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7. Mai 2019, 11:36 Campus

Weshalb einfach mal «Nichtstun» gut für dich ist

students Redaktion - Gehörst du zu den Leuten, die immer «ultra» beschäftigt und gestresst sind? Dann versuch mal, einen Gang runterzuschalten und einfach mal nichts zu tun. Vertrau uns!

Weshalb einfach mal «Nichtstun» gut für dich ist
Die meisten Leute, welche permanent von einem Ort zum anderen rennen und sich über lange «To-do-Listen» beschweren, haben das Gefühl, dass sie damit der Welt zeigen, dass sie bedeutend sind. «Ich bin so beschäftigt und gestresst, weil ich so wichtig bin», denken sie. Die Wahrheit ist jedoch, dass du mit dem «ständig Beschäftigtsein» aufhören solltest. Denn der Stress, der damit einhergeht, kann ernsthafte Konsequenzen mit sich bringen. Sowohl Burnouts, Angststörungen, als auch stressbedingte Erkrankungen nehmen nämlich immer mehr zu. Diese negativen Konsequenzen können verhindert werden und zwar indem man einfach mal nichts tut.

Was ist «Nichtstun» überhaupt?

Es ist schwierig, zu definieren was «Nichtstun» überhaupt bedeutet, da wir ständig etwas tun – selbst wenn wir am Schlafen sind. In diesem Moment, indem man keine anderen Pläne, bzw. Vorhaben hat, ausser einfach «zu sein» - in diesem Moment, machen wir nichts. Nichtstun beinhaltet, dass du dir bewusst und wohlüberlegt Zeit und Energie nimmst für Aktivitäten, wie beispielsweise «aus dem Fenster schauen», oder «sitzen». Einige mögen vielleicht denken, dass man mit solchen Tätigkeiten seine Zeit verschwendet, oder dies aus Faulheit macht. Das ist jedoch Unsinn!

In unserer Gesellschaft, wird das Nichtstun nicht gefördert und das kann weitreichende Konsequenzen auf unsere psychische Verfassung, unser Wohlbefinden, unsere Produktivität und auf andere Lebensbereiche haben. Die Technologie verschlimmert das: das Smartphone, dass du die ganze Zeit mit dir herumträgst, macht es fast unmöglich, dich wirklich auf das Nichtstun einzulassen. Indem wir rund um die Uhr beschäftigt sind, verlernen wir, wie man überhaupt nichts tut, da unsere Gehirne sich daran gewöhnen, ständig etwas tun zu müssen. Wenn du dich selbst testen willst, dann versuch mal 10 Minuten auf einem Stuhl zu sitzen, deinen Gedanken freien Lauf zu lassen und einfach nichts zu tun. Wie lange wird es wohl dauern, bis dir langweilig wird und du den Drang verspürst, dein Handy aus der Tasche zu holen, oder sonst etwas zu machen?

Die Vorteile vom «Nichtstun»

Nichtstun hat viele Vorteile. Verschiedene Experimente haben beispielsweise gezeigt, dass «Tagträumen» - ein unvermeidlicher Effekt vom Nichtstun – uns tatsächlich kreativer macht. Ebenfalls kann das Nichtstun von grossem Vorteil sein, wenn wir Probleme versuchen zu lösen. Das Nichtstun hilft dir nämlich, deine Gedanken neu zu ordnen und die Dinge klarer zu sehen. Überraschenderweise kann das Nichtstun auch deine Produktivität erhöhen.

Jedoch kann es manchmal schwierig sein, den Kreislauf des ständig «Beschäftigtseins» zu durchbrechen. Hier sind einige Tipps für dich, wie du es trotzdem schaffen kannst:

Nimm dir Zeit, um nichts zu machen und tu «es» mit Bestimmtheit

Versuche herauszufinden, wann du am produktivsten und kreativsten bist und erkenne, wann deine Gedanken beginnen abzuschweifen. Genau in diesem Moment, solltest du eine Pause machen und beispielsweise einen Spaziergang machen. Du solltest dich also bewusst und gezielt dem Nichtstun widmen. Denn ohne Pausen ist es unmöglich, effektiv zu arbeiten. Priorisiere die Dinge, welche dir wichtig sind und dich glücklich machen und versuche alles andere auszublenden. Dich auf die wichtigsten Dinge zu fokussieren, kann dir helfen, dir Zeit frei zu schaufeln, um dich dem Nichtstun zu widmen. Nutze die Gelegenheit in geeigneten Situationen, wie beispielsweise beim Anstehen, um das «Nichtstun» zu praktizieren.

Wehre dich gegen die «Kultur des Beschäftigtseins»

Wenn du nichts am machen bist, dann steh auch dazu! Wenn dich jemand fragt, was du gerade machst, dann antworte auch mit: NICHTS! Rechtfertige dich nicht dafür, dass du Pausen oder Ferien machst und wenn dich mal Schuldgefühle plagen sollten, denk daran, dass das «Nichtstun» kein Zeichen von Faulheit, sondern ein wichtiger «life skill» ist. Entscheide dich für das zunächst unangenehme «Nichtstun», anstatt das vertraute und gewohnte «Beschäftigtsein».

Hab Geduld

Etwas zu lernen braucht Zeit und Mühle – gib also nicht gleich auf, wenn du nicht sofort den Nutzen, bzw. die Vorteile des «Nichtstuns» erkennst. Einfach still zu sitzen, ist eventuell nicht von Anfang an angenehm und muss vielleicht geübt werden – genau wie viele anderen Dinge im Leben. Vergleiche es mit einer neuen Sportart, die du beginnst. Am Anfang hat man oft keinen Spass daran, aber nach einer gewissen Zeit, findet man grossen Gefallen daran. Gib also nicht auf!

Gestalte deine Umgebung umDeine Umgebung kann einen grossen Einfluss darauf haben, ob du dich überhaupt dem «Nichtstun» widmen kannst. Schau dich also Zuhause, oder an deinem Arbeitsplatz um und stelle insbesondere sicher, dass deine elektronischen Geräte ausser Reichweite sind. Versuche vor allem, dein Zuhause so gemütlich wie möglich zu gestalten, indem du beispielsweise deine Möbel nicht am Fernseher ausrichtest, sondern an einem Fenster. Wenn solche «Wohl-fühl-Orte» präsent sind, werden diese auch genutzt.

«Think outside the box»

Wenn du Zuhause, oder an deinem Arbeitsort nicht stillsitzen kannst, dann geh in einen Park, oder in einen Spa, wo du «relaxen» kannst. Denn wie so viele Dinge im Leben, funktioniert nicht alles für jeden gleich gut. Es gibt jedoch unzählige Orte, wo du das Nichtstun praktizieren kannst. Finde also heraus, was für dich am besten passt und probier es aus! Bald wirst du die positiven Effekte des Nichtstuns erkennen. Wir wünschen dir viel Erholung!

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