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15. August 2007, 00:00 Movie

Rush Hour 3

Christina Ruloff - Sie prügeln sich wieder und zeigen den Franzosen tüchtig wo’s lang geht: Jackie Chan und Chris Tucker räumen in Paris auf – anspruchslos, harmlos und sehr medioker. Typisch Frankreich! Da nimmt man die Schande auf sich, die Welt retten zu wollen! Und was ist der Dank? Jack...

Sie prügeln sich wieder und zeigen den Franzosen tüchtig wo’s lang geht: Jackie Chan und Chris Tucker räumen in Paris auf – anspruchslos, harmlos und sehr medioker.

Typisch Frankreich! Da nimmt man die Schande auf sich, die Welt retten zu wollen! Und was ist der Dank? Jackie Chan und Chris Tucker leiden.

Die Hauptattraktion in diesem „modernen“ Prügel/Schiess/Quassel-Streifen ist natürlich das Buddie-Gespann Jackie Chan und Chris Tucker. Chan ist schon etwas in die Jahre geraten (er zählt immerhin ganze 53 Jahre!) und sichtlich froh, dass er nicht mehr die unglaublichsten Stunts hinlegen muss, sondern auch mal reden und witzig sein darf. Im Gegensatz zu seinem im westlichen Kino ebenfalls bekannten Kollegen Jet Li spricht er fliessend und mühelos Englisch und hat sich so als der coole, komische, lakonische Chinese etabliert. Sein Inspektor Lee, ein äusserst selbstloser, integrer Charakter, schaut angesichts der wahnwitzigen und peinlichen „Taten“ seines Partners noch immer rührend treuherzig und ungläubig aus der Wäsche; er hat aber zum Amüsement des Publikums einige Unsitten seines Kollegen übernommen: Er schlägt einmal sogar vor, sich im Hotelzimmer einen „dirty movie“ anzusehen!

Weiter gehen seine anzüglichen Bemerkungen allerdings nicht, denn er muss ja einen Gegensatz zu Tuckers James Carter darstellen, der als notorischer Womanizer überall den Frauen nachhechelt, angeberisch und dumm und vor allem mit „black slang“ schwätzt, aber eigentlich ein gutherziger Kerl ist.

Pauken und Trompeten, Prügel, flotte Sprüche und ein paar nackte Frauen: Das Dream Team lässt den Eiffelturm im Dorf.

Regisseur und Miterfinder der Rush Hour-Serie Brett Ratner schickt das Dream Team nach Paris, wo man nicht Völkerverständigung predigt, sondern den faulen Langweilern zeigt, wo’s langgeht. Roman Polanski hat als sadistischer Polizeichef einen kurzen, erheiternden Auftritt, Yvan Attal wird als frecher Taxifahrer von seiner Amerika-Phobie geheilt: Zu Beginn von Amerikas verbrecherischer und erfolgloser missionarischer Rolle in der Weltpolitik überzeugt („Vietnam, Irak!“), lässt er sich willig zum „American Way of Life“ bekehren und darf auch mal Action und Krawall erleben.

Die geistesschwache Handlung dient denn natürlich einzig als Vehikel für „lustige“ Dialoge und Schlägereien. Der Witz, meist leicht zotig und auf unterem Pausenplatzniveau, entsteht vor allem durch kulturelle und sprachliche Missverständnisse: Carter schnallt zum Beispiel nicht, dass ein Chinese Yu heissen kann, verwechselt das mit dem englischen „Du“ und wird ärgerlich. Oder er kann nicht glauben, dass Chinesen Französisch sprechen und meint: „You Asian, stop humiliating yourself!“ Dass die beiden ohne einen Brocken Französisch durch die Hauptstadt kommen und sich amerikanisch-forsch ans Ziel prügeln, versteht sich von selbst.

Rush Hour 3 wird das Publikum finden, das der Film verdient... und vor allem eine Menge Geld einspielen. Allez-y les enfants!

Bewertung: 2 von 5

in einer winzigen Nebenrolle.

Titel: Rush Hour 3

Land: USA

Genre: Komödie

Dauer: 90 Minuten

Regie: Brett Ratner

Darsteller: Chris Tucker, Jackie Chan, Hiroyuki Sanada, Youki Kudoh

Verleih: Warner Bros.

Kinostart: 16.8.2007

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