man mal wieder, wie unsere Steuergelder in der "soooooooo enorm wichtigen Schweizer Armee" verschwendet werden...!!! Extrem sinnlos.
PS: Das mit der Feldpost hat auch schon mit einem Nichtsoldaten an seine Privatadresse geklappt...*grins*