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27. August 2016, 00:00 Konzert Music Festivals

Zürich Openair 2016 – Tag 3

Eray Müller - Auch der dritte Tag am Zürich Openair 2016 bot ein abwechslungsreiches Programm. Mit Editors und Bloc Party standen gleich zwei Bands des 2005er-Rocks auf der Bühne. Sie hätten nicht unterschiedlicher sein können.

Zürich  Openair 2016 – Tag 3
Der dritte Tag des Zürich Openair 2016 wurde schon um 15 Uhr vom Sound der rockigeren Sorte dominiert. Die St. Galler von Pedro Lehmann, die Luzerner Rival Kings, Tocotronic aus Hamburg und die Belgier von Soulwax zeigten, dass Rock entgegen vieler Meinungen alles andere als ausgestorben ist. Mit Miike Snow aus Schweden wurde es am frühen Abend dann etwas elektropoppiger, bevor Róisín Murphy um 20 Uhr auf der Hauptbühne eine Show der etwas anderen Art zeigte. Man war sich nicht ganz sicher, was nun genau im Vordergrund der einstündigen Darbietung sein sollte. Wollte uns die Irin ihre Kleidersammlung zeigen? Oder ihre ausgefallenen Tanzschritte, die sie auch auf High Heels beherrscht? Die Menge liess sich auf jeden Fall von den treibenden Beats mitreissen.

Ein erstes Highlight fand anschliessend auf der Zeltbühne statt. Jake Bugg aus Nottingham stellte sein mittlerweile drittes Album On My One vor. Unglaublich, wie spannend schnörkelloser Rock sowie ein im positiven Sinn unspektakulärer Auftritt sein können. Mit einer für einen 22-Jährigen beeindruckenden Coolness und Leichtigkeit absolvierte der sympathische Brite seinen Auftritt. Jake Bugg ist der Frontmann mit Attitüde, den die britische Rockszene seit dem Abtauchen von Oasis-Sänger Liam Gallagher dringend benötigt. Das Zeug dazu hat er.

Im Anschluss folgte gleich ein weiteres Highlight aus England. Editors holten ihr im Dezember kurzfristig abgesagtes Zürcher Konzert nach und beeindruckten mit ihrer vielseitigen Show wie schon so oft am Zürich Openair. Die gutgelaunten Briten spielten Songs von Munich über The Racing Rats bis hin zu Marching Orders und Papillon. Nur die Lautstärke hätte noch etwas höher sein können. Bestimmt hätte das verhaltene Zürcher Publikum noch mehr aus der Reserve gelockt werden können. Dieses zeigte sich erst ab der Hälfte tanzfreudig. Der Soundmix hingegen war einer der besten am Zürich Openair. Knapp elf Jahre sind vergangen seit der ersten Schweizer Show der Editors. Sie gehören wie etwa Franz Ferdinand, Arctic Monkeys und Maxïmo Park zu den Vertretern des 2005er-Rocks. Es war sehr spannend zu sehen, wie sich die Band in dieser Zeit musikalisch weiterentwickelt hat. Jedes Album tönte anders, aber doch auch immer wie Editors.

Eine derartige musikalische Entwicklung war bei Bloc Party, ebenfalls einem Vertreter des 2005er-Rocks, leider nicht zu sehen. Sie spielten auf der Zeltbühne zu routiniert und gelangweilt ihr Repertoire runter und es schien, als ob die Zeit in den letzten elf Jahren stehengeblieben wäre. Die Band klang wie anno dazumal. Schade...

Den Abschluss machten die Trip-Hopper von Massive Attack aus Bristol. Auch Tag 3 bot insgesamt ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Heute geht’s weiter mit dem vierten und letzten Tag. Auf der Bühne stehen unter anderem Underworld und Kaiser Chiefs.

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