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Modernes Märchen (4.) - Warum wir flüchten

16.11.2010 à 13:19

Warum wir flüchten wollen

Bekannt ist alles, so schrecklich gewohnt durch tägliche Wiederholung. Kühl und abstossend hässlich sind die meiner und jeder Treue undankbaren, ewig wiederkehrenden Geister: unsere ausfransenden Träume. Die Zeit ist kein Fluss und hat keine Ufer. Es geschieht nichts in diesen verschwendeten Stunden. Zur Trägheit ist jeder Moment verflucht, die Tage sind entstellt. Nichts fliesst mehr.

Nie würde sich etwas in einem wehren. Niemand würde innerlich nach Neuem schreien, sich auflehnen gegen falsche Bequemlichkeiten.
Fluchen würde man zwar, doch sich gleich wieder stumm stellen, von der Fäulnis auf's Neue bestochen. Alle frühen Flüche rückgängig machen. Ängstlich wäre jeder, wenn er vor der lähmenden Gewohnheit flüchtete. Vor den immer selben Wegen und eigens erdachten Legenden sich fürchtete, von ihren längst bekannten Ausgängen gelangweilt.
Heuchlerisch in der Angewiesenheit auf Rausch und Faulheit. Tief im Inneren zu feige für die Freiheit, da jede echte Freiheit Verantwortung über sich selbst bedeutete und somit die stärkste Bindung zugleich.

Felix und ich sind gewarnt. "Über die Vergangenheit wachen wir und sie ist unsere Gastgeberin", sagt Felix zu mir und klopft mit den Fingern wie zwanghaft am hölzernen Türrahmen meines Zimmereingangs.

"Wie gerne würde ich einfach nur unsere Fenster öffnen. Dann müssten wir nicht gehen", antworte ich. Doch kühl und unaufhaltsam würden sich gleich neue Gerüche nach innen drängen, an allem Alten teilnahmslos. Frische Luft dränge ins Haus und vertriebe die alte, wohlriechende, vertraute.

"Es sei gefährlich aus diesem Haus zu flüchten!" - Felix antwortet nicht. Er glotzt nur schweigend aus dem Fenster. Mit dem Blick eines Mannes, der nach Jahrzehnten wieder aus dem Kerker frei gelassen wird oder so...

"So sei es" spricht er leise vor sich hin. "So sei es, wir werden's wagen".

Das heisst also ... es ist so weit.?
Felix und Ich werden flüchten! Bald gehen wir zu den Nachbarhügeln. Um die Felsen zu sehen, die seit Jahrtausenden brennenden.

Dann atmet er tief und zieht die Augenbrauen kurz in die Höhe als sei er von einem Tagtraum erwacht: "Das wird ein echter Anfang sein. Schlaf gut Junge" ...





Einführung http://www.students.ch/community/user/blog/Bojangles/45189/Ein-modernes-Maerchen-Einfuehrung?ref=community-profile-blogteaser-title

Folge 1 http://www.students.ch/community/user/blog/Bojangles/45236/Ein-modernes-Maerchen-Folge-1-Aus-den-Tagebuechern-Ferdinand-Heinkes?ref=community-profile-blogteaser-title

Folge 2 http://www.students.ch/community/user/blog/Bojangles/45554/Ein-modernes-Maerchen-Folge-2-Figurenvorstellung-Fritz?ref=community-profile-blogteaser-title

Folge 3 http://www.students.ch/community/user/blog/Bojangles/46005/Ein-modernes-Maerchen-Folge-3-Ueber-die-Fluechtigen?ref=community-profile-blogteaser-title

* NEU * Folge 5 http://www.students.ch/community/user/blog/Bojangles/47026/Modernes-Maerchen-5-Die-schoene-Stimmverstellerin?ref=community-profile-blogteaser-title

Commentaires
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Bojangles 27.11.2010 à 12:44
Peti i drück&knutsch di doch eifach ))
(wil du's bisch trau' i mi nödemal z'säge wie übertribe das klingt )
PetiYeti 26.11.2010 à 12:37
"da jede echte Freiheit Verantwortung über sich selbst bedeutete und somit die stärkste Bindung zugleich.", Herzli, das isch eis vom genialste was jemals en Mensch usgspuckt hät.
Bojangles 17.11.2010 à 11:41
wi söli au ufhöre weni immer so coole lob bechume vom tiger?!
danke dir villmal!
andybami 17.11.2010 à 10:21
Wieder mal genial! Mach wiiter! Nöd ufhöre! Will meh!