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14. August 2016, 13:44 Kultur Music Festivals International

Techno versus Zauberflöte

Nina Salvador - Die Uhren auf der Insel ticken definitiv anders, denn die Zeit verging wie im Fluge und ich zähle bereits Tag 3 auf dem Festivalgelände.

Techno versus Zauberflöte
Eine der verändertsten Tatsachen in der Zwischenzeit ist, dass ich mich nun schon ganz gut ohne die Wegschilder oder den Geländeplan fortbewegen kann bzw. mich nicht mehr verlaufe – es fühlt sich also schon richtig heimisch an. Und natürlich der strahlende Sonnenschein! Nichtsdestotrotz muss ich nach wie vor mit meinem Musikgeschmack vereinbaren, dass alle paar Gehsekunden eine total andere Musikstilrichtung eingeschlagen wird: Erster Schritt – Partytunes, zweiter Schritt – Techno, dritter Schritt – 60ies, vierter Schritt – ungarische Volksmusik. Ich muss fairerweise aber auch dazu sagen, dass genau solche Dinge das Festival ausmachen, denn es hat wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Bei mir hat es denn am Samstag auch mit der Völkerwanderung in Richtung Sziget-Beach begonnen. Man konnte dort zwar nicht baden, aber es herrschte eine friedliche Stimmung unter den, sich im Wind wippenden Bäumen. Nur der Anblick war ein bisschen traurig, denn im Schatten lagen alle Alkoholleichen vom Vortag und bewegten sich im besten Fall nur in Millimeterbewegungen. Deshalb ging es für mich dann auch wieder zurück ins Herzen des Festivals, während ich mir auf dem Weg noch die, auf der ganzen Insel verteilten, künstlerischen Arbeiten begutachtete. Eine „Colour Party“ (auch bekannt als „Holy Festival“) war ebenfalls parallel im Gange, weshalb man auch nur noch eingefärbte Menschenmassen in violett, gelb, rot oder blau sehen konnte. Trotzdem ging es auf direktem Wege (so gut das jedenfalls möglich ist) weiter zum „Fidelio Classical - The Opera and Jazz Stage". Da muss man sich ganz viele Leute vor einer Bühne vorstellen, genauer gesagt auf dem Boden hockend mit ihren farbigen Sitzkissen, während sie der Oper „Die Zauberflöte“ inklusive Orchester lauschten – ein toller Anblick!

Mein Plan nach der Oper war dann das Konzert von „Leningrad“, eine russische Skacore-Band, welche dem Publikum auf der World Music Stage so richtig einheizte. Und auch das darauffolgende Konzert der Schweizer Band „ABU“ auf der Europe Stage liess keine Wünsche mehr offen – sogar ein auf die Bühne geworfener BH fehlte dabei nicht. Und um am heutigen Tag fast allen Musikstilrichtungen gerecht zu werden, widmete ich mich zum Abschluss des Festivaltages noch eine Weile der Technomucke, die nun von überall her die Macht ergriffen zu haben schien.

Heutiges gelernte ungarische Wort: Adj egy ötöst! oder High Five! Kann ich sicher mal noch gebrauchen...

Wohin es mich dann am letzten Tag noch so hin verschlägt und ob es bei der Band „SUM41“ bleibt, erfahrt ihr morgen.

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