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13. Juli 2010, 21:52 Movie

Micmacs

Simone Meili - Eine lockere Satire auf den Waffenhandel mit der Crème de la crème der französischen Charakterdarstellern verspricht kurzweilige Unterhaltung in den heissen Sommermonaten.Bazil (Dany Boon, Bienvenue chez les Ch’tis) ist wirklich ein Pechvogel. Als Kind verliert er seinen Vat...

Micmacs
Eine lockere Satire auf den Waffenhandel mit der Crème de la crème der französischen Charakterdarstellern verspricht kurzweilige Unterhaltung in den heissen Sommermonaten.

Bazil (Dany Boon, Bienvenue chez les Ch’tis) ist wirklich ein Pechvogel. Als Kind verliert er seinen Vater, als dieser versucht, eine Mine zu entschärfen. 20 Jahre später wird er bei einem Strassengefecht zufällig von einer Kugel getroffen. Bazil überlebt, verliert aber durch den Unfall seinen Job und seine Wohnung sowie sein ganzes Hab und Gut. Ihm bleibt nur die Kugel, welche kein Arzt wagte, aus seinem Kopf hinaus zu operieren.

Am Tiefpunkt angelangt, wird der inzwischen Obdachlose durch den Strassenhändler Canaille (Jean Pierre Marielle) in eine Gemeinschaft von Aussenseitern im Müllhaldenland Tire-larigot aufgenommen. Die skurrile Truppe verdient ihren Lebensunterhalt damit, Abfall zu recyceln und kaputte Gegenstände zu reparieren.

Durch einen Zufall findet Bazil die Verursacher der zwei schlimmsten Katastrophen in seinem Leben: die Firma, welche die Mine hergestellt hatte, die seinen Vater tötete, sowie der Waffenkonzern, vom dem die Kugel in seinem Kopf stammt. Bazil macht es sich zum Ziel, sich für den erlittenen Schaden zu rächen, und versucht mithilfe seiner neuen Freunde, die beiden Konzernchefs gegeneinander auszuspielen. Bei diesem Plan hilft es freilich, dass die zwei Bosse (allen voran André Dussollier als der selbstgefällige Nicolas Thibault de Fenouillet) selbst ziemlich seltsame Gestalten mit ihren eigenen Machtansprüchen sind.

Dass bei der Ausführung noch reichlich ausgefallene Tricks verwendet werden, ist klar. Jeder in der Gruppe verfügt über ein spezielles Talent, dass meist auf eher unorthodoxe Weise zum Einsatz kommt. Freuen darf man sich als Zuschauer ob der vielen einfallsreichen Pointen und Wendungen im Film. Allzu geistreich ist der Streifen natürlich nicht, es soll ja vor allem unterhalten werden, aber zumindest wird dabei auf die ganz billigen Lacher verzichtet.

Ein Plus sind auch die Schauspieler, allen voran Dany Boon, den einfachen Mann und ewigen Aussenseiter, den man einfach gern haben muss. Dass es solch kleinen Fischen wie diesen Outcasts am Ende gelingt, zwei der wichtigsten Konzerne bzw. ihre CEOs in Schach zu halten, ist natürlich reines Wunschdenken. Aber es liefert dennoch interessante Anregungen, wie man die Macht der einfachen Bürger nutzen kann. Wer jetzt neugierig wird, schaut sich das vielleicht am besten selbst an.

Bewertung: 4 von 5

  • Originaltitel: Micmacs à tire-larigot
  • Land: Frankreich
  • Dauer: 104 Minuten
  • Regie: Jean-Pierre Jeunet
  • Darsteller: Dany Boon, Dominique Pinon, André Dussolier, Julie Ferrier u.a.
  • Verleih: Pathé Films
  • Kinostart: 15.7.2010
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