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28. Juli 2010, 11:47 Movie

When you’re strange

Simone Meili - In den Sechzigerjahren gehörten the Doors zu den grössten Bands ihrer Zeit. Zu Zeiten als die Beatles und die Rolling Stones die Welt eroberten, konnten sie sich durch ihren speziellen Sound und eigenwillige Texte gegenüber den britischen Bands durchsetzen. Der tragische und f...

When you’re strange
In den Sechzigerjahren gehörten the Doors zu den grössten Bands ihrer Zeit. Zu Zeiten als die Beatles und die Rolling Stones die Welt eroberten, konnten sie sich durch ihren speziellen Sound und eigenwillige Texte gegenüber den britischen Bands durchsetzen. Der tragische und frühe Tod von Sänger Jim Morrison brachte ihn in eine Reihe mit Jimi Hendrix, Janis Joplin und Kurt Cobain.

Während das Leben dieses charismatischen Leadsängers bereits mit einigen Ausschmückungen verfilmt wurde, zeigt When you’re strange eine weniger glamouröse, dafür umso realere Seite der Band. Der Dokumentarfilm verwendet zum grössten Teil unveröffentlichtes Material aus den Jahren 1965-1971. Darunter viele Live-Ausschnitte von Konzerten sowie biografische Sequenzen. Selbstverständlich sind auch viele Songs mit dabei, von Light my fire über Break on through und Five to one zu Riders on the storm, sowie das Titellied People are strange.Kommentiert und begleitet wird der Film von Johny Depp, der neben der Schauspielerei auch selbst in einer Band gespielt hat und in seiner Jugend ausgiebige Erfahrungen mit dem Rock and Roll-Lifestyle gemacht hat.

Löblich ist an der Doku, dass sie auch die Sichtweise der anderen Bandmitglieder ins Spiel bringt bzw. die Band als Ganzes sieht und nicht nur den Frontmann.Natürlich machen die Kontroversen um den Leadsänger Jim dennoch einen grossen Teil des Films aus. Während Fans von seinem Charisma fasziniert sind, stösst seine exzentrische Art bei den konservativen US-Behörden der Vor-68er-Zeit auf wenig Gegenliebe. Seine Alkohol- und Drogensucht tun ihr weiteres, um der Band ihren schlechten Ruf einzuhandeln. Entgegen anderer Darstellung werden hier jedoch nicht Drogen, sondern der Alkohol als Hauptursache für Jims frühen Tod herangeführt – dies steht im Einklang mit den aktuellen Warnungen des Jugendschutzes, wonach Alkohol ein nicht minder gefährliches, da oft unterschätztes, Suchtmittel ist. Wenn das keine nette Botschaft an die Zuschauer ist! Klar ist jedoch, dass es um Jims Gesundheit schon länger nicht mehr gut stand. Es bleibt zu fragen, ob ein neues Projekt in Form einer neuen Platte sein Leben hätte retten können, wie dies der Kommentar gelinde suggeriert.

Insgesamt ist When you’re strange kurzweilig und unterhaltend – vorausgesetzt man kann etwas mit innovativem 60er Jahre Rock 'n' Roll anfangen.Fans werden sich an dem vielen neuen Filmmaterial freuen, unkundige erhalten eine kurzweilige und informative Zusammenfassung der Bandgeschichte mit allen Höhen und Tiefen ohne Kitsch. Und dazu natürlich jede Menge Musik. Wir sagen: mehr davon!

Bewertung: 4.5 von 5

  • Originaltitel: When you’re strange
  • Land: USA
  • Dauer: 86 Minuten
  • Regie: Tom DiCillo
  • Darsteller: John Densmore, Robby Krieger, Ray Manzarek, Jim Morrison; Johny Depp (Erzähler)
  • Verleih: Frenetic Films
  • Kinostart: 29.7.2010
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