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3. Mai 2011, 15:01 Music Interview

Samael: "Ich mag Religionen nicht!"

Ragulan Vivekananthan - Seit letzten Freitag ist die neue Platte der Schweizer Metaltruppe Samael draussen und hört auf den verheissungsvollen Namen Lux Mundi. Students.ch hat ihren Frontmann Vorph in Zürich getroffen und ihm einige Fragen zur neuen Platte aber auch zur Frühphase der Black Metal Szene gestellt.

Samael: "Ich mag Religionen nicht!"
Vorph hat eine aussergewöhnliche Erscheinung. Er ist gross, kräftig gebaut und fällt mit seinen blondierten Haaren auf. Ein richtiger Frontmann halt. Und wie es sich für ein Sprachrohr gehört, gibt er ausreichend Antwort auf die Fragen. Zunächst mal die neue Platte Lux Mundi: „Wir haben sie wieder mit unserem Produzenten Voldemort aufgenommen. Wir haben über die Jahre eine Freundschaft aufgebaut, in der Vertrauen die Basis des Ganzen ist. Seine Meinung ist uns wichtig. Und eigentlich lief alles wie immer. Nur mussten wir dieses Mal zu ihm nach Deutschland fahren und bei ihm aufnehmen. Das war letzten Sommer, als die Fussball WM in Afrika stattfand. Ich mag Fussball nicht! Aber ihm war es wichtig die WM in seiner Heimat zu erleben. Deshalb gingen wir nach Deutschland."

Danach hat sich students.ch mit Vorph über einzelne Songs unterhalten. Als erstes den Song Antigod, der auf der gleichnamigen EP letztes Jahr schon erschienen war. „Ich mag Religionen nicht. Ich hasse es, wenn es als etwas Gutes verkauft wird und anscheinend die Welt verbessern soll. Das Gegenteil ist der Fall. Es macht sie nur schlechter. Ich kann nicht glauben, dass man in der Schule ein Fach wie Religionsunterricht lehrt. Man könnte fast meinen, dass die Bibel Fakten liefert, die in den Schulunterricht gehören würden! Aber ich gebe auch zu, dass in Religion ein enormes Potenzial steckt. Würde man die Ideen und Anregungen, die wir in jenen Schriften finden, sinnvoll und auf eine philosophische Ebene hieven, dann könnte Religion die Welt verbessern. Aber diejenigen, die bestimmen, wie Religion zu verstehen ist, werden das nicht zu lassen. Denn sonst würde ihre Macht verloren gehen.“ Da haben wir anscheinend den richtigen Knopf bei Vorph gedrückt.

Der Opener auf Lux Mundi heisst Luxferre und hätte zunächst More Light heissen sollen. Auf die Frage, wieso man mehr Licht benötige, antwortet Vorph folgendermassen: „Es wird ja behauptet, dass Göthe am Sterbebett gesagt haben soll, dass er mehr Liecht (=Wissen) benötige. Dass solch ein weiser Mann, der in seinem Leben hauptsächlich nur gelesen und geschrieben hat, sogar am Sterbebett nach mehr Wissen verlangte, hat mich sehr imponiert. Solch ein Verlangen sollte jeder Mensch haben. Doch anstatt nach mehr Wissen zu streben, vergammeln wir in unserer Idiotie und Lethargie des Kabelfernsehns.

Zum Schluss gehen wir noch auf die alten Tage der Band ein. Schliesslich haben Samael die damalige Black Metal Szene mitgeprägt. Sie waren die erste Band, die das legendäre französische Label Osmose Productions unter Vertrag nahm und das Album Worhip Him herausbrachte. Øystein „Euronymous“ Aarseth – Gallionsfigur der norwegischen Black Metal Szene in der frühen 90’er und Frontmann von Mayhem – war von ihrem Album begeistert und meinte, er wünschte, er hätte mit ihnen über einen Vertrag mit seinem Label Deathlike Silence Productions gesprochen. Ausserdem gibt es ja noch das Gerücht, dass der Bassist von Samael Mas nach dem Selbstmord von Dead, der sich mit einer Schrotflinte den Kopf wegballerte, einen Teil des Schädels zugeschickt bekommen haben soll. Dazu muss Vorph Schmunzeln und sagt folgendes: „Ich kann bestätigen, dass Mas nach dem Tod von Dead irgendetwas per Post erhalten hat. Ich weiss aber nicht mehr ob es Hirn oder einfach ein Stück Schädel war. So lief das damals!

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